Lange Flucht bei der Tour de France Sieger Mohorič weint vor Glück – Roglič verliert viel Zeit

Über 200 Kilometer flüchtete Matej Mohorič zu seinem Etappensieg. Im Ziel war der Slowene überglücklich. Mitfavorit Primož Roglič erlebte einen bitteren Tag.
Matej Mohorič

Matej Mohorič

Foto: ANNE-CHRISTINE POUJOULAT / AFP

Der Slowene Matej Mohorič hat die siebte und mit 249,1 Kilometern längste Etappe der diesjährigen Tour de France von Vierzon nach Le Creusot gewonnen. Der Profi vom Team Bahrain Victorious siegte nach einer über 200 Kilometer langen Flucht vor dem Belgier Jasper Stuyven (Trek-Segafredo) und übernahm zudem das Bergtrikot. Im Ziel vergoss der 26-Jährige Tränen.

»Ich habe mir alle Etappen vor der Tour angeschaut und mich voll auf diese fokussiert. Das war eine gute Idee«, sagte Mohorič: »Ich musste mich sehr anstrengen und konnte es bis zum letzten Kilometer nicht glauben.«

Eine etwa 30 Fahrer große Gruppe hatte sich einige Kilometer nach Etappenbeginn vom Hauptfeld abgesetzt. Mohorič war ebenso dabei wie der Gesamtführende Mathieu van der Poel (Alpecin-Fenix), der Drittplatzierte Wout van Aert (Team Jumbo-Visma) und Mark Cavendish (Deceuninck-Quick-Step), der Träger des Grünen Trikots.

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Nach mehreren Attacken flog die große Gruppe aber auseinander. Am Signal d'Uchon, einem Berg der zweiten Kategorie, setzte sich Mohorič allein ab und verteidigte seinen Vorsprung bis ins Ziel.

Van Aert greift das Gelbe Trikot an

Bei den Verfolgern attackierte auf den letzten Kilometern zudem der Drittplatzierte van Aert den Gesamtführenden van der Poel. Der Niederländer hielt aber mit dem Belgier mit und verteidigte das Gelbe Trikot zum fünften Mal. In den Alpen dürfte es der Enkel des großen Raymond Poulidor in den kommenden Tagen aber kaum behalten können.

Primož Roglič (Team Jumbo-Visma), Tour-Zweiter 2020 und Mitfavorit auf den Gesamtsieg, verlor Zeit auf die Spitzenfahrer. Am Signal d'Uchon konnte Roglič das Tempo des Pelotons nicht mehr halten und musste abreißen lassen. Richard Carapaz (Team Ineos) attackierte, um den Vorsprung auf seinen Konkurrenten auszubauen.

Roglič war auf der dritten Etappe gestürzt und hatte sich Schürfwunden zugezogen, mit denen er offensichtlich noch zu kämpfen hat. Er kam rund vier Minuten nach den Topfavoriten auf den Gesamtsieg ins Ziel und hat kaum noch Chancen auf einen Podiumsplatz.

Pogačar bleibt der Tourfavorit

An der Spitze des Hauptfeldes kontrollierte das Team von Vorjahressieger Tadej Pogačar (UAE-Team) lange das Tempo, ohne aber in letzter Konsequenz der Fluchtgruppe nachzujagen. Pogačar wusste, dass kein Ausreißer ihm nachhaltig im Kampf um den Toursieg gefährlich werden kann, auch van der Poel wird in den Alpen nicht mehr mithalten können. »Es ist unrealistisch, das Trikot in den Bergen erfolgreich zu verteidigen«, hatte van der Poel gesagt.

Am Samstag ist dies auf der mittelschweren Etappe nach Le Grand-Bornand vielleicht sogar noch möglich. Spätestens aber bei der Bergankunft am Sonntag in Tignes dürfte Pogačar, der knapp vier Minuten Rückstand auf den Gesamtführenden hat, das Gelbe Trikot anvisieren.

ptz/sid