NBA-Playoffs Mavericks vergeben Matchball

Entscheidung vertagt. Die San Antonio Spurs haben ihren Rückstand auf Dallas verkürzt und zwingen das Team von Dirk Nowitzki in ein sechstes Spiel. Im zweiten Conference-Halbfinale steht Vizemeister Detroit gegen Cleveland vor dem Aus.


Hamburg - 31 Punkte und zehn Rebounds von Dirk Nowitzki für die Dallas Mavericks reichten nicht, um vorzeitig ins Conference-Finale im Westen einzuziehen. Denkbar knapp unterlagen sie 97:98 beim Meister aus San Antonio. Nach wie vor fehlt den Mavs  in der Best-of-seven-Serie ein Sieg zum Weiterkommen.

NBA-Profi Duncan: Matchwinner für die Spurs
REUTERS

NBA-Profi Duncan: Matchwinner für die Spurs

Sechs Sekunden vor Ende der Partie hatte der überragende Nowitzki vor 18.800 Zuschauern die Chance, die entscheidenden Punkte zu erzielen. Sein Sprungwurf wurde allerdings von Bruse Bowen geblockt. "Es geht um sehr viel, und manchmal macht man unter Druck eben Fehler", sagte der 27-Jährige. "Ich hab ihn nicht gesehen, er hat einfach großartig verteidigt", lobte Nowitzki den Spezialisten in der Spurs-Defense.

"Ich habe vorher gesagt, eine 3:1-Führung ist kein Ruhekissen. jetzt müssen wir eben zu Hause unseren Killerinstinkt beweisen und das sechste Spiel gewinnen", so Nowitzki. Das nächste Aufeinandertreffen findet am Freitag in Dallas statt.

Mavericks-Trainer Avery Johnson hatte zwei Teams gesehen, die sich "geweigert haben, zu verlieren". Davor müsse man den Hut ziehen, so der Coach, der sich ansonsten in Zurückhaltung übte: "Der vierte Sieg ist immer der schwerste, das ist bekannt. Noch dazu gegen einen stolzen Meister, der den Titel nicht ohne Kampf abgeben wird."

Das bestätigte auch San Antonios Tim Duncan. "Wir sind noch nicht urlaubsreif. Dallas war immer dran, aber die Mavericks haben uns ein Chance gegeben und die werden wir nutzen", sagte der 30-Jährige. Bei den Gastgebern stach der Center mit 36 Punkte und zwölf Rebounds hervor. Sein Teamkollege Tony Parker kam an seinem 24. Geburtstag auf 27 Zähler.

In der Eastern-Conference sind die Cleveland Cavaliers dank ihres 86:84-Auswärtserfolges gegen die Detroit Pistons 3:2 in der Serie in Führung gegangen. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt des Halbfinales im Osten war dies der dritte Sieg in Folge für das Team um Allstar LeBron James. Der 21-Jährige steuerte 32 Punkte bei und gab den entscheidenden Assist zum Siegwurf. 27 Sekunden vor Ende der Partie bedienter er Drew Gooden, der mit einem Korbleger das Spiel entschied.

"Detroit ist nicht der große böse Wolf, und wir sind nicht die drei kleinen Schweine. Wir sind erwachsene Menschen und wissen, dass wir sie schlagen können", beurteilte James die Chancen auf ein Weiterkommen gegen den Vizemeister.

Bei den Pistons war Tayshaun Prince mit 21 Punkten erfolgreichster Werfer, Chauncey Billups erzielte 17 Punkte, ehe er in letzten Viertel aufgrund zu vieler Fouls das Feld verlassen musste. In Spiel sechs am Freitag muss Detroit erstmals in Cleveland gewinnen, um sich die Chance aufs Conference-Finale offenzuhalten.

