NBA-Draft Clippers machen Griffin zur Nummer eins

In ihrer 33-jährigen Clubgeschichte haben die LA Clippers fast nichts richtig gemacht. Was für ein Glück, dass bei der Draft 2009 kaum etwas passieren konnte. Das Team wählte den einzigen Spieler, dem echtes Star-Potenzial zugeschrieben wird - Forward Blake Griffin.

Von Clemens Gerlach


Hamburg - Clippers-Coach Michael Dunleavy tat das, wozu er angesichts der tristen Ausbeute seines Teams sonst wenig Gelegenheit hat: Er lächelte. "Mit Blake Griffin bekommen wir einen unglaublichen Spieler", schwärmte Dunleavy, dessen Team im vergangenen Monat die Draft-Lotterie gewonnen und sich damit das erste Zugriffsrecht gesichert hatte. "Wir wollen ihn viele Jahre in Los Angeles behalten."

Clippers-Forward Griffin: "Unglaublicher Spieler"
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Clippers-Forward Griffin: "Unglaublicher Spieler"

Der 20-jährige Power Forward der Oklahoma University war nach Ansicht aller NBA-Kenner der mit großem Abstand beste Spieler im Draft-Jahrgang 2009. Ein sicherer künftiger Topstar, während bei vielen anderen Rookies starke Zweifel bestehen, was sie als NBA-Profis zu leisten im Stande sind.

Als Ziel für die nächsten Jahre gab der 2,08 Meter große und 113 Kilogramm schwere Griffin an, künftig mit den Clippers regelmäßig in die Playoffs kommen zu wollen. Die Teilnahme an der Meisterrunde hatte die Loser-Franchise in den vergangenen zwölf Jahren nur ein Mal geschafft. "Es wird dauern, bis wir unsere Ziele erreichen", so Griffin, "aber wir haben ein Team mit Potenzial. Ich freue mich auf meine Aufgabe."

Nach dem College-Spieler des Jahres, der in der vergangenen Saison durchschnittlich 22,7 Punkte und 14,4 Rebounds erreicht hatte, zogen die Memphis Grizzlies Hasheem Thabeet als Nummer zwei. Der 2,21 Meter große Center der Universität von Connecticut ist vor allem in der Defensive stark.

Draft 2009 - Top 10

01 Blake Griffin (F) LA Clippers
02 Hasheem Thabeet (C) Memphis
03 James Harden (G) Oklahoma
04 Tyreke Evans (G) Sacramento
05 Ricky Rubio (G) Minnesota
06 Jonny Flynn (G) Minnesota
07 Stephen Curry (G) Golden St.
08 Jordan Hill (F) New York
09 DeMar DeRozan (F) Toronto
10 Brandon Jennings (G) Milwaukee
Der hoch gehandelte Spanier Ricky Rubio wurde am Ende nur als Fünfter gezogen. Ob der 18-jährige Point Guard tatsächlich bei den Minnesota Timberwolves spielen wird, ist offen.

Rubios jetziger Club Joventut Badalona verlangt eine Ablösesumme von 6,6 Millionen Dollar. Zudem findet Rubio die Vorstellung, im kalten Minneapolis spielen zu müssen, wenig attraktiv. Der Jungspund kündigte bereits an, mit seinem Berater die neue Situation klären zu wollen. "Anschließend", so Rubio, "sehen wir weiter."

Die Timberwolves können es sich leisten, einen Aufbauspieler abzugeben, da sie mit Jonny Flynn als Draft-Sechsten einen weiteren Guard verpflichtet haben. Das Pickrecht hatten sie von den Washington Wizards erworben.

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In der NBA wurden am Donnerstag aber nicht nur junge Spieler gehandelt, sondern auch zwei der prominentesten Veteranen. Der 37-jährige Center Shaquille O'Neal wechselt von den Phoenix Suns zu den Cleveland Cavaliers. Guard-Forward Vince Carter, 32, wurde von den New Jersey Nets zu den Orlando Magic abgegeben.

Die Cavaliers, im Ostfinale an Orlando gescheiterter Club von MVP LeBron James, gaben im Gegenzug Center Ben Wallace und Guard-Forward Sasha Pavlovic nach Phoenix ab. Carter, der in Florida geboren wurde, wechselt zusammen mit Forward Ryan Anderson zu Vizemeister Orlando. Dafür spielen künftig die Guards Rafer Alston und Courtney Lee sowie Forward Tony Battie für die Nets.



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