Endspiel-Teilnahme NBA-Champion Detroit behält die Nerven

Die Detroit Pistons haben es doch noch geschafft. Der Titelverteidiger ist das erste Ost-Team seit 23 Jahren, das das entscheidende siebte Spiel der Finalserie auswärts gewinnen konnte. Die Entscheidung in Miami fiel erst kurz vor Schluss.


Pistons-Pos(s)e: Richard Hamilton (r.) umarmt Matchwinner Chauncey Billups
AP

Pistons-Pos(s)e: Richard Hamilton (r.) umarmt Matchwinner Chauncey Billups

Miami - "Dieser Abend übertrifft meine kühnsten Erwartungen. Was meine Jungs geleistet haben, ist unmenschlich. Jetzt werden wir ein paar Minuten feiern und uns dann auf die Endspielserie vorbereiten", freute sich Detroits Coach Larry Brown über den 88:82-Sieg in Miami. Nach dem 4:3-Erfolg in der Best-of-seven-Serie gegen das beste Vorrundenteam des Ostens treffen die Pistons auf West-Meister San Antonio. Die Spurs, die Dallas-Bezwinger Phoenix Suns mit 4:1 ausgeschaltet hatten, haben am Donnerstag im ersten Spiel der Endspielserie Heimrecht.

In einer Begegnung, die bis zur Schlussminute völlig ausgeglichen war, zeigte sich der Meister am Ende abgeklärter. Während Miami in den letzten 90 Sekunden keinen Punkt mehr erzielte, verwandelte Detroits Chauncey Billups vier Freiwürfe in Folge. Er sicherte damit dem Zweiten der Regular Season einen seltenen Triumph: Die Pistons sind das erste Team der Eastern Conference, das in den letzten 23 Jahren das siebte Halbfinalspiel in gegnerischer Halle gewinnen konnte.

Bei den Heat war der Frust hingegen groß. Shaquille O'Neal - mit 27 Punkten erfolgreichster Werfer des Abends - vergrub sein Gesicht im Handtuch. Der angeschlagene Point Guard Dwayne Wade (Rippenverletzung) vergoss Tränen. "Wir haben alles versucht und heroisch gekämpft. Keiner hätte den Titel mehr verdient als Shaq", sagte der Jungstar, der 20 Punkte erzielte.

Mit einem fitten Wade hätte Miami vermutlich das Endspiel der NBA erreicht. Schon im sechsten Spiel hatte sich gezeigt, wie abhängig das Heat-Team vom 23-Jährigen ist, der erst die zweite Saison in der NBA spielt. Ohne Wade, der in den Playoffs stets herausragende Leistungen geboten hatte, war das Team aus Florida mit 66:91 eingegangen.



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