Wimbledon Aktivisten mit Peng-Shuai-Shirts müssen sich Kontrolle unterziehen

Der Fall Peng Shuai sorgt weiter für Nervosität in der Tenniswelt. Beim Turnier in Wimbledon wurden Rucksäcke von Besuchern durchsucht, die mit »Where is Peng Shuai?«-Shirts an die chinesische Spielerin erinnern wollten.
Will Hoyles, Caleb Comton und Jason Leith mit »Where is Peng Shuai?«-Shirts in Wimbledon

Will Hoyles, Caleb Comton und Jason Leith mit »Where is Peng Shuai?«-Shirts in Wimbledon

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Rebecca Speare-Cole / AP

Aktivisten mit T-Shirts zur Unterstützung der chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai sind beim Besuch des Rasenklassikers in Wimbledon kurzzeitig von Sicherheitspersonal gestoppt worden.

Sie mussten am Montag den Inhalt ihrer Rucksäcke kontrollieren lassen, wie unter anderen die Nachrichtenagentur AP berichtete. Sie seien gefragt worden: »Plant ihr irgendwelche direkten Proteste? Plant ihr, Dinge zu stören?«, sagte Jason Leith von der Organisation Free Tibet.

Nach der Durchsuchung durfte das Quartett weiter mit den Shirts über die Anlage.

Vergangenes Jahr wurde Leith in Griechenland verhaftet, weil er eine Olympische-Flammen-Zeremonie gestört hatte. Die Flamme war im Vorfeld der diesjährigen Olympischen Winterspiele in Peking nach China unterwegs.

Peng Shuai bei den Australian Open 2020

Peng Shuai bei den Australian Open 2020

Foto: Andy Brownbill / AP

»Wir können bestätigen, dass vier Gäste heute von der Security angesprochen wurden, während sie außerhalb von Court 1 gegangen sind«, teilten die Wimbledon-Organisatoren mit. »Sie genießen nun den Tag bei uns und können weiter ihre T-Shirts tragen. Wie viele in der Tennis-Gemeinschaft und vielen Menschen auf der Welt bleiben wir sehr besorgt um Peng Shuai und wir unterstützen weiter die Bemühungen der WTA.«

Nach Angaben von Leith wurden sie allerdings gebeten, nicht mit anderen Turniergästen über Peng zu sprechen.

Keine Frauenturniere in China

Pengs Fall hatte für viel Aufsehen gesorgt, nachdem sie im vergangenen November im sozialen Netzwerk Weibo einem hochrangigen chinesischen Politiker mutmaßlich sexuellen Missbrauch vorgeworfen hatte. Der Post wurde bald danach gelöscht. Auch hatte die staatliche Zensur jede Debatte im chinesischen Internet darüber geblockt. Seither äußerten Sportler, Politiker und Menschenrechtsaktivisten ihre Sorge.

Peng hatte später bestritten, die Vorwürfe erhoben zu haben. Während der Olympischen Winterspiele in Peking im Februar hatte sie sich mit IOC-Präsident Thomas Bach zu einem Gespräch getroffen. Peng hat zwei Grand-Slam-Turniere im Doppel gewonnen, darunter 2013 in Wimbledon. Die Frauentennis-Profiorganisation WTA hat wegen der Situation um Peng alle Turniere in China abgesagt.

mfu/dpa
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