Tennisprofi Kyrgios Veranstalter untersuchen Rassismusvorwürfe

Die Niederlage gegen Andy Murray rückte in den Hintergrund: Nick Kyrgios soll beim Tennisturnier in Stuttgart aus dem Publikum heraus rassistisch beleidigt worden sein. Die Veranstalter wollen dem Vorwurf nachgehen.
Nick Kyrgios

Nick Kyrgios

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Tom Weller / dpa

Die von Tennisprofi Nick Kyrgios erhobenen Rassismusvorwürfe könnten ein Nachspiel haben. Die Veranstalter des ATP-Turniers am Stuttgarter Weissenhof teilten am Sonntag mit, den Vorwürfen nachzugehen. Es würden keine diskriminierenden Aussagen seitens der Zuschauer akzeptiert.

»Wir haben Nick Kyrgios und seinem Team unser Bedauern zu den Vorkommnissen zum Ausdruck gebracht und ihm versichert, dass wir ein derartiges Verhalten nicht akzeptieren. Der Vorfall wird derzeit von den Verantwortlichen untersucht«, hieß es. Die Einhaltung sportlicher Werte wie Fairness, Toleranz und Teamspirit habe oberste Priorität. Derzeit ist nicht bekannt, ob es einen konkreten Verdachtsfall gibt.

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Der Australier hatte nach seinem Halbfinal-Aus gegen Andy Murray rassistische Äußerungen des Publikums angeprangert. »Eine Sache, die ich niemals tolerieren werde, sind Zuschauer, die Athleten beschimpfen und beschimpfen. Es passiert mir persönlich schon seit einiger Zeit, von rassistischen Kommentaren bis hin zu völliger Respektlosigkeit«, schrieb der 27-Jährige auf Instagram. »Jahrelang habe ich das verdrängt, aber besonders in Indian Wells und heute in Stuttgart habe ich gemerkt, dass die Leute es für normal zu halten scheinen.«

Kyrgios hatte am Samstag gegen den zweimaligen Wimbledon-Sieger Murray 6:7 (5:7) und 2:6 verloren. Sein Verhalten sei nicht immer das Beste, aber Kommentare wie »Du kleines schwarzes Schaf« und »Halt die Klappe und spiel« seien nicht akzeptabel, schrieb er weiter.

Nach einem ausgeglichenen ersten Satz hatte Kyrgios den Tiebreak verloren, weil beim letzten Ballwechsel der Ball versprungen war. Daraufhin hatte er seinen Schläger kaputt geschlagen, dafür wurde er mit einem Punktabzug bestraft. Zu Beginn des zweiten Satzes diskutierte Kyrgios lautstark mit Teilen des Publikums und wurde dafür mit einem Spielabzug zum 0:2 belegt. Ob in dieser Phase die rassistischen Äußerungen fielen, ist nicht bekannt. »Wenn ich mich gegen die Menge wehre, werde ich bestraft. Das ist doch bescheuert«, schrieb er.

Kyrgios-Bezwinger Murray verpasste es, das Turnier zu gewinnen. Im Finale verlor er gegen den Italiener Matteo Berrettini 4:6, 7:5, 3:6.

krä/dpa
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