US Open Görges vergibt Matchball und verpasst Viertelfinale

Mit Julia Görges ist die letzte deutsche Tennisspielerin bei den US Open gescheitert. Sie begann stark, zeigte dann aber gegen Donna Vekic Nerven. Auch Titelverteidigerin Naomi Osaka ist ausgeschieden.

Für Julia Görges war das Achtelfinale Endstation
Mike Stobe/AFP

Für Julia Görges war das Achtelfinale Endstation


Julia Görges hat bei den US Open den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale verpasst. Die 30-Jährige verlor gegen die Kroatin Donna Vekic 7:6 (7:5), 5:7, 3:6, obwohl ihr im zweiten Satz nur ein Punkt zum Sieg fehlte. 2017 war Görges in New York ebenfalls im Achtelfinale ausgeschieden.

Görges fand besser in die Partie, lag schnell 4:1 im ersten Satz vorn. Dann kämpfte sich Vekic zurück, zwang Görges in den Tiebreak, den die 30-Jährige konzentriert für sich entschied. Auch den zweiten Satz begann Görges rasant, brachte dann aber mit einigen Fehler ihre 23 Jahre alte Gegnerin wieder ins Spiel. Beim Stand von 5:4 vergab sie einen Matchball, Vekic schaffte das Break, den Satzausgleich - und nach 2:42 Stunden mit dem verwandelten ersten Matchball den Einzug ins Viertelfinale.

Dabei schien Görges nach einem schlechten Start in das Jahr 2019 und dem Trainerwechsel zu Sebastian Sachs an die Erfolge aus dem Vorjahr anknüpfen zu können, als sie mit dem Halbfinaleinzug in Wimbledon ihr bestes Grand-Slam-Ergebnis erzielte. In New York musste sie in der ersten Runde einen Matchball abwehren, drehte dann aber noch die Partie. In der dritten Runde warf sie die hoch eingeschätzte Kiki Bertens klar in zwei Sätzen raus. Im Achtelfinale war es nun Vekic, die einen Matchball abwehren konnte, und dann den Kampf für sich entschied - ihr erster Erfolg gegen Görges im vierten Aufeinandertreffen.

"Ich habe keine Ahnung, wie ich dieses Match gewonnen habe. Ich habe einfach weiter an mich geglaubt", sagte Vekic im Anschluss.

Belinda Bencic steht im Viertelfinale
AFP

Belinda Bencic steht im Viertelfinale

Im Viertelfinale trifft Vekic nun auf die Schweizerin Belinda Bencic, die etwas überraschend gegen Titelverteidigerin Naomi Osaka aus Japan 7:5, 6:4 gewann. Bencic steht damit zum zweiten Mal nach 2014 (ebenfalls bei den US Open) in einem Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Gleichzeitig baute sie eine Bestmarke aus: Der Sieg gegen Osaka war in diesem Jahr bereits ihr sechster gegen eine Top-Fünf-Spielerin, dies ist keiner anderen Spielerin gelungen.

sak/dpa/sid



insgesamt 15 Beiträge
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biglewbowski 02.09.2019
1. Unfassbar amateurhaft
Darf man das sagen? Mir 30 sollte man in kritischen Situationen nicht völlig wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Drei(!) Doppelfehler in einem Spiel. Und bei dem Aufschlagpotenzial den Matchball nicht zu nutzen, ist eigentlich nicht zu verzeihen. Grottenschlecht.
jean-baptiste-perrier 02.09.2019
2. Wer nicht gewinnen will, wird nicht gezwungen!
biglewbowski hat geschrieben: "Unfassbar amateurhaft - Darf man das sagen? - - - - - Zitat Ende - - - - - Ja, Dude man darf und muss das heute sogar sagen. Görges hat das Match aktiv verloren. Vekic hat das Match nicht aktiv gewonnen, sondern es wurde ihr von Görges mit Schleife drum geschenkt. Ich hab jetzt noch kein Interview oder die PK von Jule Görges nach dem Match gehört. Ich fürchte Donna Vekic hat in Görges Phantasie sehr stark gespielt. Nee, so eine Niederlage wie heute hat nichts mit Tennis zu tun. Das ist eindeutig ein Fall für einen Sportpsychologen. Tut mir leid, wenn das sehr hart klingt, aber man sollte Görges nicht weiter in Watte packen. Eine Vekic in der Form von heute muss eine Görges klar in zwei Sätzen schlagen. Und es stand ja auch zweimal 5:3 für Görges. Im ersten Satz der Tiebreak war ja Not gegen Elend. Den hatte keine von den beiden verdient zu gewinnen. Parallel bei Osaka gegen Bencic waren auch Nerven mit im Spiel. Aber eben alles im nachvollziehbaren Rahmen. Bencic hat heute schlicht besseres Tennis gespielt als Osaka. Das war ein Tennis-Match und kein zweiköpfiges Therapie-Treffen wie bei Görges und Vekic.
telarien 02.09.2019
3. Respekt
Ja, Poster 1+2 haben sicher Recht. Görges hat beim Serving for Match keine ersten Aufschläge gehabt, Doppelfehler gemacht, danach war das Spiel im höheren Sinne verloren. Verkic hatte schon vorher sehr viel,Glück nicht schon den zweiten Satz deutlich zu verlieren. Das ist schade, passiert aber. Was mich aber massiv stört, ist die Wortwahl. Der Respekt für die Leistung von Görges. Vor zig tausend Zuschauern bei einer großen Chance im Hexenkessel New York. Da ist es vom Sofa aus leicht amateurhaft zu rufen. Und billig!
search_for_truth 02.09.2019
4. Naja,
Görges hat halt das Nervenflattern bekommen, als es um den Sieg in einer wichtigen Partie ging. Das ist normal, - und wird mit zunehmendem Alter kaum jemals besser. Da fällt einem schon mal fast der Schläger aus der Hand. Wer selbst einmal Tennis gespielt hat, kennt das Phänomen beim Matchball. Insbesondere, wenn der Gegner "formal" als "besser" gilt oder das Turnier/das Punktspiel sehr wichtig ist. Entweder man riskiert viel und macht den Fehler, oder man spielt passiv und wird abgeschossen.
biglewbowski 02.09.2019
5. @telarien
Wir spielen auch nicht seit 15 Jahren Profitennis wie Görges. Vor großer Bühne spielen ist eine dazugehörende Banalität im Profizirkus und keine Besonderheit. Wem so die Muffe geht, braucht dringend etwas anderes im Trainerstab. Natürlich hat Görges bis dahin teilweise gut gespielt, aber sich so mutwillig selbst zur Strecke zu bringen, dass habe ich selbst im Damentennis selten erlebt. Für mich persönlich wiegt so eine Niederlage viel schwerer, als die ganzen Erstrundenpleiten von AK. Daran hat man sich fast gewöhnt. Wenn AK allerdings so weit gekommen wäre, hätte sie sich nicht selbst in diesem Maße zugrunde gerichtet.
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