US Open Nadal gegen Medwedew - Generationenduell im Finale

Endlich ein Neuer im Endspiel: Shootingstar Daniil Medwedew fordert Altmeister Rafael Nadal. Für den Spanier ist es das fünfte Finale in New York, für seinen Gegner ist es eine weitere Premiere.

Rafael Nadal musste sogar zwei Satzbälle abwehren
Charles Krupa/AP

Rafael Nadal musste sogar zwei Satzbälle abwehren


Rafael Nadal und Daniil Medwedew stehen bei den US Open im Endspiel. Der dreimalige New-York-Champion Nadal gewann sein Halbfinale gegen den Italiener Matteo Berrettini mit 7:6 (8:6), 6:4, 6:1 und steht damit zum fünften Mal in Flushing Meadows im Finale. Medwedew setzte sich zuvor gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow mit 7:6 (7:5), 6:4, 6:3 durch und spielt erstmals bei einem der vier Grand-Slam-Turniere in einem Endspiel.

"Der erste Satz war ein bisschen frustrierend, weil ich so viele Breakchancen nicht genutzt habe. Aber ich habe den Tiebreak überlebt und nach dem Break im zweiten Satz wurde es dann einfacher", sagte Nadal.

Nadal ist der letzte der sogenannten großen Drei, der in New York noch dabei ist. Roger Federer war zuvor im Viertelfinale, Novak Djokovic ist verletzt im Achtelfinale ausgeschieden. Die Gelegenheit, seinen insgesamt 19. Grand-Slam-Titel zu gewinnen, ist für Nadal damit groß.

Erster Grand-Slam-Finalist der neuen Generation

Und doch: Die neue Generation setzt die großen Drei immer mehr unter Druck und stellt mit Medwedew nun auch den ersten Finalisten bei einem Grand-Slam-Turnier. Neben Medwedew gehören auch Alexander Zverev oder der Grieche Stefanos Tsitsipas zu den Hoffnungen für die Zukunft. Aber im Moment ist Medwedew am weitesten. "Er spielt das beste Tennis auf der Tour in diesem Sommer", sagte Nadal über seinen Finalgegner.

Vor den US Open hatte der 23-Jährige in Washington und Montreal jeweils das Finale erreicht und in Cincinnati sogar gewonnen. Kein Spieler hat in diesem Jahr mehr Matches für sich entschieden als Medwedew, der 50 Mal den Platz als Sieger verließ. In New York hatte Medwedew zwar zunächst das Publikum gegen sich aufgebracht, scheint aber pünktlich zum Finale am Sonntag wieder versöhnt mit dem Fans.

Wird sich im Finale erneut strecken müssen: Daniil Medwedew
Charles Krupa/AP

Wird sich im Finale erneut strecken müssen: Daniil Medwedew

Während es für Medwedew die Premiere in einem ganz großen Endspiel ist, steht Nadal zum 27. Mal in Melbourne, Paris, Wimbledon oder New York im Finale. 18 dieser Partien hat er gewonnen. Der letzte Grand-Slam-Sieger, der nicht Djokovic, Federer oder Nadal hieß, war Stan Wawrinka 2016 in New York. In den folgenden elf Grand-Slam-Turnieren kam der Gewinner immer aus dem Kreis der drei Spieler, die das Welttennis seit Jahren dominieren.

Medwedew weiß um die Aufgabe, die ihm nun bevorsteht: "Er ist einer der größten Champions in der Geschichte unseres Sports. Er ist eine Maschine, ein Biest auf dem Platz. Die Energie, die er zeigt, ist unglaublich."

Auch bei den Frauen fordert der Nachwuchs die Elite

Im ersten Einzelfinale in New York treffen an diesem Samstag (22 Uhr MESZ, Liveticker SPIEGEL, TV: Eurosport) die 37 Jahre alte Topfavoritin Serena Williams und die 19 Jahre alte Senkrechtstarterin Bianca Andreescu aufeinander. Dabei strebt Williams ihren 24. Grand-Slam-Titel an, womit sie mit der Australierin Margaret Court gleichziehen würde.

