Diskriminierung in Tunesien Israelische Athletin darf nicht an Triathlon teilnehmen

Tausende jüdische Pilger wurden zuletzt empfangen, doch der tunesische Sport hält an seiner Linie fest: Nur das »brüderliche« Volk der Palästinenser wird unterstützt – die Israelin Hagar Cohen Kalif ist nicht willkommen.
Hagar Cohen Kalif (l.) im Jahr 2017

Hagar Cohen Kalif (l.) im Jahr 2017

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Mathias Mandl / GEPA pictures / IMAGO

Tunesien hindert eigenen Angaben zufolge eine israelische Sportlerin daran, an einem Triathlonwettbewerb in der Stadt Hammamet teilzunehmen. Das Sportministerium habe in Abstimmung mit dem tunesischen Triathlonverband entsprechende Vorkehrungen getroffen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Der Name der Athletin Hagar Cohen Kalif war den Angaben nach auf der offiziellen Webseite des Triathlonverbandes als Teilnehmerin gelistet worden. Tunesien veröffentlichte inzwischen eine Liste mit Ländern, deren Athletinnen und Athleten an dem Wettbewerb teilnehmen. Israel steht nicht darauf. Der Triathlonverband äußerte sich auf Anfrage bislang nicht zu dem Vorfall.

Israel und Tunesien unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Das tunesische Sportministerium sehe sich in Einklang mit der nationalen Linie, die eine Normalisierung der Beziehung mit Israel ablehne. Man unterstütze stattdessen das »brüderliche« Volk der Palästinenser.

Zu einer Wallfahrt von Juden aus aller Welt zu einer Synagoge auf der Ferieninsel Djerba waren erst kürzlich israelische Bürgerinnen und Bürger mit organisierten Touren ins Land gereist.

Israelische Sportlerinnen und Sportler haben bei internationalen Wettbewerben immer wieder mit Diskriminierung zu kämpfen. Auch arabische und iranische Athletinnen und Athleten verweigern oft aus politischen Gründen den Wettbewerb mit Israelis – oder werden dazu gedrängt.

sak/dpa
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