Deutsches Duell in Wimbledon Maria gewinnt gegen Niemeier und steht im Halbfinale

Sie lieferten sich einen Kampf über drei Sätze: Im deutschen Duell gegen Debütantin Jule Niemeier hat die 34-jährige Tatjana Maria den Einzug ins Halbfinale geschafft – es ist der größte Erfolg ihrer Karriere.
Tatjana Maria und Jule Niemeier (v.l.) umarmen sich nach der Partie

Tatjana Maria und Jule Niemeier (v.l.) umarmen sich nach der Partie

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IMAGO/Juergen Hasenkopf / IMAGO/Hasenkopf

Tatjana Maria ließ den Schläger fallen, schlug die Hände vor den Mund, und als sie Jule Niemeier am Netz in den Arm fiel, kamen ihr die Freudentränen. Die 34-Jährige hat das deutsche Duell in Wimbledon gegen Debütantin Jule Niemeier gewonnen und spielt am Donnerstag um den Einzug ins Endspiel. Maria setzte sich im Viertelfinale gegen die zwölf Jahre jüngere Dortmunderin 4:6, 6:2, 7:5 durch.

In der nächsten Runde trifft Maria nun auf die Weltranglisten-Zweite Ons Jabeur aus Tunesien, die die tschechische Außenseiterin Marie Bouzkova 3:6, 6:1, 6:1 bezwang.

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Maria war bislang nie über die dritte Runde eines Grand Slams hinausgekommen, Niemeier spielte ihr zweites Majorturnier nach den French Open, in Paris verlor sie in ihrem Auftaktmatch. Beide spielten das erste deutsche Viertelfinale in Wimbledon nach Angelique Kerber und Sabine Lisicki 2012.

Niemeier galt zu Beginn als leichte Favoritin, mit ihrer kräftigen Vorhand setzte sie Maria früh unter Druck und nahm der Gegnerin direkt den Aufschlag ab. Als beste Returnspielerin des bisherigen Turniers hatte Niemeier schon zuvor in mehr als der Hälfte der Fälle ein Break geschafft.

Mit Angriffslust attackierte auch Maria am Netz und kämpfte sich langsam in die Partie. Beide Spielerinnen blieben im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs stabil bei eigenem Aufschlag. Niemeier sicherte sich nach nur 43 Minuten durch einen Returnfehler von Maria den Auftaktsatz.

Kampf über zwei Stunden und 17 Minuten

Und Niemeier blieb dran. Vier Breakbälle erarbeitete sie sich im ersten Aufschlagspiel Marias – und schaffte per perfekt platziertem Rückhand-Passierball das 1:0. Mehrfach hatte sich Maria in diesem Turnier aus ausweglosen Situationen befreit und zeigte erneut ihre Comeback-Qualitäten.

Tatjana Maria während ihres größten Karriereerfolgs

Tatjana Maria während ihres größten Karriereerfolgs

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Per Volley im Knien schaffte sie den Ausgleich. Auch unterstützt von mehreren Doppelfehlern und leichten Patzern Niemeiers übernahm sie das Kommando, führte schnell 4:1. Der Satzball geriet spektakulär: Niemeier schlug den Ball im Rückwärtslaufen durch die Beine, Maria verwandelte per Volley.

Es wurde ein Krimi: Niemeier breakte im entscheidenden Satz zum 3:2, blieb aber zu passiv und musste nach einem leichten Volleyfehler das 4:4 hinnehmen. Plötzlich war Maria wieder obenauf, zwei Punkte fehlten zum Matchgewinn, Niemeier blieb nervenstark und trieb das Publikum an. Nach einem umkämpften Ball beim Stand von 5:5 mit besserem Ende für Maria erhoben sich zahlreiche Fans – und bejubelten wenig später die Siegerin.

ngo/dpa
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