Wimbledon Turnierüberraschung Niemeier zieht ins Achtelfinale ein

Ihr Sieg gegen die Weltranglistendritte Kontaveit galt als Sensation, jetzt bezwang die deutsche Wimbledon-Debütantin Jule Niemeier bei dem Turnier auch die Ukrainierin Zurenko – und hat gute Chancen im Achtelfinale.
Jule Niemeier: »Ich liebe es, auf Rasen zu spielen. Das passt zu meinem Spiel«

Jule Niemeier: »Ich liebe es, auf Rasen zu spielen. Das passt zu meinem Spiel«

Foto: IMAGO/Paul Zimmer

Jule Niemeier setzte ihre Erfolgsserie beim Rasenklassiker in Wimbledon fort und erreichte erstmals das Achtelfinale. Die deutsche Tennishoffnung bezwang am Freitag die Ukrainerin Lessia Zurenko 6:4, 3:6, 6:3 und bestätigte ihren vorigen Erfolg gegen die Weltranglistendritte Anett Kontaveit aus Estland.

Nach dem Spiel ließ Niemeier entkräftet ihren Schläger fallen und vergrub das Gesicht in beiden Händen. Beinahe so wie bei ihrem Überraschungssieg am Mittwoch, mit dem sie triumphal ins Rampenlicht der Tennisbühne Wimbledon getreten war.

In einem Break-Festival nahmen sich beide Spielerinnen insgesamt 21-mal den Aufschlag ab. Nach 2:04 Stunden verwandelte Niemeier durch einen Rückhandfehler ihrer Gegnerin den ersten Matchball. Statt im zweitgrößten Stadion auf Court 1 spielte Niemeier auf Außenplatz 18, bei windigen Bedingungen kam die Weltranglisten-97. immer besser zurecht, glich zum 3:3 aus. Mit ihrer Vorhand und Stoppbällen dominierte Niemeier zunächst die Partie. Ein Fehler von Zurenko besiegelte nach 49 Minuten den Gewinn des ersten Satzes.

Niemeier nutzte seltene Schwächen Zurenkos

Das Erfolgserlebnis sorgte aber nicht für Konstanz. Erneut musste Niemeier zwei Aufschlagverluste nacheinander hinnehmen, erneut stand es 0:3. Zwar konnte sie wie im ersten Satz wieder ausgleichen, die Sicherheit kehrte aber nicht zurück. Zurenko attackierte vor allem den zweiten Aufschlag und holte sich den Durchgang nach einem missglückten Schlag Niemeiers am Netz.

Zum Auftakt des dritten Satzes gab es fünf Breaks in Serie, etwas ungläubig schmunzelnd ging Niemeier beim 3:2 zur Bank. Mit einem Volley holte sich die Dortmunderin den ersten Aufschlaggewinn des Durchgangs und hielt den Zeigefinger an ihre Schläfe. Mit Köpfchen brachte Niemeier das Match nach Hause.

Für den größten Erfolg ihrer Karriere kassiert sie umgerechnet 219.000 Euro. Niemeier trifft nun auf Heather Watson aus Großbritannien (Nummer 109 der Weltrangliste) oder die Slowenin Kaja Juvan (Nummer 62). Beide sind wie Niemeier ungesetzt.

vgl/dpa/sid
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