NBA Schrempf juckt es wieder

Im Oktober erklärte Detlef Schrempf seinen Rücktritt vom aktiven Basketball und sah einem entspannten Alltag entgegen. Jetzt ist er wieder in Portland aufgetaucht und schon kursieren Gerüchte über ein Comeback.


Detlef Schrempf: "Ich werde hier keinem im Weg sein"
AP

Detlef Schrempf: "Ich werde hier keinem im Weg sein"

Portland - Die Spieler der Portland Trail Blazers staunten nicht schlecht, als am Dienstag in der Turnhalle des Lewis & Clark College in Portland ein alter Bekannter auftauchte. Zur Übungseinheit des derzeit erfolgreichsten Teams in der NBA (11 Siege aus den letzten 12 Spielen) gesellte sich auch Detlef Schrempf, der letzte Saison nach 15 Jahren Schwerstarbeit bei den Dallas Mavericks, den Indiana Pacers, den Seattle SuperSonics und den Portland Trail Blazers seine Basketballsneakers an den Nagel hängte.

"Die brauchen keinen, der sie auf andere Gedanken bringt"


Jetzt juckte es den Leverkusener, der am Sonntag 38 Jahre alt wird, anscheinend doch wieder in den Füßen. Eine sportliche Notwendigkeit ist die Wiederkehr des Routiniers ins Team der Blazers allerdings nicht unbedingt. Dies gibt Schrempf auch unumwunden zu: "Die Jungs spielen derzeit ausgezeichnet, die brauchen keinen, der sie auf andere Gedanken bringt", sagte Schrempf nach der Trainingseinheit, zu der er in ausgezeichneter körperlicher Verfassung erschien. "Ich werde hier keinem im Weg sein."

Schrempf hatte am 2. Oktober vergangenen Jahres seinen Rücktritt vom aktiven Basketball erklärt. Ein chronisch eingeklemmter Nerv im Nacken hatte seine letzte Saison, in der er 77-mal für Blazers eingesetzt wurde und dabei im Durchschnitt 7,5 Punkte und 4,3 Rebounds verbuchte, schon zu einer anstrengenden Angelegenheit werden lassen.

Doch den Formbrief an dem NBA-Kommissar David Stern, der alle Rücktritte offiziell absegnen muss, hat der Mann, den sie in den USA auch "White Magic" oder "Det, the Threat" nennen, nie abgeschickt. Der Grund hierfür: Blazers-Manager Bob Whitsitt, mit dem Schrempf schon in seiner Zeit in Seattle zusammengearbeitet hat, hat ihn gebeten, als Notnagel im 15-köpfigen Aufgebot der Blazers zur Verfügung zu stehen.

"Das war schon seltsam", erinnert sich Schrempf an das Gespräch. "Natürlich hat mich das gefreut, denn ich habe das nicht unbedingt erwartet. Ich hatte zuvor zu Bob und Teambesitzer Paul Allan klipp und klar gesagt, dass ich eigentlich nicht plane, noch einmal auf dem Parkett zu stehen, aber sie dachten, es wäre trotzdem ein gute Idee, dass ich bleibe."

2,2 Millionen Dollar für Fernsehen und Essen


Obwohl er, wie er selbst zugibt, erst ein Spiel der Blazers (in Schrempfs Wohnort Seattle) in dieser Saison gesehen und seine Zeit hauptsächlich mit "Fernsehen und Essen" verbracht hat, bezieht er von den Blazers immer noch ein stolzes Gehalt von 2,2 Millionen Dollar für die Saison 2000/2001.

Die Chance, dass er in den verbleibenden 42 Spielen der NBA-Saison noch einmal eingesetzt wird, schätzt Schrempf allerdings eher gering ein: "Ich weiß überhaupt nichts und wenn ich ehrlich bin, habe ich auch darüber nicht nachgedacht. Wir haben uns geeinigt, dass wir erst mal abwarten. Es ist immer noch relativ früh in der Saison. Wenn alle gesund bleiben, müssen wir uns sowieso keine Gedanken machen."

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.