NBA-Profi Novak Super Wurf, sonst fast nichts

Sein Team spielt lausig, doch Steve Novak hat bislang das Beste aus dieser Saison gemacht. Bei den Los Angeles Clippers avancierte der 25-Jährige zu einem der treffsichersten NBA-Profis aus der Distanz. "FIVE"-Autor Toni Lukic stellt Novak vor.


Die NBA ist eine Liga der Spezialisten. Jedes Team braucht Akteure, die etwas übermäßig gut können. Diese Akteure sind aus den Spielsystemen nicht mehr wegzudenken. Weitere Referenzen sind zwar erwünscht, keinesfalls aber zwingend erforderlich.

Clippers-Profi Novak: Exzellente Trefferquote
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Clippers-Profi Novak: Exzellente Trefferquote

Die bei den General Managern der Liga beliebteste Sorte von Special Agents operiert hinter der 7,25-Meter-Linie - so wie Steve Novak. Der Small Forward ist mit 2,08 Metern und nur knapp hundert Kilogramm der geborene Schütze. Gut 40 Prozent seiner Dreierversuche fanden diese Saison ihr Ziel.

Am College in Marquette kam Novak auf 47 Prozent. Das Blöde ist nur, dass Novak bis aufs Schießen eigentlich nichts kann. Bei Rebounds, Assists und Blocks zeigt der 25-Jährige schlicht zu wenig.

Dennoch spielte Novak bei den Clippers viele Minuten. Stellt sich die Frage, welche Rolle dem Scharfschützen bleibt, wenn die von Verletzungen geplagten Clippers auf den ganzen Kader bauen können.

Sicher keine herausragende, doch Novak würde bei einem Playoff-Team, was gesunde Clippers zweifellos sein können, einige effektive Minuten bringen. Jedes Doppeln gegen die Stars des Teams würde er bitter bestrafen.

Das war auch der Grund, warum die Houston Rockets Novak 2006 verpflichteten. Sie sahen am College nämlich wahre Wunderdinge des Forwards. Zum Beispiel die 41 Punkte und 16 Rebounds in seiner Senior-Saison gegen die University of Connecticut. Oder die exzellente Freiwurfquote von 97,4 Prozent. Noch heute hält Novak in Marquette den Rekord für die meisten getroffenen Würfe von der Linie nacheinander: 64 waren es.

Dass der College-Star bei den Profis dank seiner zarten Statur nicht über den Status eines Rollenspielers hinauskommen würde, war den Rockets klar. Sie wollen einen Distanzspezialisten zur Entlastung von Center Yao Ming.

In zwei Jahren in Texas, abzüglich eines einmonatigen Abstechers in die unterklassige D-League, kommt Novak indes nur auf 2,7 Punkte pro Spiel. Die Umstellung ist anfangs einfach zu groß.

Im August 2008 wird Novak dann von den Rockets zu den Clippers getraded. Houston erhält das Recht, dass 2011 mögliche Zweitrunden-Picks getauscht werden. Die Rockets geben Novak quasi ohne Gegenleistung ab. Finanziell bringt der Transfer Houston nicht viel Entlastung, Novak verdient in dieser Saison lediglich gut 800.000 Dollar.

Der Flügelspieler, dessen Karrierebestleistung bei 23 Punkten liegt (aufgestellt am 11. Februar 2009 beim 128:124-Sieg gegen New York) dürfte sein Jahresgehalt künftig mindestens verdreifachen. Novaks Vertrag bei den Clippers läuft diesen Sommer aus, etliche Clubs dürften dem Free Agent dann lukrative Angebote machen.

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