sak/dpa



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jesse01 07.09.2019
1. eng wie vermutet
berretini hat Nadal wie vermutet alles abverlangt ! zumindest in Satz 1,2. gegen Medvedev wird es für Nadal nun richtig schwer. aber dank seiner Erfahrung wird er das finale in vier Sätzen gewinnen. und nächstes Jahr den GS Rekord von Federer einstellen bzw überholen. Jean Baptist, wo sind sie ?? das Forum erwartet ihre herrlichen Analysen. aber bitte nicht wieder revolutionäre Vorschläge wie nach dem Zverev Match letzte Woche. aus dem tennis soll kein Boxkampf werden.
jean-baptiste-perrier 07.09.2019
2. Opa erzählt aus der guten alten Zeit!
jesse01 hat geschrieben: "aber bitte nicht wieder revolutionäre Vorschläge wie nach dem Zverev Match letzte Woche. aus dem tennis soll kein Boxkampf werden." - - - - -Zitat Ende - - - - - Ich weiß, ich schreib hier im Forum oft zuviel. Deshalb kann man da leicht den Überblick verlieren. Mit Zverev hatte "Der Kampf des Jahrhunderts" jedoch nichts zu tun. Der Vorschlag bezog sich einzig auf das Achtelfinale Medvedev gegen Koepfer. Das eben auch eine Night Session verdient gehabt hätte. Da habe ich meiner Phantasie freien Lauf gelassen. Obwohl den Einsatz von Musik aus Rocky I hat es bei Tennis-Duellen tatsächlich gegeben. Zwischen 1990 und 1999 gab es den Grand Slam Cup in München. Dort spielte zumindest zeitweise eine Kapelle live Musik. Die Spieler betraten den Platz indem sie zwischen den Zuschauern auf den Tribünen nach unten liefen. Und dies wurde dann von der Kapelle live mit dem Intro aus "I gonna fly now" (Rocky I) untermalt. Jedoch mit mehr Schmackes als im Original und volle Kanne Blas-Instrumente. Die älteren Semester werden sich jetzt vielleicht wieder erinnern, da sowohl Becker als auch Stich das Ding mal gewannen. Belag? Genau, damals spielte man noch auf Teppich. Deshalb dominierten dort die besten Serve-And-Volley Spieler.
jean-baptiste-perrier 07.09.2019
3. Vor dem Finale
Medvedev und Nadal stehen im Finale. Ich hatte während der Viertelfinale (nach dem K.O. von Federer gegen Dimitrov) ja schon geschrieben, dass die beiden für mich die Favoriten sind. Und so ist es dann nun eben auch gekommen. Dimitrov sicherlich ein toller Tennis-Spieler. Berrettini sicherlich ein toller Tennis-Spieler. Doch Medvedev und Nadal haben einfach in den entscheidenen Momenten die besseren Nerven bewiesen. Darauf kommt es besonders an, wenn man die ganz großen Titel gewinnen will. Die besseren Nerven haben ja auch bei den Damen letztlich den Ausschlag gegeben. Bencic mit mehr Breakbällen als Andreescu, jedoch zu aufgeregt und unpräzise während dieser Big Points. Gut, Nadal hatte gegen Berrettini auch zig Breakchancen im ersten Satz die er nicht nutzen konnte (weil Berrettini dann sehr stark spielte!) Dann lag Nadal sogar im Tiebreak 0:4 hinten. Und genau dann sah man den Unterschied: Berrettini wurde dann doch nervös und Nadal spielte nervenstärker. Jetzt vor dem Finale lehne ich mich mal ganz weit aus dem Fenster und sage der Außenseiter gewinnt. Also Nadal! Drei Argumente pro Nadal: Erstens die größere Erfahrung. Zweitens die bessere Fitness. Drittens seine Geschwindigkeit auf dem Platz! Wobei man sich natürlich schon immer fragt, wieso Nadal selbst in fünf Sätzen so gut wie nie Anzeichen von Müdigkeit zeigt und bis zum Ende mit dem gleichen hohen Speed über den Platz wieselt. Es war der Radsportler Miguel Indurain der mit seinen 5 Siegen in Serie bei der Tour de France 1991 bis 1995 das Zeitalter der großen Erfolge spanischer Sportler in diversen Sportarten einläutete. Oder lässt sich das als Spätfolge des Endes der Franco-Diktatur erklären?
jesse01 07.09.2019
4. sehr schoen und originell
danke Jean Baptist. wieder sehr funny. freuen wir uns alle aufs Herrenfinale ! Zverev und der Boxkampf war mein fehler, sie haben Recht ! hab's verwechselt.
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