US Open Williams spaziert ins Finale - und trifft dort auf die Geheimfavoritin

Serena Williams ist noch einen Sieg von ihrem siebten US-Open-Titel entfernt. Im Halbfinale ließ sie Jelena Switolina keine Chance. Im Endspiel gegen Bianca Andreescu könnte sie diverse Rekorde brechen.

Serena Williams steht zum zehnten Mal im Finale der US Open
Charles Krupa / AP

Serena Williams steht zum zehnten Mal im Finale der US Open


Serena Williams steht zum zehnten Mal im Endspiel der US Open und ist nur noch einen Sieg von ihrem 24. Grand-Slam-Titel entfernt. Die 37-Jährige besiegte im Halbfinale die Ukrainerin Jelena Switolina glatt 6:3, 6:1. Im Finale trifft Williams auf Bianca Andreescu aus Kanada, die sich ebenfalls in zwei Sätzen gegen Belinda Bencic durchsetzte.

Williams hatte in einer einseitigen Partie im Arthur Ashe Stadium nur zu Beginn ein paar Probleme mit Switolina. Allerdings konnte die Ukrainerin keinen ihrer sechs Breakbälle im ersten Durchgang nutzen. Nach 41 Minuten ging der erste Satz an die Amerikanerin.

Im zweiten Satz gelang Williams erneut ein schnelles Break zum 2:1. Danach gab sie kein Spiel mehr ab. 2018 stand Williams auch im Endspiel und verlor in einer denkwürdigen Partie gegen die Japanerin Naomi Osaka. Gegen Ende der Begegnung legte sich Williams mit dem Schiedsrichter an und bekam letztlich wegen unerlaubten Coachings und Beleidigung ein Spiel abgezogen.

"Es wirkt echt verrückt, dass ich in einem weiteren Finale stehe. Aber ich erwarte eigentlich auch nicht viel weniger", sagte Williams, die mit ihrem 101. Sieg in Flushing Meadows die Bestmarke ihrer Landsfrau Chris Evert einstellte.

Chance auf mehrere Rekorde

Für Williams ist es seit der Geburt ihrer Tochter Alexis Olympia im September 2017 die vierte Chance, den Rekord der Australierin Margaret Court von 24 Major-Titeln einzustellen. Neben der Finalniederlage gegen Osaka musste sie sich in Wimbledon jeweils Angelique Kerber und Simona Halep im Endspiel geschlagen geben. Auch ein siebter Sieg bei den US Open wäre eine neue Bestmarke. Mit sechs Titeln teilt Williams sich den Rekord aktuell mit Evert.

Einige Bestmarken hat die 37-Jährige mit ihrer Finalteilnahme schon aufgestellt. Zwischen ihrem ersten Major-Endspiel 1999, das sie ebenfalls in New York gegen die Schweizerin Martina Hingis gewann, und dem Finale am Samstag liegen 19 Jahre und 362 Tage. Das ist die größte Zeitspanne zwischen der ersten und der jüngsten Finalteilnahme bei Grand Slams im Damen-Tennis. Gleichzeitig ist Williams die älteste Finalteilnehmerin in der Ära des Profitennis.

Erstes Grand-Slam-Finale für Andreescu

Die Kanadierin Andreescu zog durch ein 7:6 (7:3), 7:5 gegen Bencic in ihr erstes Grand-Slam-Endspiel ein. Die 22 Jahre alte Bencic war im ersten Durchgang gegen Andreescu die bessere Spielerin, nutzte ihre Chancen aber nicht. Andreescu wehrte sechs Breakchancen und einen Satzball ab. Im zweiten Satz brachte Bencic in ihrem ersten Major-Halbfinale eine 5:2-Führung nicht über die Runden, Andreescu gewann fünf Spiele in Folge und beendete die Partie nach 2:13 Stunden mit ihrem dritten Matchball.

Im vergangenen Jahr war die 19-Jährige noch in der ersten Qualifikationsrunde gescheitert. Bei ihrem Hauptfeld-Debüt in New York erreicht sie nun als erst zweite Kanadierin überhaupt ein Major-Finale und gehört einem Kreis von nur sechs Spielerinnen an, die binnen ihrer ersten vier Grand-Slam-Teilnahmen bereits das Endspiel erreichten. Bei einem Erfolg gegen Williams wäre Andreescu außerdem die erste Kanadierin, die ein Grand-Slam-Turnier in der Einzelkonkurrenz gewinnt.

"Das fühlt sich nicht real an", sagte Andreescu: "Es ist ein Traum, der wahr wird, gegen Serena im Finale der US Open zu spielen. Es ist verrückt."

Nach dem Sieg beim Turnier in Toronto, wo sie im Finale von einer verletzungsbedingten Aufgabe von Williams profitierte, war es der 13. Sieg in Folge für Andreescu.

svs/dpa/sid



insgesamt 3 Beiträge
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dernameistprogramm 06.09.2019
1. Drücke ihr ganz fest die Daumen und wünsche ihr
alles, alles Gute!
tomdooley 06.09.2019
2. Ich drücke
Bianca Andreescu ganz fest die Daumen und wünsche ihr alles, alles Gute!
jean-baptiste-perrier 06.09.2019
3. Ich drücke
der Schiedsrichterin / dem Schiedsrichter ganz fest die Daumen und wünsche ihr / ihm alles, alles Gute! - Moment mal, ist euch auch schon aufgefallen, dass bei Matches von Serena Williams nur noch Schiedsrichterinnen (also überhaupt keine Männer mehr) eingesetzt werden? Carlos Ramos wird ja ganz offen offiziell verkündet bei Serena nicht mehr eingesetzt. Wobei das auch schon extrem fragwürdig ist. Bloß weil er letztes Jahr die Regeln angewendet hat. Aber jetzt auch alle anderen Schiedsrichter quasi in Sippenhaft zu nehmen, ist noch absurder. Oder ist die Idee dahinter, dass Serena dann zumindest keine Vorwürfe in Richtung angeblicher Frauen-Diskriminierung auf dem Platz mehr vorbringen kann? Eine Spielererin rastet zum wiederholten Mal aus und wird dafür auch noch belohnt indem man ihr nur noch handverlesene und von ihr akzeptierte Schiedsrichterinnen zuschustert. Man könnte fast glauben, dass Serena Williams die WTA gehört.
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