Wegen unerlaubter Interviews ATP entlässt Tennis-Schiedsrichter

Die US Open finden ohne Schiedsrichter Damian Steiner statt. Der Argentinier hatte vor Wochen noch das Wimbledon-Finale geleitet, im Anschluss aber nicht genehmigte Interviews mit Ideen zu Regeländerungen gegeben.

Damian Steiner im Wimbledon-Finale zwischen Djokovic und Federer
Clive Brunskill/ Getty Images

Damian Steiner im Wimbledon-Finale zwischen Djokovic und Federer


Das Wimbledon-Finale 2019 zwischen Novak Djokovic und Roger Federer ging in die Geschichte ein. Der Serbe gewann das Spiel im Match-Tiebreak des fünften Satzes, in der Geschichte des Traditionsturniers auf Rasen gab es nie ein längeres Finale. Auf dem Schiedsrichter-Stuhl saß mit Damian Steiner erstmals in einem Grand-Slam-Finale ein Argentinier, der 44- Jährige erledigte seine Aufgabe unaufgeregt und souverän.

Wie die "New York Times" berichtet, wird Steiner in Zukunft keine Spiele mehr auf der Tour der Spielergewerkschaft ATP leiten. Steiner soll am 15. August entlassen worden sein, weil er ohne Genehmigung der ATP in seiner Heimat Interviews gegeben und damit gegen Richtlinien für Schiedsrichter verstoßen haben soll.

"Steiners Interviews waren ein direkter Verstoß gegen die geltenden Standards, wonach Offizielle im Interesse der Unparteilichkeit nicht über Matches, einzelne Spieler oder Regeln sprechen dürfen", teilte die ATP der Zeitung mit und bestätigte Steiners Entlassung.

So soll der Schiedsrichter in einem Gespräch mit dem Tennis-Podcast "3iguales" darüber nachgedacht haben, ob die Benutzung von Handtüchern zwischen den Ballwechseln eingeschränkt werden muss oder Spieler offiziell von ihren Trainer gecoacht werden sollen. Laut "New York Times" war Steiner für einen Kommentar nicht zu erreichen.

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AK_1 27.08.2019
1. Soviel zur Meinungsfreiheit
... in den Organisationen der selbst ernannten freiheitlich demokratischen Gesellschaft des Westens! Selbst regeln sie die Interviews und bei einigen Ländern bemängeln sie genau so ein Verhalten. Das wird vielen nicht passen, aber das ist die Realität.
fanBSC 27.08.2019
2. @1
in berufen gibt es sowas doch öfters. er wusste das auch und hätte dieses Beruf nicht ausüben müssen. Ich finde das Verhalten des Tennisverband sehr peinlich. war ja nicht mal was negatives...
compiler 27.08.2019
3.
Zitat von AK_1... in den Organisationen der selbst ernannten freiheitlich demokratischen Gesellschaft des Westens! Selbst regeln sie die Interviews und bei einigen Ländern bemängeln sie genau so ein Verhalten. Das wird vielen nicht passen, aber das ist die Realität.
Offensichtlich haben Sie keine Ahnung, was das Recht auf freie Meinungsäußerung bedeutet. Es bedeutet nämlich keinesfalls, dass man keine Konsequenzen zu fürchten hat, wenn man seine Meinung äußert. Es bedeutet lediglich, dass man keine Strafverfolgung zu fürchten hat. Wenn Sie öffentlich Ihren Arbeitgeben kritisieren oder Ihre Meinung zu Unternehmensbelangen aüßern, müssen Sie doch auch damit rechnen, dafür vor die Tür gesetzt zu werden. Das ändert natürlich nichts daran, dass diese Entlassung in meinen Augen deutlich überzogen ist.
AK_1 28.08.2019
4. @ compiler
Dass die Meinungsäußerung Konsequenzen haben kann, ist mir genauso klar, wie Ihnen. Aber diese Konsequenzen gibt es dann in den besagten Ländern auch, wo dann ein Aufschrei durch die Medien gibt. Da will mir einer die Bedeutung der Meinungsfreiheit erklären. Dass ich nicht lache!!!
erwins. 28.08.2019
5. @ak_1
Das scheint auch nötig zu sein, weil Sie es offensichtlich nicht verstanden haben. Im Arbeitsvertrag des Schiedsrichters gibt es garantiert eine Klausel in der steht, was er öffentlich diskutieren darf und was nicht. und das hat er unterschrieben.
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