Aufreger bei US Open Medwedew zeigt den Mittelfinger und wird ausgebuht

Daniil Medwedew war als einer der Mitfavoriten auf den Sieg in die US Open gestartet. Beliebt machte sich der Russe bei seinem Drittrundensieg aber nicht. Nun trifft er auf einen deutschen Qualifikanten.

Daniil Medwedew zeigte dem Publikum den Mittelfinger
Matthew Stockman / AFP

Daniil Medwedew zeigte dem Publikum den Mittelfinger


Einem Balljungen entriss er das Handtuch, vor Frust warf er seinen Schläger auf den Platz und zeigte dann auch noch den Mittelfinger: Der russische Tennisprofi Daniil Medwedew hat auf dem Weg ins Achtelfinale der US Open den Unmut des New Yorker Publikums auf sich gezogen. Die Nummer fünf der Welt gewann zwar 7:6 (7:1), 4:6, 7:6 (9:7), 6:4 in der dritten Runde gegen den Spanier Feliciano López, wurde während des Spiels aber ausgebuht.

Im ersten Satz hatte Medwedew einem Ballkind das ihm angebotene Handtuch rüde aus der Hand gerissen. Als er dafür eine Verwarnung vom Schiedsrichter erhielt, warf der 23-Jährige seinen Schläger auf den Court und tippte sich mit dem Mittelfinger an die Schläfe. Die Szene wurde auf den Videoleinwänden des Louis-Armstrong-Stadions gezeigt, Medwedew erntete Buhrufe der Zuschauer und hatte die Fans für den Rest der Partie gegen sich.

Nach dem Spiel im Siegerinterview reagierte der Russe trotzig. "Ich danke euch. Eure Energie hat mir den Sieg gebracht", sagte Medwedew dem Publikum unter lauten Buhrufen: "Wenn ihr heute Nacht schlafen geht, sollt ihr wissen, dass ich nur wegen euch gewonnen habe."

Anschließend ruderte Medwedew aber zurück. "Ich kann nur sagen, dass ich an mir arbeite und ich mich nächstes Mal hoffentlich bessern werde", sagte er. Bei López und dessen Coach habe er sich entschuldigt.

Jetzt wartet Dominik Köpfer

Die Turnier-Veranstalter belegten Medwedew mit einer Geldstrafe von 9000 Dollar (rund 8200 Euro). Die Strafe setzt sich aus 5000 Dollar wegen unsportlichen Verhaltens und 4000 Dollar wegen der "obszönen Geste" zusammen.

In die US Open war Medwedew mit 44 Siegen als erfolgreichster Spieler des Jahres gestartet. Im Achtelfinale trifft er auf den deutschen Qualifikanten Dominik Köpfer. Der 25-Jährige hatte in Flushing Meadows als erster deutscher Qualifikant seit 13 Jahren die dritte Runde überstanden.

ptz/sid



insgesamt 7 Beiträge
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geolino72 31.08.2019
1. Wegtreten
Warum wir so ein Rüpel nicht disqualifiziert?
takvor 31.08.2019
2. Warum?
Warum soll disqualifiziert werden, er wurde gewarnt!?
natakajw 31.08.2019
3. Es ist schwer
in diesem Sport mit Frustrationen immer weise, vernünftig und besonnen umzugehen. Deswegen drücke ich beide Augen zu. Er ist ja verwarnt worden und hat sich später reumütig entschuldigt.
jean-baptiste-perrier 31.08.2019
4. Soll Köpfer recht sein!
Für Köpfer im Achtelfinale ist das sicherlich kein Nachteil. Wenn man zusätzlich Köpfers US-Universitäts Background miteinrechnet, sollte dies für ihn ein absolutes Heimspiel als quasi "adoptierten Halb-Amerikaner" werden! Zudem spricht Köpfer american-english schon beinah besser als poliertes Hochdeutsch. Soll doch die berühmt-berüchtige New Yorker Crowd auch mal einen Nutzen für das deutsche Tennis haben. Jetzt müsste auf CNN nur noch ein gemeinsames Foto von Medvedev mit Präsident Putin auftauchen, dann hat Köpfer das Viertelfinale so gut wie sicher in der Tasche ;)
schueler79 31.08.2019
5. Ich kann mir nicht helfen
Denn obwohl ich die Aktion kindisch, nicht schlau und wenig professionell finde, so ist sie auch ehrlich und menschlich, so dass ich laut lachen musste beim Siegerinterview.
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