Tennis-Turnier in New York Erst sagt Naomi Osaka wegen Polizeigewalt ab - jetzt will sie doch spielen

Es gebe aktuell wichtigere Dinge, hatte Naomi Osaka gesagt - und ihr Halbfinale in New York abgesagt. Die Veranstalter haben sie nun umgestimmt. Das Zeichen des Boykotts aber bleibt, glaubt die Spielerin.
Spielt nun doch bei der Generalprobe: Naomi Osaka

Spielt nun doch bei der Generalprobe: Naomi Osaka

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Hannah Mckay / REUTERS

Die frühere Weltranglisten-Erste Naomi Osaka wird nun doch das Halbfinale bei den Southern & Western Open in New York spielen. Das Match gegen die Belgierin Elise Mertens soll am Freitag nachgeholt werden, nachdem die Japanerin am Mittwoch zunächst ihre Teilnahme aus Protest gegen Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten zurückgezogen hatte. Die Organisatoren des von Cincinnati nach New York verlegten Turniers hatten nach Osakas Absage alle für Donnerstag geplanten Partien auf Freitag verschoben.

"Nach meiner Ankündigung von Mittwoch und längeren Gesprächen mit der WTA und dem US-Tennisverband USTA habe ich zugestimmt, am Freitag zu spielen", schrieb die 22-Jährige, die selbst schon lange in Florida lebt, in einem Statement: "Sie haben angeboten, alle Spiele zu verschieben und ich denke, das hat der Bewegung bereits viel Aufmerksamkeit gebracht." Zudem bedankte Osaka sich für die Unterstützung der WTA und bei den Organisatoren des Turniers.

In ihrem ersten Statement hatte Osaka geschrieben, dass sie "als schwarze Frau das Gefühl habe, dass es viel wichtigere Dinge gibt, die sofortige Aufmerksamkeit erfordern, als mir beim Tennisspielen zuzuschauen." Sie sei nicht davon ausgegangen, "dass etwas Drastisches passiert, wenn ich nicht spiele. Aber wenn ich in einem mehrheitlich weißen Sport eine Diskussion in Gang bringen kann, betrachte ich das als einen Schritt in die richtige Richtung."

Auslöser für Osakas Protest war der Fall Jacob Blake. Der Schwarze war am vergangenen Wochenende von einem Polizisten von hinten niedergeschossen worden. Den 29-Jährigen sollen sieben Kugeln im Rücken getroffen haben - er kämpft im Krankenhaus um sein Leben. Die Milwaukee Bucks hatten daraufhin ihr Spiel in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga boykottiert und damit im US-Sport eine Protestwelle ins Rollen gebracht.

ara/dpa
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