NBA-Finale Traumstart für die Mavericks

Einen gelungenen Auftakt legte Dallas im ersten Spiel der NBA-Finalserie gegen die Miami Heat hin. Doch wider Erwarten waren nicht die beiden Superstars Dirk Nowitzki und Shaquille O'Neal die Hauptdarsteller einer spannenden Partie.


Hamburg - 16 Punkte und zehn Rebounds steuerte Nowitzki zum 90:80-Sieg gegen Miami bei. Verglichen mit seinen vorherigen Playoff-Auftritten zeigte der Forward damit eine schwache Leistung im ersten Spiel der Best-of-seven-Finalserie. Durchschnittlich 28,4 Punkte hatte der 27-Jährige zuvor in den Playoffs erzielt. "Ihr habt heute nicht den wahren Dirk gesehen", sagte Dallas-Coach Avery Johnson nach der Partie im heimischen American Airlines Center, das mit 20.000 Zuschauern ausverkauft war. Nowitzki erwischte einen miesen Auftakt: Allein sechs seiner ersten sieben Würfe fanden nicht den Korb.

NBA-Profi Nowitzki: Erster Schritt zum Titel
DPA

NBA-Profi Nowitzki: Erster Schritt zum Titel

Auch der Superstar der Heat, Shaquille O'Neal, fand nicht zu seiner gewohnten Form und blieb hinter den Erwartungen zurück. Wieder einmal von der Freiwurflinie offenbarte sich seine Verwundbarkeit besonders deutlich. Der 2,16 Meter große Center verwandelte nur einen seiner neun Freiwürfe und kam am Ende auf 17 Zähler und sieben Rebounds. "Ich weiß, dass ich zur Linie gehen muss und treffen muss, wenn wir den Titel holen wollen", sagte O'Neal, "und das werde ich noch, ich habe nur etwas zu viel nachgedacht".

Zum überragenden Spieler avancierte stattdessen Dallas-Forward Jason Terry. "Ich wollte einfach rausgehen und aggressiv sein", sagte der 28-Jährige, "zu keinem Zeitpunkt habe ich auf die Ergebnis-Tafel geschaut. Ich habe einfach weitergespielt und Würfe genommen". Mit 32 Punkten bei 18 Versuchen sorgte Terry für einen perfekten Start bei der ersten Finalteilnahme in der 26-jährigen Clubgeschichte der "Mavs". "Wir haben den wahren Jason Terry gesehen und wir brauchen diesen Jason Terry. Er macht aus uns ein wirklich besonderes Basketball-Team", sagte ihn Johnsen.

Auch die Heat hatten mit Dwayne Wade einen Stellvertreter für den - verglichen mit seinen Leistungen der Playoff-Serie im Osten - schwachen Center O'Neal. Genau wie Terry erzielte Wade 28 Punkte, dafür brauchte er allerdings 25 Versuche. Obwohl es Miami schaffte, als erstes Team in den Playoffs mehr Rebounds in einer Partie als die "Mavs" zu bekommen, reichte es am Ende nicht für die Gäste.

Die Mavericks waren insgesamt das ausgeglichenere Team. 13 Punkte erzielte allein Jarry Stackhouse von der Bank, Miamis Ersatzspieler kamen zusammen hingegen nur auf zwei Zähler. In Spiel zwei am Sonntag spielt Dallas erneut zu Hause.  Die Heimbilanz der Mavericks mit sieben gewonnenen und zwei verlorenen Spielen spricht dafür, dass die Texaner ihren Vorsprung ausbauen können, ehe die Heat dreimal vor heimischem Publikum spielen darf.

O'Neal glaubt dennoch an sein Team: "Wir hatten heute eine Menge Gelegenheiten, das Spiel zu gewinnen und am Sonntag werde ich besser treffen." Für den Protagonisten des Matches fand er lobende Worte: "Jason Terry war fantastisch", sagte der dreimalige Playoff-MVP und hat den Dallas-Forward zum Schlüsselspieler für das kommende Duell ausgemacht. "Ihn müssen wir versuchen zu stoppen".

guv/sid/AP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.