Viertelfinale der US Open Fünf Sätze und drei zertrümmerte Schläger – Kyrgios scheidet aus

Der Australier Nick Kyrgios verliert den Fünf-Satz-Krimi gegen den Russen Karen Chatschanow und verpasst das Halbfinale gegen den Norweger Casper Ruud. Bei den Frauen stehen Ons Jabeur und Caroline Garcia im Halbfinale.
Der Australier Nick Kyrgios hat wenig übrig für sieglose Tennisschläger

Der Australier Nick Kyrgios hat wenig übrig für sieglose Tennisschläger

Foto: MIKE SEGAR / REUTERS

Nick Kyrgios schnappte sich seine Taschen und verließ gefrustet das Arthur Ashe Stadium: Der australische Tennisstar hat bei den US Open in New York in einem Fünf-Satz-Krimi das Halbfinale verpasst.

Zwei Tage nach seinem herausragenden Sieg gegen Titelverteidiger Daniil Medwedew musste sich Kyrgios nach 3:39 Stunden dem Russen Karen Chatschanow 5:7, 6:4, 5:7, 7:6 (7:3) und 4:6 geschlagen geben. Während des Spiels ließ sich Wimbledon-Finalist Kyrgios, dem zu viele Fehler unterliefen, an der Wade behandeln.

Davor zertrümmerte er mitten im Spiel einen Schläger und brachte eine Trinkflasche mit einem Wurf auf den Court zum Platzen. Nach dem Spiel gratulierte Kyrgios zunächst seinem Gegner, bedankte sich beim Schiedsrichter – und zerstörte daraufhin noch zwei weitere Schläger auf dem Hartplatz.

»Jetzt zeigt ihr mir ja doch ein wenig Zuneigung«, sagte Chatschanow anschließend in Richtung des Publikums, das größtenteils zu Kyrgios gehalten hatte: »Ich war bereit, fünf Sätze zu laufen und zu kämpfen. Ich bin sehr stolz auf mich, ich bin von Anfang bis Ende fokussiert geblieben.«

Für Chatschanow ist es der erste Einzug in ein Grand-Slam-Halbfinale seiner Karriere. Dort trifft er auf Casper Ruud. Der Norweger wahrte mit einem hoch überzeugenden 6:1, 6:4, 7:6 (7:4) gegen den Italiener Matteo Berrettini auch seine Chance auf den Sprung an die Spitze der Weltrangliste. »Über die Nummer eins möchte ich nicht zu viel nachdenken«, sagt Ruud: »Natürlich träumt davon jeder Junge.«

Ruud muss mindestens das Finale erreichen, um an Rafael Nadal vorbeizuziehen. Sollte er dann am Sonntag auf das Toptalent Carlos Alcaraz treffen, der aber erst einmal am Mittwoch (Ortszeit) sein Viertelfinale gegen Jannik Sinner lösen muss, würde der Sieger die Spitzenposition im Ranking übernehmen. Den vierten Halbfinalisten ermitteln der Russe Andrej Rublew und Publikumsliebling Frances Tiafoe.

Ons Jabeur ist »hungrig auf mehr«

Auch bei den Frauen steht die erste Halbfinal-Paarung fest: Wimbledon-Finalistin Ons Jabeur bekommt es am Donnerstag mit Carolina Garcia zu tun. Die Französin Garcia zeigte beim 6:3, 6:4 gegen die 18 Jahre alte US-Amerikanerin Coco Gauff eine herausragende Leistung. Die Tunesierin Jabeur setzte sich 6:4, 7:6 (7:4) gegen Ajla Tomljanovic aus Australien durch, die in der dritten Runde Serena Williams aus dem Wettbewerb geworfen hatte.

Die 28 Jahre alte Tunesierin steht damit als erste Afrikanerin seit Einführung des Profitennis 1968 im Halbfinale der US Open.

»Ich habe nicht das Level gespielt, das ich für einen Sieg gebraucht hätte«, sagte Gauff, die dennoch sehr zufrieden auf das Turnier zurückblickte: »Insgesamt bin ich super stolz auf mich. Aber ich bin auch hungrig auf mehr.«

vgl/dpa/sid
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