guv/dpa/AP



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adrian01, 24.04.2006
1. Respekt, aber keinen Titel
Dirk Nowitzki hat eine MVP-reife Saison gespielt, so viel steht fest. Erstmals in seiner Karriere war er der alleinige Anführer der Mavericks und er löste die Aufgabe ohne die Hilfe der Kameraden Nash und Finley herausragend. Weil er nicht mehr nur der Punktesammler war, sondern eben der Anführer, der der in den Situationen Verantwortung übernimmt, wenn das Spiel entschieden wird. Diese Fähigkeit hat Nowitzki in diesem Jahr eindrucksvoll bewiesen, zuerst bei der EM, jetzt auch in der NBA. Dazu kam, dass die Mavericks in diesem Jahr (endlich einmal) ein System gespielt haben dessen Grundphilosophie nicht aus "Wer zuerst 120 Punkte macht gewinnt" besteht. Avery Johnson hat es geschafft, seinen Spielern zu erklären, dass "D" nicht nur der erste Buchstabe von "Dallas" ist, sondern auch von "Defense". Die Spieler haben die Umstellung gemeistert, der Erfolg spricht für sich. Die Mavericks aber jetzt zum Favoriten auf den Titel zu erheben, wäre vermessen. Zu stark ist die Konkurrenz aus Detroit und San Antonio. Schon der Finaleinzug (und damit ein Duell gegen die Pistons) wären eine große Überraschung, obwohl man die Regular Season-Serie gegen die Spurs mit einem Unentschieden beendete. Um in den Playoffs ernsthaft am Thron des amtierenden Champions zu rütteln, müssten einige von Nowitzkis Teamkollegen deutlich über ihre Verhältnisse spielen (vor allem Center Eric Dampier) und man müsste einen Weg finden, die Kreise von Aufbauspieler Tony Parker zu stören. Vor allem letzteres ist schwer vorstellbar, zu gering sind die Verteidigungskünste der Mavs-Guards Devin Harris und Jason Terry. Das Finale dürfte deshalb wieder San Antonio gegen Detroit lauten. Zu ausgeglichen und stark präsentierten sich die beiden Teams in der regulären Spielzeit. Im Osten gibt es wohl kein Team, dass den Pistons ernsthaft Paroli bieten kann. Sowohl bei den Nets (im Frontcourt gibt es mit Nenad Krstic nur einen überdurchschnittlichen Spieler), den Cavaliers (zu viel hängt offensiv von "King" James ab) und den Miami Heat (mangelnde Qualität, O'Neal und Wade ausgenommen) gibt es immer ein Handicap, dass den großen Wurf, den Finaleinzug,verhindern wird. Im Westen wird es zwar enger, doch letztlich werden sich die Spurs gegen Dallas und Phoenix (ohne Amare Stoudemire) durchsetzen. Wer am Ende den Titel holt ist schwer zu sagen: Dort wird die jeweilige Tagesform des Ausschlag geben, auch wenn die Bilanz der regulären Saison für Detroit spricht.
Silberkamp, 25.04.2006
2.
es wäre ein traum, wenn nowitzki den titel holen würde. es würde auch den deutschen basketball nach vorne bringen.
coolste, 26.04.2006
3.
Ich bin nicht der Meinung, dass Dallas chancenlos ist in Runde 2 gegen die Spurs. Vor allem heisst es Daumen drücken für die Kings. Schaffen diese es die Serie gegen San Antonio lange offen zu halten wäre das Gold wert für Dallas, da Tim Duncan und Manu Ginobili, die beide mit Verletzungen zu kämpfen haben, wenig Zeit zur Erholung hätten. Leider sieht es momentan nicht nach einer wirklich langen Serie aus, die Spurs führen bereits 2-0 und das erste Spiel war eine regelrechte Vorführung. Aber vielleicht macht das 2. Spiel ja Hoffnung, in dem Sacramento nur sehr unglücklich in der Verlängerung verlor, und das ohne ihren besten Spieler Ron Artest (gesperrt für ein Spiel). Analog ist es natürlich auch wichtig, dass Dallas ihre Serie frühzeitig entscheidet, um wiederum ihren angeschlagenen Spielern die Möglichkeit zur Erholung zu geben. Besonders auf Devon Harris ruhen einige Hoffnungen, da er der einzige ist, der annähernd mit dem Antritt von Tony Parker mithalten kann. Letztendlich wird es denke ich eine knappe Geschichte, die die Spurs aber wohl für sich entscheiden werden. Nicht zuletzt, da so erfahrene Leute wie Finley, van Exel, Horry und, wie gegen Sacramento zu sehen, Brent Barry von der Bank kommen. Zudem wird Nowitzki es schwer haben sich in jedem Spiel gegen den Defensivspezialisten Bruce Bowen so zu behaupten wie im Finale der regulären Saison. Egal wer diese Serie gewinnt wird aber wohl auch in die NBA Finals einziehen, da die andere Hälfte des Playoff-Baums im Westen doch deutlich schwächer besetzt ist. Im Osten sehe ich Detroit nicht unbedingt als automatischen Finalteilnehmer. Zwar haben sie eine absolut überragende reguläre Saison gespielt und sind sicherlich Favorit, aber ich denke das Miami oder New Jersey nicht chancenlos sind. Miami ist dank Shaq per Definition immer gefährlich und sollte Detroit in nichts nachstehen, sollten sie verletzungsfrei bleiben. Auch letztes Jahr war diese Serie äußerst knapp und wurde unter anderem auch durch die Verletzung von Wade entschieden. Müsste New Jersey in der zweiten Runde gegen Detroit spielen anstatt gegen Miami, würde ich ihnen noch größere Chancen einräumen. Aber Shaq und Zo haben sie einfach nichts entgegenzusetzen. Da reicht auch das Duo Kidd-Carter nicht aus. King James wird in seinen ersten Playoffs leider nicht über die erste Runde hinaus kommen. Da müsste er schon jedes Spiel so dominieren wie Spiel 1 und das schafft selbst er nicht. Mein Tipp für das Finale lautet Miami vs. San Antonio, welches Miami in 6 Spielen für sich entscheiden wird.
Herr K, 28.04.2006
4.
Um über die Titelchancen vermeintlicher Favoriten zu räsonieren, ist es in der ersten Runde noch zu früh. Es empfiehlt sich daher, erst einmal abzuwarten, wer die zweite erreicht. Was würde zum Beispiel passieren, wenn die Lakers überraschenderweise die Suns schlagen? Dann sieht die Welt doch gleich ganz anders aus. Die Lakers sind schließlich mit Lamar Odom und vor allem smush Parker weniger von ihrem Star abhängig als beispielsweise Cleveland. Und sollten die Lakers tatsächlich in die zweite Runde einziehen, dann können sie jeden schlagen, auch die Spurs (wie in der Saison) oder die Pistons (ebd.). Also abwarten!
Herr K, 28.04.2006
5.
Es ist zu früh, um über die Aussichten vermeintlicher Favoriten zu räsonieren. Es empfiehlt sich daher den Ausgang der ersten Runde abzuwarten. Was wäre nämlich, wenn die Lakers die Suns schlagen? Die hatte nämlich (wie die Suns) bisher hier im Forum keiner auf der rechnung, doch wenn sie es schaffen, Phoenix zu schlagen, wen sollen sie dann nicht schlagen können? San ANtonio, Detroit? Gegen beide konnten die Lakers in der Saosin mindestens einmal triumphieren. Zudem haben die Lakers zwar mit Bryant den Spieler, der trifft wie er will und von wo er will, aber sie sind von ihm dank Lamar Odom, und vor allem auch Smush Parker, weniger abhängig als die Cavaliers von James. Also abwarten bis zur zweiten Runde!
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