Tour de France Houle gewinnt als erster Kanadier seit 34 Jahren eine Etappe – Geschke weiter im Bergtrikot

Hugo Houle meistert die Hitzeschlacht zum Pyrenäenauftakt. Simon Geschke verteidigt das gepunktete Trikot des besten Bergfahrers, muss sich aber Coronasorgen machen.
Hugo Houle

Hugo Houle

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ANNE-CHRISTINE POUJOULAT / AFP

Hugo Houle hat die 16. Etappe der 109. Tour de France, gleichzeitig der Auftakt in den Pyrenäen, gewonnen. Der 31-Jährige siegte am Dienstag nach 178,5 Kilometern von Carcassonne nach Foix nach einer langen Alleinfahrt und sorgte für den ersten Erfolg eines Kanadiers seit 34 Jahren, als Steve Bauer gewann. Rang zwei sicherte sich im Sprint einer Dreiergruppe der Franzose Valentin Madouas. Dritter wurde Houles Landsmann und Teamkollege Michael Woods.

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»Ich hatte einen Traum, eine Etappe für meinen verstorbenen Bruder zu gewinnen. Das ist für ihn, darauf habe ich Jahre gewartet. Es bedeutet mir viel«, sagte Houle beim Siegerinterview mit Tränen in den Augen. Sein Bruder sei vor rund zehn Jahren von einem betrunkenen Autofahrer angefahren und getötet worden. Als Kinder hätten er und sein jüngerer Bruder jedes Jahr Tag für Tag die Tour verfolgt. Für den Fahrer vom Team Israel-Premier Tech war es auch der erste Sieg als Radprofi überhaupt.

Hugo Houle war nach seinem Sieg in Foix auf dem Podium sichtlich bewegt

Hugo Houle war nach seinem Sieg in Foix auf dem Podium sichtlich bewegt

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MARCO BERTORELLO / AFP

Simon Geschke kam als Achter ins Ziel und sicherte sich zum achten Mal in Serie das Bergtrikot. Der gebürtige Berliner sammelte weitere zwölf Punkte für diese Wertung.

Stars verlieren ihre wichtigsten Helfer

Das Gelbe Trikot verteidigte der Däne Jonas Vingegaard erfolgreich. Der 25-Jährige liegt weiter 2:22 Minuten vor Titelverteidiger Tadej Pogačar, der mit einigen Attacken erfolglos blieb. Doch im Duell um Gelb verlieren die Stars der Szene zunehmend ihre wichtigsten Helfer. Nachdem in Vingegaards Team am Sonntag die beiden Edelhelfer Primož Roglič und Steven Kruijswijk aufgeben mussten, droht Pogačar nun der Verlust seines dritten Helfers Marc Soler. Der Spanier musste sich während der Etappe übergeben, suchte mehrmals den Tourarzt auf und kämpfte sich kurz vor dem Besenwagen die Berge hinauf.

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Für zwei Deutsche ist dagegen die Tour beendet: Der bislang so angriffslustige Lennard Kämna stieg wegen einer Erkältung nicht mehr aufs Rad, für Geschkes Teamkollegen Maximilian Walscheid war jedoch wegen eines positiven Coronatests das Rennen beendet. Damit sind nur noch sieben von ursprünglich neun gestarteten deutschen Radprofis dabei.

Auf der 17. Etappe müssen die Fahrer am Mittwoch nur 128,7 Kilometer bewältigen. Doch der Weg von Saint-Gaudens nach Peyragudes hat es in sich. Gleich vier Bergwertungen stehen auf dem Programm, drei davon gehören zur ersten Kategorie. Die Etappe endet mit der gefürchteten Ankunft am Altiport. Kurz vor dem Ziel wird es bis zu 16 Prozent steil. Zwar ist die Ankunft mit 1580 Höhenmetern nicht wirklich hoch, doch die Etappe hat das Potenzial, für Abstände im Gesamtklassement zu sorgen.

ngo/dpa
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