Kranke Niere NBA-Star Mourning muss Karriere beenden

Diese Saison wollte Alonzo Mourning wieder richtig angreifen. Aus dem Comeback wird allerdings nichts. Der Center der New Jersey Nets kann nie wieder als Profi Basketball spielen. Mournings Erkrankung der Niere hat sich dramatisch verschlimmert, der Olympiasieger benötigt dringend ein Spenderorgan.


Alonzo Mourning: "Nierenfunktion rapide verschlechtert"
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Alonzo Mourning: "Nierenfunktion rapide verschlechtert"

East Rutherford - "Mich erfüllt es mit großer Trauer, diese Mitteilung zu machen. Alonzo ist ein wahrer Champion und hat versucht, seiner Krankheit durch Basketballspielen zu trotzen. Leider erlaubt es sein gesundheitlicher Zustand nicht, dass er seine Karriere fortsetzt", sagte Nets-Präsident Rod Thorn.

"In Absprache mit den Teamärzten bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es aus medizinischer Sicht nicht gut für Alonzo ist, wenn er weiter Basketball spielt. Seine Nierenfunktion hat sich in den vergangenen Wochen rapide verschlechtert", ergänzte Mournings behandelnder Arzt Gerald Appel vom Medizinischen Institut der Columbia University.

"Alonzo benötigt umgehend eine neue Niere. Die Suche nach einem passenden Organspender ist landesweit im Gange", sagte Appel. Vor drei Jahren war bei Mourning eine so genannte Fokale Glomerulosclerose diagnostiziert worden. Die Krankheit, bei der die Reiningungsfunktion der Niere beeinträchtigt ist, führt bei mehr als der Hälfte der betroffenen Patienten innerhalb eines Jahrzehnts zu Nierenversagen. Schon in der Zeit als Profi der Miami Heat wurden täglich Mournings Blutwerte gemessen, ein Dialysegerät am Spielfeldrand stand für den Notfall bereit.

Platz in der Hall of Fame sicher

"Als seine Werte in den letzten Tagen plötzlich immer bedrohlicher wurden, habe ich die Anzahl seiner Spielminuten gekürzt. Es war beängstigend. Es ging nicht mehr um das Wohl des Teams, sondern um Leben oder Tod eines Spielers", sagte Nets-Coach Byron Scott. Dennoch schaffte Mourning im letzten Spiel seiner Karriere 15 Punkte, lag damit jedoch deutlich unter seinem Karriereschnitt, der ihm mit Sicherheit Eintritt in die Hall of Fame der NBA verschaffen wird: 20,3 Punkte und 9,8 Rebounds pro Spiel, dazu eine Trefferquote von 53 Prozent.

Schon in den vergangenen drei Spielzeiten war Mourning wegen seiner Erkrankung nur bedingt einsatzfähig, die Saison 2002/2003 verpasste er komplett. Für seine Comeback-Spielzeit hatte sich der 33-Jährige viel vorgenommen. "Ich habe einiges durchgemacht. Es gibt nur einen Grund, warum ich noch dabei bin: der Gewinn des Titels", begründete Mourning seinen Wechsel von Miami zu den New Jersey Nets. Der Club hatte vergangene Spielzeit das NBA-Finale erreicht, aber gegen San Antonio den Kürzeren gezogen.

Mourning, der vergangenen Sommer einen Vier-Jahres-Vertrag über 22,6 Millionen Dollar bei den Nets unterschrieben hatte, wirkte bei allen zwölf bisherigen Saisonpartien mit. Im Durchschnitt erzielte der 2,10 Meter große Center acht Punkte und 2,3 Rebounds. Mourning war seit 1992 in der NBA aktiv. Die ersten drei Spielserien ging er für die Charlotte Hornets, danach sieben Jahre für Miami auf Korbjagd. Mit dem US-Team holte der siebenmalige All-Star 2000 in Sydney olympisches Gold.

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