Tennis Kyrgios geht während des Spiels in den Kabinentrakt, um Schläger zu zertrümmern

Wer als Tennisprofi einen Schläger absichtlich zerstört, muss mit einer Strafe rechnen. Nick Kyrgios hatte eine ausgefallene Idee, um seinem Ärger über den Schiedsrichter Luft zu machen.

Nick Kyrgios erregte mit einer kuriosen Situation Aufsehen
Matthew Stockman/AFP

Nick Kyrgios erregte mit einer kuriosen Situation Aufsehen


Tennisspieler Nick Kyrgios hat in der zweiten Runde des Masters in Cincinnati für eine kuriose Satzpause gesorgt. Beim Spielstand von 1:1 gegen den Weltranglistenneunten Karen Chatschanow legte er sich vor Beginn des Entscheidungssatzes zunächst mit dem Schiedsrichter an und ging dann in den Kabinentrakt, um zwei seiner Schläger auf dem Boden zu zertrümmern.

Vor seinem Ausraster hatte Kyrgios dem Stuhlschiedsrichter vorgeworfen, die sogenannte Shot Clock zu früh gestartet zu haben. Die Shot Clock bestimmt die Zeit, in der die Spieler ihren Aufschlag gespielt haben müssen. Auf Fernsehaufnahmen ist zu hören, wie Kyrgios "jedes Mal wenn ich spiele, macht er irgendeinen dummen Mist" ruft und in Richtung des Schiedsrichters zeigt.

Im Video ist zu sehen, wie er anschließend scheinbar seelenruhig, mit einem Handtuch im Mund und zwei seiner Schläger in der Hand, in die Kabine geht und diese dort auf den Boden wirft. Danach kehrte er mit den beiden demolierten Schlägern auf den Platz zurück.

Niederlage gegen Chatschanow

Für das absichtliche Zerstören von Schlägern werden Tennisprofis ermahnt, mit Geldstrafen belegt oder gar mit Punkten für den Gegner bestraft. Ob Kyrgios einer solchen Bestrafung mit seinem ungewöhnlichen Gang in die Katakomben aus dem Weg gehen wollte, ist nicht bekannt.

Einen Punktabzug bekam Kyrgios nach seiner Rückkehr auf den Platz dennoch. Aber nicht wegen der Zerstörung seines Schlägers, sondern weil er zu lange brauchte, um einen neuen Schläger vorzubereiten. Mit 0:15 in den dritten Satz gestartet, verlor Kyrgios am Ende 7:6, 6:7, 2:6.

Schon wieder Kyrgios

Es ist nicht das erste Mal, dass Kyrgios auf der ATP-Tour negativ auffällt. Erst im Februar hatte ihn Tennisstar Rafael Nadal nach einer Niederlage fehlenden Respekt "vor der Öffentlichkeit, dem Gegner und auch vor sich selbst" vorgeworfen.

Zuvor hatte Kyrgios sich mit dem Stuhlschiedsrichter angelegt und teilweise von unten aufgeschlagen.

hba/ngo/AP



insgesamt 18 Beiträge
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biglewbowski 15.08.2019
1. Was das Thema Doping angeht,
könnte man Nadal sicher auch mal eine kritische Frage stellen. Und Kyrgios ist der Einzige, der mal für Pep auf dem Platz sorgt.
Mike.liquimoly 15.08.2019
2. Bemerkenswerte Selbstkontrolle
Da hat er aber Nerven bewiesen, den Schläger nicht sofort im Affekt zu Kleinholz bearbeitet zu haben.
multi_io 15.08.2019
3.
Zitat von Mike.liquimolyDa hat er aber Nerven bewiesen, den Schläger nicht sofort im Affekt zu Kleinholz bearbeitet zu haben.
Moderne Schläger bestehen aus Carbonfasern, nicht aus Holz.
Markus.Wohlers 15.08.2019
4. Für ein Jahr sperren
Diese Person, die so ein schlechtes Beispiel für junge Menschen ist und sich derart über seine Kollegen äußert (z.B. über die Nummer 1 Novak Djokovic) sollte meiner Meinung nach mindestens 1 Jahr gesperrt werden. In der Zeit kann er täglich meditieren.
biglewbowski 15.08.2019
5. @multi_io
Wohl nicht so richtig fit, was deutsche Redensart angeht?
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