US Open Topspielerinnen kritisieren unterschiedliche Bälle für Männer und Frauen als »unzeitgemäß«

Vor Turnierstart haben Iga Świątek und Paula Badosa die unterschiedlichen Bälle für Männer und Frauen kritisiert. Die leichteren Bälle des Frauenturniers würden »wie verrückt fliegen«. Die Regelung gilt exklusiv bei den US Open.

Die Spanierin Paula Badosa signiert übergroße Werbebälle für Fans bei den US Open

Die Spanierin Paula Badosa signiert übergroße Werbebälle für Fans bei den US Open

Foto: CJ GUNTHER / EPA

Kurz vor dem Start der US Open ist die Debatte über die für Männer und Frauen unterschiedlichen Spielbälle wieder aufgekommen. Die Weltranglistenvierte Paula Badosa nannte das Flugverhalten der im Frauenturnier eingesetzten leichteren Bälle »entsetzlich« und postete dazu ein Vergleichsfoto der eingesetzten Wilson Regular Duty für Frauen und der schwereren Wilson Extra Duty für Männer auf Instagram.

Sie betonte, dass sogar auf der Verpackung der Bälle stehe, dass nur die im Herrenturnier eingesetzten Bälle für Hartplätze gedacht seien, die leichten Bälle des Frauenturniers aber für Asche- und Hallenböden.

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Ähnlich hatte zuvor bereits die Weltranglistenerste Świątek argumentiert. »Ich habe viele Spielerinnen gehört, die sich darüber beschwert haben, weil wir andere Bälle haben als die Männer«, sagte die 21-Jährige kürzlich. Die Bälle der Frauen würden aufgrund der Eigenschaften »wie verrückt fliegen«. Das sei angesichts der körperlichen Entwicklung im Damentennis nicht mehr zeitgemäß. »Wir haben heute ein wirklich kräftiges Spiel. Es ist nicht mehr so wie vor zehn Jahren«, sagte die Polin.

Der Spielball bei den Frauen während der US Open ist etwas weniger flauschig, dafür durch ein engeres Gewebe an der Ballnaht aber aerodynamischer. »Der Damenball spielt sich etwas leichter, liegt weniger schwer auf dem Schläger und fliegt etwas leichter durch die Luft«, sagte Christopher Kas, Trainer der Wimbledon-Viertelfinalistin Jule Niemeier, der ARD-»Sportschau«: »Dadurch haben Spielerinnen ab und zu das Gefühl, dass der Ball sich schwieriger kontrollieren lässt.« Problematisch ist zudem, dass der beim Frauenturnier eingesetzte Wilson Regular Duty in Europa nicht zu erwerben ist und somit nicht im Training eingesetzt werden kann.

Ex-Profi Corretja springt Topspielerinnen zur Seite

Auch der frühere spanische Tennisprofi Alex Corretja hat den Topspielerinnen wie Świątek oder Badosa, die die Regelung beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres als nicht mehr zeitgemäß kritisierten, den Rücken gestärkt. Die Spielerinnen würden heutzutage »so hart schlagen, dass sie etwas mehr Kontrolle brauchen«, sagte Corretja bei Eurosport: »Als Spieler muss man ein Spielgefühl haben. Ich denke, sie sollten in Betracht ziehen, dass sie vielleicht für die nächste Saison einfach mit demselben Ball spielen.« Es ergebe »keinen Sinn, unterschiedliche Bälle zu haben«.

Bei den drei anderen Grand-Slam-Turnieren spielen Männer und Frauen mit denselben Bällen. Die US Open starten heute, um 19 Uhr Ortszeit spielt (1 Uhr, Eurosport) Serena Williams bei ihrem letzten Turnier das Auftaktmatch gegen die Montenegrinerin Danka Kovinić.

vgl/dpa
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