NBA-Finals Krieg der Dinosaurier

Dikembe Mutombo (Philadelphia 76ers) und Shaquille O'Neal (Los Angeles Lakers) tragen in den NBA-Finals ihre Privatfehde aus. Es ist ein Krieg der Wörter und vor allem der Ellenbogen.


Duell mit Haken und Ösen: Dikembe Mutombo (l.) gegen Shaquille O'Neal
AP

Duell mit Haken und Ösen: Dikembe Mutombo (l.) gegen Shaquille O'Neal

Philadelphia - Es geschah in Spiel drei der Finalserie, in der Zone unter dem Korb, wo die Center stets viele Nickligkeiten austauschen. O'Neal musste auf Grund seines sechsten Fouls das Spielfeld vorzeitig verlassen, nachdem er Mutombo den Ellenbogen ins Gesicht gerammt und ihn damit zu Boden geschickt hatte. Im Anschluss unterstellte der Superstar der Lakers seinem Kontrahenten eine "Schwalbe".

"Offensichtlich kann er mich nicht stoppen, also muss er hinplumpsen und jammern", beklagte sich O'Neal auf der Pressekonferenz insbesondere über die Tatsache, dass die Referees an diesem Abend vier Offensivfouls gegen ihn verhängt hatten. Der Konter von Mutombo ließ nicht lange auf sich warten: "Ich wusste gar nicht, dass Shaq so viel Müll erzählen kann, aber jetzt hat er es bewiesen", so der 2,15 Meter große Kongolese über seinen 2,13 Meter großen und 140 Kilogramm schweren Rivalen.

Täglich "Blut geschluckt"

Handgreiflich geht es jedenfalls zu in den Duellen der beiden Center, wie eine frisch genähte Platzwunde in Mutombos Gesicht beweist. Seit dem Beginn der Finalserie am 6. Juni habe er täglich "Blut geschluckt", O'Neals Gangart gehöre aber zum Geschäft. "Ich beschwere mich niemals darüber, aber jetzt kommt er und reklamiert die Foulentscheidungen der Schiedsrichter - wenn er nichts täte, würde auch nicht gepfiffen werden", so Mutombo, der zudem rechtzeitig zu Spiel vier am Mittwoch eine Kampfansage Richtung O'Neal losschickte: "Wir befinden uns mitten in einem Krieg."

"Spielt mit mir"

Philadelphias Coach Larry Brown nahm O'Neals Bemerkungen gelassen hin. "Er hat einfach nach dem Spiel drauf los geredet, das nehme ich ihm nicht übel. Er ist ein phantastischer Spieler und eigentlich ein netter Mensch", sagte Brown über den MVP, den wertvollsten Spieler, der letztjährigen Saison. O'Neal beharrte allerdings auch einen Tag später noch auf seinen Standpunkt. "Das, was ich gesagt habe, meine ich auch. Ich bestrafe gerne Leute die gegen mich spielen. Fordert mich heraus, behandelt mich wie eine Spielkonsole und spielt mit mir", tönte "Shaq".

Mit Schutzhelm gegen die Dinosaurier

Die Mitspieler beider Teams beobachten die Auseinandersetzung ihrer Center mit gehörigem Respekt. "Du ziehst in die Zone und dort ist halt ihr Gebiet, sie sind die großen Dinosaurier", meinte Lakers-Forward Rick Fox. 76ers Guard Aaron McKie fügte hinzu: "So spielen die großen Jungs halt unterm Korb, dort braucht man einen Schutzhelm."

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.