Tour de France Wasserschlacht in Kopenhagen – Belgier Lampaert gewinnt erste Etappe

Yves Lampaert trägt das erste Gelbe Trikot der 109. Tour de France. Der Belgier gewann überraschend das verregnete Auftaktzeitfahren in Kopenhagen mit fünf Sekunden Vorsprung vor Landsmann Wout van Aert.
Feierte seinen ersten Tour-Etappensieg: Yves Lampaert

Feierte seinen ersten Tour-Etappensieg: Yves Lampaert

Foto: IMAGO/Nico Vereecken / IMAGO/Panoramic International

Der Belgier Yves Lampaert ist in der Wasserschlacht von Kopenhagen überraschend ins erste Gelbe Trikot der 109. Tour de France gefahren.

Titelverteidiger Tadej Pogačar gelang ein guter Auftakt: Bei Lampaerts Triumph in einem spektakulären Zeitfahren kam Sloweniens Dominator auf Platz drei und nahm seinen größten Rivalen die ersten Sekunden ab. Sein größter Widersacher Primož Roglič hat neun Sekunden Rückstand, der Vorjahreszweite Jonas Vingegaard eine Sekunde weniger. Alexander Wlassow, Kapitän des deutschen Teams Bora-hansgrohe, war 24 Sekunden langsamer als Pogačar. Lennard Kämna wurde als bester deutscher Radprofi 19. mit einer 25 Sekunden langsameren Fahrt als Lampaert.

»Das ist unglaublich, ich kann's nicht verstehen. Hier fahren die Allerbesten, und ich liege vorne«, sagte der 31 Jahre alte Quick-Step-Profi Lampaert, nachdem er sich auf dem 13,2-km-Kurs in Dänemarks Hauptstadt vor Hunderttausenden Fans in 15:17,76 Minuten vor Landsmann Wout van Aert (+4,55 Sekunden) und Pogačar (+7,03) durchgesetzt hatte – es war sein erster Sieg bei der Tour de France. Zeitfahr-Weltmeister Filippo Ganna (Italien/Ineos Grenadiers) wurde Vierter (+10,02).

Das Gelbe Trikot hat Lampaert wohl nur von Pogačar geborgt. »Zu Gelb sagt man nicht nein. Wenn es die Möglichkeit gibt, hole ich es mir«, hatte Pogačar vor dem Auftakt-Showdown klargestellt. Der 23 Jahre alte Toursieger von 2020 und 2021 ging dann aber bei tückischen Verhältnissen auf spiegelglattem Asphalt nicht das allerletzte Risiko ein.

Es reichte aber, um gegenüber den ärgsten Rivalen die Nase vorne zu haben: Landsmann Primož Roglič (8.) nahm er ebenso wie dem dänischen Vorjahreszweiten Jonas Vingegaard (7.) acht, dem Briten Geraint Thomas (17.) zwölf, Bora-Kapitän Alexander Wlassow (21.) 31 Sekunden ab. Ein Desaster erlebten der viermalige Tour-Champion Chris Froome mit 1:13 und Frankreichs Liebling Thibaut Pinot mit 1:18 Minuten Rückstand auf Pogačar.

Deutsche Radprofis können zufrieden sein

Die deutschen Profis blieben vor allem von Stürzen verschont. »Ich bin anfangs relativ vorsichtig gefahren und habe bestimmt etwas liegen lassen, kann aber zufrieden sein«, sagte Bora-Profi Kämna, der 25 Sekunden Rückstand auf Lampaert hatte.

Tour erstmals in Dänemark

Erstmals begann eine Frankreich-Rundfahrt im radsportverrückten Dänemark, und erstmals seit 2017 begann sie mit einem Zeitfahren. Auch damals hatte es in Düsseldorf wie aus Kübeln geschüttet, was einige teils schwere Stürze zur Folge hatte.

Wie angekündigt hatte kurz vor dem Rennstart mitunter heftiger Regen eingesetzt, der sich laut Voraussage mit fortlaufender Renndauer verstärken sollte. Die Topfavoriten auf den Gesamtsieg hatten sich deshalb für recht frühe Startplätze entschieden. Das war kein Vorteil: Gegen Rennmitte wurde es besser. Vor allem in der frühen Phase kam es aber zu Stürzen. Gleich zweimal erwischte es den Schweizer Mit-Tagesfavoriten Stefan Bissegger. Auch der Franzose Christophe Laporte, für den bis Rennende die beste Zwischenzeit vermerkt war, ging zu Boden.

vgl/sid
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