Tischtennis Boll bricht sich selbst eine Rippe – und wird deutscher Meister mit Borussia Düsseldorf

Timo Boll hat mit Borussia Düsseldorf zum zwölften Mal die deutsche Tischtennismeisterschaft gewonnen. Dabei spielte er mit einem Rippenbruch – das sei allerdings »Scheißdreck« im Vergleich zu seinen anderen Verletzungen.
Borussia Düsseldorfs Timo Boll im Finale der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) gegen den 1. FC Saarbrücken

Borussia Düsseldorfs Timo Boll im Finale der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) gegen den 1. FC Saarbrücken

Foto: Harald Bremes / Jan Huebner / IMAGO

Für Timo Boll ist das Dutzend voll: Der EM-Rekordchampion gewann mit Borussia Düsseldorf zum zwölften Mal die deutsche Tischtennis-Meisterschaft. Im Bundesliga-Finale in Frankfurt siegten die Rheinländer gegen Pokalgewinner 1. FC Saarbrücken mit 3:2.

Später machte Borussia Düsseldorf öffentlich, dass Timo Boll, der sein Finalspiel gegen den slowenischen Europe-Top-16-Sieger Darko Jorgic 1:3 verlor, mit einer gebrochenen Rippe spielte – eine Verletzung, die Boll laut eigener Aussage selbst verursacht habe. Es sei »die Folge eines technischen Fehlers in meinem Spiel« gewesen, sagte der 41-Jährige nach dem Titelgewinn. »Ich haue mir selbst seit einiger Zeit vor Schlägen mit der Rückhand den Ellenbogen in die Seite rein, statt ihn vor dem Körper vorbeizuschieben«.

Boll wollte seine Niederlage im Finalspiel jedoch nicht auf die Fraktur zurückführen: »Ich bin es vielleicht ja nach den vielen Jahren schon gewohnt, nicht zu 100 Prozent fit an den Tisch zu gehen, deswegen macht mich das auch gar nicht mehr verrückt, während andere vom Kopf her total gestresst wären. Im Spiel habe ich wohl durch das Adrenalin eigentlich kaum etwas gespürt«, sagte Boll. Mit Blick auf seine prall gefüllte Krankenakte fügte der Europameister hinzu: »Im Vergleich zu den Rückenschmerzen, die ich früher hatte, ist selbst das ein Scheißdreck.«

Borussia Düsseldorf hielt Verletzung vor Finale geheim

Sein Verein hatte Bolls Verletzung vor dem Finale zur Verschlusssache erklärt. Erst nach ihrem 32. Titelgewinn offenbarten die Rheinländer die Blessur des früheren Weltranglistenersten, der erst Ende November trotz einer schweren Bauchmuskelzerrung bei der WM in Houston im US-Bundesstaat Texas Bronze gewonnen hatte.

Im Finale in der Frankfurter Ballsporthalle hatte sich Bolls Team trotz seiner Niederlage durchgesetzt. Nach mehr als dreieinhalb Stunden gewannen Kristian Karlsson und Dang Qiu im entscheidenden Doppel in 3:0 Sätzen gegen die Saarbrücker Darko Jorgic und Tomas Polansky. Der deutsche Nationalspieler Patrick Franziska hatte an seinem 30. Geburtstag die große Chance, die zweite Saarbrücker Meisterschaft nach 2020 perfekt zu machen. Doch beim Stand von 2:1 für sein Team verlor der Weltranglisten-Zwölfte in 1:3 Sätzen gegen Anton Källberg. Der Schwede rettete die Borussia dadurch in ein entscheidendes fünftes Match, nachdem er den Titelverteidiger bereits zum Auftakt gegen den Tschechen Polansky mit 1:0 in Führung gebracht hatte (3:1).

vgl/sid
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