NBA-Playoffs Nowitzki brilliert, Detroit verliert

Die Dallas Mavericks stehen dank Dirk Nowitzki nur noch einen Sieg von der nächsten Playoff-Runde entfernt: Der Deutsche war der entscheidende Mann beim wichtigen Erfolg in Memphis. Auch die Clippers jubelten, Detroit hingegen wurde in Milwaukee vorgeführt.


Hamburg - Avery Johnson wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte - und er tat es euphorisch: "Was für ein Spiel", rief der Trainer der Dallas Mavericks, "er trifft diesen unglaublichen Dreier, der uns in die Verlängerung rettet, macht in 48 Minuten 36 Punkte… was für eine Vorstellung von dem Mann, der die ganze Saison schon wie ein MVP spielt." Gemeint war Dirk Nowitzki, der diese Leistung kurz zuvor beim 96:89 nach Verlängerung bei den Memphis Grizzlies abgeliefert und sein Team in der Best-of-seven-Serie mit 3:0 in Führung gebracht hatte.



Der Dreier, den Johnson so bejubelte, hatte der deutsche Forward 15 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit aus fast aussichtsloser Position getroffen, 76:76 stand es danach. Dabei hätten sich seine Würfe von außerhalb während des gesamten Spiels "gar nicht gut angefühlt", erklärte Nowitzki. "Auch, als der Wurf meine Hand verließ, war ich mir gar nicht so sicher, aber ich bin natürlich froh, dass er rein gegangen ist."

Memphis hätte das Spiel im Gegenzug fast noch entschieden, aber Chucky Atkins verpasste einen Korbleger. "Das ist sehr frustrierend", erklärte Grizzlies-Forward Pau Gasol, der 16 Punkte erzielte, "wir hatten eigentlich schon gewonnen". Es wäre der erste Playoff-Sieg in Memphis' Clubgeschichte gewesen. Die nächste Chance bietet sich am Montag erneut in Memphis, es könnte aber schon die letzte sein. Mit einem Sieg würde sich Dallas für die nächste Runde qualifizieren.

Auf diese Ausgangsposition hatten auch die Detroit Pistons gehofft, die vor ihrem Auftritt in Milwaukee beide Heimpartien gewonnen hatten. Doch bei den Bucks erlebte das beste Team der Regular Season ein Debakel - nicht nur dem Ergebnis (104:124) nach. Die personifizierte Ernüchterung für die Pistons war Michael Redd. Milwaukees Guard kam auf 40 Punkte und traf dabei vier seiner fünf Dreierversuche. Diese Ausbeute war die beste seiner Karriere in den Playoffs An seiner Seite lief auf T.J. Ford zu großer Form auf, er verteilte 15 Assists.

"Wenn du ein Team hast, das gut werfen kann, bekommt es irgendwann einen Lauf", kommentierte Pistons-Coach Flip Saunders. Seine Mannschaft hingegen habe nie zu ihrem Spiel gefunden. "Das werden wir im nächsten Spiel ändern müssen." Vor allem Center Ben Wallace (nur ein Punkt und fünf Rebounds) und Forward Tayshaun Prince (sechs Punkte) kamen nie in Fahrt. Bester Werfer in Reihen des Vizemeisters war MVP-Kandidat Chauncey Billups mit 26 Zählern. Am Montag muss sein Team erneut in Milwaukee antreten.

Auswärts feierten zwei andere Teams wichtige Siege. Die L.A. Clippers führen nach dem 100:86 in der Best-of-seven-Serie gegen die Denver Nuggets bereits 3:1, ein Sieg im nächsten Spiel würde zum Weiterkommen reichen. Im Team der Clippers ragte kein Akteur heraus, sieben Profis kamen jedoch auf doppelte Punktwerte. Denver enttäuschte, lediglich Jungstar Carmelo Anthony (17 Punkte, 11 Rebounds) erreichte annähernd Normalform. Sollte die Clippers tatsächlich in die nächste Playoff-Runde einziehen und Ortsrivale Lakers seine Serie gegen Phoenix (derzeit 2:1) gewinnen, käme es im Conference-Halbfinale zu dem pikanten L.A.-Derby.

Auch New Jersey darf weiter auf den Einzug in die nächste Runde hoffen. Das Team um die Allstar-Guards Jason Kidd und Vince Carter gewann in Indiana 97:88 und glich in der Serie zum 2:2 aus. Carter war mit 28 Punkten bester Profi seiner Mannschaft, Kidd kam auf 10 Zähler, acht Assists und sechs Rebounds. Eine Umstellung von Nets-Coach Lawrence Frank machte sich ebenfalls bezahlt: Er ließ Center Nenad Krstic auf der Position des kleinen Flügels spielen, Krstic bedankte sich mit 21 Punkten. Indiana musste auf Forward Peja Stojakovic verzichten, Jermaine O'Neal kam auf 22 Punkte.

goe



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