Start der Tour de France Vor bis zu 5000 Zuschauern durch das Risikogebiet

Die Tour de France startet am Samstag in Nizza. Die Stadt an der Côte d’Azur ist in Deutschland gerade zum Risikogebiet erklärt worden. Die Zuschauer im Start- und Zielbereich sollen Maske tragen.
Frankreich bereitet sich auf das wichtigste Sportevent des Jahres vor

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ERIC GAILLARD / REUTERS

Wenn die Tour de France am kommenden Samstag mit zweimonatiger Verspätung beginnt, werden die Favoriten sofort gefordert sein. Nach der Auftaktetappe in Nizza, die mit Blick auf das Mittelmeer auf der berühmten Promenade des Anglais endet, werden schon am zweiten Tag zwei Berge der ersten Kategorie zu bewältigen sein. Bis zur fünften Etappe geht es durch die hügelige Landschaft der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Aufgrund gestiegener Zahlen an Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung am Montag genau für dieses Gebiet in Frankreich eine Reisewarnung ausgesprochen. Wie auch für die Region Île-de-France mit der Hauptstadt Paris - dort endet die Tour standesgemäß am 20. September - hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Provence-Alpes-Côte d’Azur als Risikogebiet ausgewiesen.

Die Reisewarnung hat für den deutschen Radrennstall Bora-hansgrohe mit Topfahrer Emanuel Buchmann keine Auswirkungen. "Die Reisewarnung ist hauptsächlich für Touristen gedacht und für aufschiebbare Reisen. Unsere Reise ist definitiv nicht aufschiebbar, und touristischen Zwecken dient unsere Reise an die Côte d'Azur auch nicht", sagte Teamchef Ralph Denk.

Für die Radprofis dürfte die Warnung tatsächlich wenig ändern. Sie bewegen sich mit ihren Betreuern in einem geschlossenen Umfeld und sollen keinen Kontakt zum Begleit-Tross der Tour haben. Die Fahrer werden vor dem Start der Frankreich-Rundfahrt zweimal auf das Coronavirus getestet, während der Tour folgen zwei weitere Tests an den Ruhetagen.

Allerdings wird es keine Veranstaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit sein. Die Behörden in Frankreich haben bis zu 5000 Zuschauer für die einzelnen Etappen zugelassen. Diese sollen vor allem im Start- und Zielbereich an die Strecke dürfen, der Zugang zu den Bergen soll dagegen stark limitiert werden.

Der Veranstalter ASO fordert die Fans dazu auf, stets einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. In Nizza besteht ohnehin im Freien eine Maskenpflicht. "Eine Tour hinter verschlossenen Türen ergibt keinen Sinn", sagte Tourdirektor Christian Prudhomme. In Frankreich hatte es zuletzt wieder bis zu 4000 Neuinfektionen pro Tag gegeben.

krä/dpa
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