Wachwechsel im Tennis Medwedew löst Djoković als Nummer eins ab – und wirbt für Frieden

Der russische Tennisspieler Daniil Medwedew hat Novak Djoković als Weltranglistenerster abgelöst. Er nutzte den Moment für einen Appell – ohne den russischen Angriff auf die Ukraine zu erwähnen.
Daniil Medwedew

Daniil Medwedew

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DAVE HUNT / AAP / IMAGO

Der US-Open-Champion Daniil Medwedew hat zum ersten Mal in seiner Karriere die Führung der Tennis-Weltrangliste übernommen. Der 26-Jährige löste trotz seines Halbfinal-Aus beim ATP-Turnier in Acapulco in der Vorwoche den Serben Novak Djoković als Nummer eins ab. Der 20-malige Grand-Slam-Sieger hatte die Weltrangliste insgesamt 361 Wochen, rund sieben Jahre, angeführt und damit einen Rekord aufgestellt.

»Er verdient es, die Nummer eins zu sein«, sagte Djoković in der vorigen Woche beim Turnier in Dubai, wo er vorzeitig ausschied. Davor durfte der nicht gegen das Coronavirus geimpfte Serbe nicht seinen Titel bei den Australian Open verteidigen und verlor viele Punkte.

Nach den ebenfalls mit Grand-Slam-Titeln dekorierten Jewgeni Kafelnikow und Marat Safin ist Medwedew der dritte russische Profi an der Spitze der Weltrangliste und der 27. insgesamt. Hinter den beiden Topspielern an dritter Position liegt weiter Olympiasieger Alexander Zverev aus Hamburg, der in Acapulco als Titelverteidiger wegen eines Ausrasters disqualifiziert wurde.

Medwedew wünscht sich Frieden in der Welt, erwähnt Ukrainekrieg aber nicht

Die neue Nummer eins im Welt-Tennis nutzte den Moment für eine Friedensbotschaft. Im Namen aller Kinder und ihrer Träume warb Medwedew für Frieden in der Welt und zwischen Ländern. Die russische Invasion in der Ukraine erwähnte Medwedew in seiner Botschaft bei Instagram nicht.

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Der 26-jährige gebürtige Moskauer hat in einer schwierigen Zeit den Thron erklommen. Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine mehren sich die Beschlüsse und Bemühungen, nicht mehr gegen russische Mannschaften anzutreten und Sportler von Veranstaltungen auszuschließen.

Bisher gibt es im Profi-Tennis keine Forderungen, russische Profis wie Medwedew oder den Weltranglisten-Sechsten Andrej Rubljew zu verbannen. »Wir spielen in so vielen verschiedenen Ländern, ich war als Junior und als Profi in so vielen verschiedenen Ländern. Es ist nicht leicht, all diese Neuigkeiten zu hören«, sagte Medwedew vorige Woche beim Turnier in Acapulco. »Hier in Mexiko aufzuwachen und die Nachrichten aus der Heimat zu sehen, war nicht einfach.«

vgl/dpa