Ukrainische Hochspringerin Mahutschich WM-Gold nach Anreise mit »Explosionen, Bränden und Luftschutzsirenen«

Drei Tage und 2000 Kilometer war Jaroslawa Mahutschich unterwegs, um aus dem ukrainischen Kriegsgebiet zu den Leichtathletikweltmeisterschaften in Belgrad anzureisen. Dort holte die 20-Jährige jetzt Gold im Hochsprung.
Hochsprung-Gold für die Ukrainerin Jaroslawa Mahutschich

Hochsprung-Gold für die Ukrainerin Jaroslawa Mahutschich

Foto: ANDREJ ISAKOVIC / AFP

Die Ukrainerin Jaroslawa Mahutschich hat bei der Hallen-WM der Leichtathletik einen emotionalen Sieg gefeiert. Die 20-Jährige, die während des russischen Angriffs auf ihr Heimatland nach Belgrad gekommen war, sicherte sich in der serbischen Hauptstadt mit Weltjahresbestleistung Gold im Hochsprung.

Trotz eigenen Angaben zufolge mehrtägiger Anreise aus dem Kriegsgebiet übersprang Mahutschich 2,02 Meter. Silber gewann Eleanor Patterson (2,00 Meter/Australien), Bronze ging an Nadeschda Dubowizkaja (1,98 Meter/Kasachstan).

Mit Weltjahresbestleistung zum Titel

Mit Weltjahresbestleistung zum Titel

Foto: BERNADETT SZABO / REUTERS

Die Siegerin hüllte sich nach dem Erfolg in eine gelb-blaue Fahne und wurde vom ukrainischen Team gefeiert.

»Ich will hier nicht nur gewinnen, ich möchte noch mehr tun«, hatte Mahutschich, die Olympia-Bronze in Tokio und WM-Silber in Doha gewonnen hatte, im Vorfeld angekündigt.

Die U20-Rekordhalterin war am 9. März in Belgrad angekommen. Mahutschich berichtete von einer 2000 Kilometer langen, mehr als dreitägigen Reise aus ihre Heimatstadt Dnjepropetrowsk, begleitet von »Explosionen, Bränden und Luftschutzsirenen«. Ein geregeltes Training sei wegen des Krieges kaum möglich gewesen.

Neben Mahutschich und Iryna Geraschtschenko, die den fünften Platz (1,92 Meter) belegte, sind noch vier weitere ukrainische Athletinnen in Belgrad dabei. Russische und belarussische Sportlerinnen und Sportler sind wie in vielen anderen Sportarten ausgeschlossen.

mfu/sid/dpa
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