Vorletzte Etappe der Tour de France Fahrer, hört ihr die Geräusche?

Tadej Pogačar wird zum zweiten Mal die Tour de France gewinnen. André Greipel will nur noch leiden, wenn ihm danach ist. Und im Peloton gibt es neue Gerüchte um lautstarkes Technik-Doping.
Tadej Pogačar: »Es war völlig anders«

Tadej Pogačar: »Es war völlig anders«

Foto: Christophe Ena / dpa

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Kampf gegen die Uhr: Das finale Zeitfahren 2020 an der Planche des Belles Filles war ein Drama. Tadej Pogačar eroberte damals auf der vorletzten Etappe sensationell das Gelbe Trikot. Wer auch in diesem Jahr auf eine solche Wende hoffte, wurde aber enttäuscht. Der 22-Jährige ließ sich seine mehr als fünf Minuten Vorsprung nicht abnehmen.

Die Nummer eins: Mit Siegerfaust und ausgestreckter Zunge rollte Pogačar als letzter Fahrer des Tages über die Ziellinie. Der Slowene hatte zwar etwas überraschend nur die achtbeste Zeit, aber das war egal. Da die Fahrer das Gelbe Trikot auf der letzten Etappe, der Tour d'Honneur, traditionell nicht mehr attackieren, wird Pogačar die Tour de France zum zweiten Mal gewinnen – als jüngster Fahrer der Geschichte. »Letztes Jahr wurde alles beim letzten Zeitfahren entschieden und die Emotionen waren bei Weitem stärker«, sagte Pogačar: »Dieses Mal habe ich das Gelbe Trikot schon viel früher übernommen. Es war völlig anders.«

Das Ergebnis: Wout van Aert gewann das 30,8 Kilometer lange Zeitfahren von Libourne nach Saint-Emilion. Das Podium der Gesamtwertung veränderte sich nicht mehr, Pogačar führt vor Jonas Vingegaard und Richard Carapaz. Lesen Sie hier den Etappenbericht.

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Das Beste draus gemacht: Nach dem frühen Aus von Kapitän Primož Roglič stellte das niederländische Team Jumbo-Visma seine Strategie um. Der erst 24 Jahre alte Vingegaard fährt aufs Podium, die Mannschaft hat auch dank van Aert drei Etappen gewonnen. »Ich bin sehr stolz darauf, was wir erreicht haben«, sagte der Belgier nach seinem Sieg im Zeitfahren.

Der Gorilla schwingt vom Rad: Der deutsche Sprinter André Greipel fährt aktuell seine elfte Tour de France – es wird seine letzte sein. Greipel verkündete vor dem Zeitfahren, dass er seine Karriere am Ende des Jahres beenden werde. »Ich bin sehr glücklich darüber, wie alles gelaufen ist«, sagte Greipel in einer Videobotschaft. »Ich schaue nicht mit Ärger zurück, sondern freue mich auf die Zukunft, weil ich dann machen kann, was ich will, und leiden kann, wann ich will.«

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Siegertyp: Greipel, Spitzname Gorilla, hat in seiner Karriere insgesamt 158 Siege gefeiert, elf davon bei der Tour de France. Damit ist der 39-Jährige der dritterfolgreichste Deutsche bei der Frankreichrundfahrt. Dass er in diesem Jahr noch mal starten durfte, war eine Überraschung. »Ich konnte es noch ein bisschen genießen, das letzte Mal den Tourmalet und den Mont Ventoux hochgefahren zu sein«, sagte Greipel in der ARD: »Das nächste Mal habe ich ein E-Bike oder grille Würstchen.«

Komische Geräusche: Nach der Dopingrazzia beim Team Bahrain Victorious gibt es weitere Spekulationen um Betrug bei der Tour de France. Die Schweizer Zeitung »Le Temps«  berichtete am Donnerstagabend, dass drei Tourprofis, die anonym bleiben wollten, eine neue Art des Technik-Dopings vermuten. »Da ist ein seltsames Geräusch. Ich kann es während der Fahrt hören. Es kommt von den Hinterrädern. Ein seltsames metallisches Geräusch, wie eine schlecht eingestellte Kette. Das habe ich noch nie gehört«, sagte ein Fahrer demnach. Er habe das Geräusch bei den Rädern von vier Teams gehört.

Der Antrieb: Seit 2010 gibt es immer wieder Gerüchte um versteckte Motoren in Rennrädern, angeheizt von Videos, die den Einsatz dieser Motoren zeigen sollen. Beweise gab es dafür bei der Tour bislang nie. Die Technik könnte sich aber weiterentwickelt haben. 2016 berichtete die »Gazzetta dello Sport« , ein elektromagnetisches Laufrad könnte ein neues Betrugsmittel sein. Und nun geht einer der anonymen Tourprofis, der mit »Le Temps« sprach, von einem Gerät aus, das in der Radnabe stecken könnte. Der französische Journalist Thierry Vildary twitterte Videos, die zeigen, wie die Technik funktionieren könnte:

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UCI-Tests negativ: Der Radsportweltverband UCI hatte am Montag mitgeteilt , vor und nach Etappen seien mit speziellen Tablets und Röntgentechnik 720 Tests an Rädern durchgeführt worden. Alle Tests seien negativ ausgefallen. Bei den Olympischen Spielen soll zudem eine neue Kontrolltechnik eingeführt werden, mit der Räder auch während der Rennen gescannt werden können. Angesprochen auf die Betrugsgerüchte, sagte der Gesamtführende Tadej Pogačar vom UAE-Team, er wisse von nichts. »Wir hören keine Geräusche«, so Pogačar: »Wir benutzen nichts Illegales.«

Tour d’Honneur: Am Sonntag steht die 21. und letzte Etappe der diesjährigen Tour de France an. Von Chatou aus fährt das Peloton 108,4 Kilometer bis ins Ziel auf der Avenue des Champs-Élysées in Paris. Traditionell gibt es hier keine Attacke mehr auf das Gelbe Trikot. Sprinter Mark Cavendish könnte am letzten Tag den Rekord von 35. Tour-Etappensiegen erreichen.

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