Tennis ATP sperrt Schiedsrichter wegen Vorwurfs der sexuellen Belästigung

Der italienische Schiedsrichter Gianluca Moscarella soll während eines Tennismatches ein Ballmädchen belästigt haben und wird ab sofort nicht mehr von der ATP eingesetzt.
Gianluca Moscarella darf vorerst nicht mehr als Tennis-Schiedsrichter arbeiten

Gianluca Moscarella darf vorerst nicht mehr als Tennis-Schiedsrichter arbeiten

Foto: JBAutissier/ Panoramic/ imago images

Der italienische Tennis-Schiedsrichter Gianluca Moscarella ist wegen sexueller Belästigung eines Ballmädchens während eines Matches von der Spielergewerkschaft ATP bis auf Weiteres suspendiert worden.

Der Referee soll in der vergangenen Woche beim Challenger-Turnier in Florenz beim Spiel zwischen dem Portugiesen Pedro Sousa und seinem Landsmann Enrico Dalla Valle nicht nur das Ballmädchen anzüglich und unangemessen angesprochen haben, sondern soll zudem in einer Spielpause durch Ermunterungen für Sousa seine Neutralitätspflicht verletzt haben.

Videos in sozialen Netzwerken zeigen laut ATP Moscarellas Anzüglichkeiten. Demnach habe der Unparteiische das Ballmädchen vom Stuhl aus mit den Worten "Du bist sehr sexy" und "Ist Dir heiß?" angesprochen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll Moscarella gefragt haben, ob sie die Hitze eher emotional oder physisch spüren würde.

Dem späteren Sieger Sousa soll er den Rat gegeben haben, sich zu konzentrieren und damit Kraft zu sparen, auch weil der Schiedsrichter selbst auf eine kurze Spielzeit gehofft habe.

Die ATP bestätigte die Einleitung von Untersuchungen gegen Moscarella. Der Schiedsrichter war in Florenz unmittelbar nach Bekanntwerden der Ausfälle nicht mehr eingesetzt worden. Im vergangenen Jahr hatte die ATP den Schiedsrichter Mohamed Lahyani wegen Coachings von Nick Kyrgios gesperrt, vor wenigen Wochen wurde mit Damian Steiner ein weiterer Schiedsrichter wegen nicht genehmigter Interviews entlassen.

krä/sid
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