Rücktritt von Tennisspielerin Grönefeld Doppel hält besser

Sie gilt als eine der besten Doppelspielerinnen der Welt. Vor über zehn Jahren war Anna-Lena Grönefeld auch im Einzel erfolgreich - ehe ihr ein Trainer die Lust am Tennis nahm. Nun ist sie zurückgetreten.
Anna-Lena Grönefeld beendet ihre Tenniskarriere

Anna-Lena Grönefeld beendet ihre Tenniskarriere

Foto: imago images/ ZUMA Press

Anna-Lena Grönefeld hat in ihrer Karriere 17 Titel im Tennis-Doppel gewonnen, im Mixed kann sie sich sogar zweifache Grand-Slam-Siegerin nennen. Grönefeld hat über 4,5 Millionen US-Dollar an Preisgeld gewonnen. Nun verabschiedet sie sich vom Tennis und widmet sich anderen Lebensbereichen. Am Donnerstag gab die langjährige Fed-Cup-Spielerin ihr Karriereende bekannt.

"Dieses kleine Mädchen hatte Träume! Die letzten 18 Jahre durfte sie einen davon leben! Jetzt ist es aber für sie an der Zeit, sich hoffentlich einen anderen Traum, nämlich den einer eigenen Familie, zu erfüllen", schrieb die 34-Jährige unter ein Foto auf dem Tennisplatz aus Kindertagen.

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Drama eines Wunderkinds

Als Grönefeld 21 Jahre alt war, wurde sie als neues Wunderkind im deutschen Tennis gefeiert. Vergleiche mit Steffi Graf waren, wie für alle aufstrebenden Talente in Deutschland, an der Tagesordnung. Grönefeld stand in der Weltrangliste auf Platz 14, bei den French Open 2006 erreichte sie das Viertelfinale.

Doch nur wenige Monate später folgte der Absturz, im Mittelpunkt stand Grönefelds Verhältnis zu ihrem damaligen Trainer Rafael Font de Mora, auch der SPIEGEL berichtete über das "Drama eines Wunderkinds ". Der Spanier hatte Grönefeld in die Weltspitze geführt, sie dabei laut ihren Aussagen jedoch gequält, gegängelt und in allen Lebensbereichen kontrolliert. Und so sagte sie sich 2006 von ihrem jahrelangen Förderer los - und fühlte sich wieder frei.

Es folgte trotzdem der Absturz in der Weltrangliste, 2007 gewann sie nur fünf Einzelmatches. Und doch versuchte Grönefeld es Jahr für Jahr weiter, spielte auch Turniere auf der zweitklassigen ITF-Tour. 2011 entschied sie sich im Alter von 26 Jahren, nur noch Doppel und Mixed zu spielen, wo sie in den Jahren zuvor schon Erfolge gefeiert hatte.

2009 holte sie sich in Wimbledon im Mixed an der Seite von Mark Knowles (Bahamas) ihren ersten Grand-Slam-Titel, fünf Jahre später legte sie bei den French Open mit dem Niederländer Jean-Julien Rojer nach. Gemeinsam mit dem Kolumbianer Robert Farah scheiterte sie zudem 2016 in Wimbledon sowie ein Jahr später in Paris erst im Finale. Mit ihrer niederländischen Doppelpartnerin Demi Schuurs war sie jüngst beim WTA-Finale der besten Tennisspielerinnen der Saison in Shenzhen ins Halbfinale eingezogen.

Grönefeld will sich im Nachwuchs engagieren

"Ich habe versucht, sie davon zu überzeugen, noch ein Jahr dranzuhängen", sagte Barbara Rittner, "Head of Women's Tennis" beim Deutschen Tennis Bund (DTB), vor allem im Hinblick auf die kommende Fed-Cup-Saison: "Sie hat eine tolle Karriere gehabt. Es war schön, sie dabeizuhaben und im Team mit ihr zusammenzuarbeiten. Und ich glaube schon, dass wir sie in Zukunft hier und da mal in gewissen Dingen einbinden können."

Dem Tennis bleibt Grönefeld aber auch nach dem Ende ihrer aktiven Karriere erhalten. Künftig wird sie sich verstärkt beim Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB) als Beraterin für den Nachwuchs engagieren. "Wir sind sehr stolz, eine solch erfolgreiche Spielerin im Verband zu haben", sagte Verbandspräsident Raik Packeiser.

krä/sid
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