Tennisstar Osaka entscheidet sich für japanische Staatsbürgerschaft

Die ehemalige Weltranglistenerste Noami Osaka wird zukünftig nur noch die japanische Staatsbürgerschaft führen. Dabei hatte die Tochter einer Japanerin und eines Haitianers gerade im asiatischen Land Ablehnung erfahren.

Naomi Osaka erreichte als erste asiatische Spielerin Platz eins der Einzel-Weltrangliste
HOW HWEE YOUNG/EPA-EFE/REX

Naomi Osaka erreichte als erste asiatische Spielerin Platz eins der Einzel-Weltrangliste


Tennisspielerin Naomi Osaka wird ihre US-Staatsbürgerschaft abgeben und zukünftig nur noch die japanische besitzen. Das bestätigte die Weltranglistendritte dem japanischen TV-Sender NHK.

"Es gibt mir besonderen Auftrieb, Japan bei den Olympischen Spielen zu vertreten", sagte Osaka: "Ich denke, ich werde mehr Emotion reinlegen, weil ich für den Stolz der Nation spiele."

Dass sich die zweimalige Grand-Slam-Siegerin überhaupt für nur eine Staatsbürgerschaft entscheiden muss, liegt am japanischen Recht. Dieses verlangt, dass sich Japanerinnen und Japaner mit doppelter Staatsbürgerschaft bis zu ihrem 22. Geburtstag für eine Nationalität entscheiden. Osaka wird am 16. Oktober 22.

Der Tennis-Profi wurde in der japanischen Präfektur Osaka geboren und kam im Alter von drei Jahren in die USA. Ihre Mutter ist Japanerin, ihr Vater Haitianer. Ihre Sprachkenntnisse im Japanischen sind lange nicht so gut, wie ihr Englisch. "Ich kann Japanisch viel besser verstehen, als ich es spreche", sagte sie in einem Interview mit USA Today.

Dieser Umstand führte bereits wiederholt dazu, dass sie in Japan angefeindet wurde. Nicht nur ihre Sprache ist dabei Thema, auch wegen ihres Hauttons wurde sie bereits Opfer rassistischer Äußerungen.

Am vergangenen Wochenende hatte Osaka die Weltranglistenerste Ashleigh Barty besiegt und damit die China Open gewonnen.

tip/sid

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insgesamt 4 Beiträge
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peterka60 10.10.2019
1. Ist doch klar!
Die junge Dame hat doch als Japanerin unbestritten ein Platz für Olympia auf sicher. Das wäre bei einem Entscheid für die USA anders gewesen. Da gibt es nämlich noch ein paar Topspielerinnen. Für mich ist das aber okay so.
HH-Hamburger-HH 10.10.2019
2. Völlig in Ordnung!
Frau Osaka ist in Japan geboren und hat eine japanische Mutter. Es ist deshalb mehr als glaubhaft, wenn sie versichert, sich dem land verbunden zu fühle und es als Ehre anzusehen, die "aufgehende Sonne" bei Olympia in Tokio zu repräsentieren. Vielleicht nimmt sie ja irgendwann auch einmal einen Wohnsitz in Japan. Dann wird sich auch ihr aktives Sprachvermögen schnell verbessern und auch die letzten Kritiker sollten schnell verstummen.
smartgreenrobot 10.10.2019
3. Klar wie Kloßbrühe...
Sie müssen ein ausgewiesener Tennisfachmann sein, Peter. *lol* Ein Blick auf die Weltrangliste offenbart, dass Osaka momentan an Position drei gelistet ist (vor allen anderen US-Spielerinnen). Es wäre mir neu, dass bei der Aufstellung des Olympiakaders in den USA nicht das Leistungsprinzip gilt. Aber zurück zum Thema: Ihre Entscheidung nötigt mir Respekt ab, sie wählt den härteren Weg und will sich offensichtlich die breite Anerkennung ihrer "Landsleute" erkämpfen. Verdient hätte sie diese schon längst.
Brenz66 10.10.2019
4. Ihre Entscheidung
Es ist schön, dass ein Mensch entscheiden kann, welche Nationalität Es/ Er / Sie annehmen kann. Statt dass man gleich bei der Geburt " Gestempelt" wird und "eine Nation / Land / Nationalität gehören muss .
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