Wimbledon Zverev scheitert im Achtelfinale an 20-jährigem Auger-Aliassime

Félix Auger-Aliassime gilt als großes Tennistalent – und als Rasenspezialist. Das wurde Alexander Zverev nun in Wimbledon zum Verhängnis, obwohl sich der Deutsche nach einem Zweisatzrückstand noch zurückgekämpft hatte.
Für Alexander Zverev ist im Achtelfinale in Wimbledon Schluss

Für Alexander Zverev ist im Achtelfinale in Wimbledon Schluss

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Der deutsche Tennisprofi Alexander Zverev ist beim Grand Slam in Wimbledon im Achtelfinale gescheitert. Der Weltranglistensechste verlor gegen den 20 Jahre alten Kanadier Félix Auger-Aliassime über fünf Sätze 4:6, 6:7 (6:8), 6:3, 6:3, 4:6. Damit wartet Zverev weiter auf seinen ersten Majorsieg, bisher hatte er einmal das Finale der US Open erreicht, dort aber verloren. Für Auger-Aliassime ist es der erste Viertelfinaleinzug bei einem Grand Slam.

In den ersten beiden Sätzen versagte vor allem Zverevs zweiter Aufschlag, in beiden Durchgängen servierte er insgesamt zwölf Doppelfehler – dem standen 24 Winner gegenüber. Auger-Aliassime, der als Rasenspezialist gilt, machte es dem Deutschen aber auch schwer, agierte kreativer und spielte wiederholt kluge Slice-Bälle mit der Rückhand, mit denen er seine Punkte vorbereitete. Den Tiebreak entschied erneut Zverevs Schwäche beim zweiten Aufschlag.

Spielte herausragendes Rasentennis: Félix Auger-Aliassime

Spielte herausragendes Rasentennis: Félix Auger-Aliassime

Foto: BEN STANSALL / AFP

Der dritte Satz drohte für Zverev in einer Katastrophe zu enden. Beim Stand von 2:2 rutschte der gebürtige Hamburger auf dem viel kritisierten Rasen in Wimbledon weg, dabei streckte sein Knie durch. Zverev blieb zunächst auf dem Boden liegen und legte den Arm vor das Gesicht, nach einer kurzen Pause konnte er jedoch weitermachen.

Und plötzlich lief es für Zverev: Das folgende Aufschlagspiel gewann er zu null, danach breakte er Auger-Aliassime, der immer mehr mit sich zu kämpfen schien. Zwar blieben die Probleme beim zweiten Aufschlag, weil er im gesamten dritten Satz aber nur dreimal den Umweg nach dem sonst starken ersten Service gehen musste, waren die zwei Doppelfehler zu verschmerzen.

Zverev dreht die Partie

Im vierten Satz machte Zverev kaum noch Fehler, agierte wesentlich sicherer in den Ballwechseln und musste lediglich darauf warten, dass Auger-Alisassime patzt. Das frühe Break zum 2:0 war bereits die Vorentscheidung des Satzes.

Im Entscheidungssatz fiel Zverev jedoch in alte Verhaltensmuster zurück, drei Doppelfehler servierte er beim ersten Spiel des fünften Satzes, direkt gab er das Aufschlagspiel ab. Zverev sah erneut wie der sichere Verlierer aus, beim Stand von 30:0 im zweiten Aufschlagspiel begann jedoch starker Regen zu fallen. Das Wetter schien Zverev zu retten.

Doch auch nach der Pause war Auger-Aliassime der bessere Spieler, der Kanadier hatte sogar einen weiteren Breakball zum zwischenzeitlichen 3:0, Zverev rettete seinen Aufschlag aber noch ins Ziel.

Auf dem Weg zum Re-Break zum 2:2 forderte Zverev die Unterstützung der Zuschauer ein, das Dach war inzwischen zugefahren, die Lautstärke im Stadion dadurch größer geworden. Auger-Aliassime spielte aber herausragend auf, ließ Zverev vor allem über den zweiten Aufschlag keine Chance. Am Ende servierte Zverev 20 Doppelfehler, sein Gegenüber nur sechs. Das Break zum 4:3 ließ sich der Kanadier nicht mehr nehmen.

hba
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