Attacke gegen Frau NBA-Rüpel Artest in Polizeigewahrsam

Die Vorwürfe sind hart: Ron Artest soll eine Frau in seinem Haus mehrfach auf den Boden geworfen und sie daran gehindert haben, die Polizei zu rufen. Der Basketball-Profi ist mittlerweile gegen Kaution auf freiem Fuß - sein Club hat aber schon Konsequenzen gezogen.


Hamburg - "Wir haben Ron Artest freigestellt", sagte der Geschäftsführer der Sacramento Kings, Geoff Petrie, nachdem die Vorwürfe gegen den Forward bekannt geworden waren. Bis der Fall geklärt sei, werde Artest nicht ins Team zurückkehren, so Petrie. Ein Sprecher des NBA-Clubs erklärte, der 27-Jährige sei jedoch nicht suspendiert und werde weiter bezahlt.

Zuvor hatte die Polizei von Placer County mitgeteilt, dass der Basketballer wegen des Verdachts häuslicher Gewalt am Montagmorgen in Arrest genommen und um 14 Uhr Ortszeit gegen Zahlung von 50.000 Dollar Kaution wieder freigelassen worden war. "Artest war sehr kooperativ", erklärte Polizeisprecher Andrew Scott.

Den Vorgang schilderte Scott so: Eine Frau habe ausgesagt, Artest habe sie in dessen Haus nach einem Streit mehrmals auf den Boden geworfen und sie daran gehindert, die Polizei zu rufen. "Draußen ging der Streit weiter", so Scott, "als Artest in seinen Hummer (ein großer Geländewagen; die Red.) stieg, warf sie einen Gegenstand in Richtung des Wagens, der die Frontscheibe beschädigte." Als die Beamten an Artests Anwesen in Loomis, einem Vorort von Sacramento eintrafen, habe der 2,01 Meter große Kings-Profi ruhig vor dem Haus gesessen und "keine Probleme gemacht", betonte Scott.

"Die zwei Vorwürfe lauten auf Verdacht häuslicher Gewalt und Einsatz von Gewalt gegen die Meldung eines Verbrechens", so eine Sprecherin der Polizei von Sacramento, die zudem mitteilte, dass die Beamten "mindestens einmal zuvor" ebenfalls zu dem Haus gerufen worden waren - dabei sei es aber zu keinen Festnahmen gekommen. Die Anhörung in dem Fall ist für den 22. März angesetzt. Zunächst dürfe Artest nicht mehr zu seinem Haus zurückkehren, dies sei aber eine "normale Prozedur", betonte Polizeisprecher Scott. Artest hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert.

Die Frau habe Verletzungen erlitten, teilte Scott weiter mit, wollte aber keine genaueren Angaben machen. Ebenso dürfe er aus rechtlichen Gründen nicht mitteilen, ob es sich bei dem mutmaßlichen Opfer der Artest-Attacke um dessen Ehefrau handele. "Ich kann nur sagen, dass sich ein dreijähriges Kind im Haus befand", erklärte Scott. Eine medizinische Behandlung habe die Frau abgelehnt.

Artest, der vor mehr als einem Jahr von den Indiana Pacers nach Sacramento gewechselt war und in dieser Saison einen Schnitt von 18,7 Punkten, 6,6 Rebounds und hervorragenden 2,2 Steals erreicht hat, fiel im November 2004 schon einmal negativ auf - allerdings auf dem Basketball-Parkett. Im Spiel bei den Detroit Pistons legte sich der Pacers-Forward mit einem Fan an, nachdem er von einem Becher getroffen worfen war. Nach der folgenden wüsten Keilerei wurde Artest für 73 Spiele gesperrt und verlor etwa fünf Millionen Dollar (rund 3,8 Millionen Euro) Gehaltseinnahmen.

goe/Reuters/AP

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