NBA-Star Chauncey Billups Der Heimkehrer

Zurück in der Heimat: Chauncey Billups spielt wieder in seiner Geburtsstadt Denver. Für ihn mussten die Nuggets Superstar Allen Iverson ziehen lassen - doch Team und Fans könnten kaum zufriedener sein. "5IVE"-Redakteur Sven Simon über die Fähigkeiten von "Mr. Big Shot".


Dies ist der zweite Teil des Artikels über Nuggets-Guard Chauncey Billups. Lesen Sie im ersten Teil: Wie sich Billups vom Ersatzspieler zum Finals-MVP entwickelte - und Detroit trotzdem verlassen musste. Zum ersten Teil gelangen Sie hier.

Zwar gab es entgegen den Gerüchten keine Absprache zwischen Dumars und seinem Point Guard, dass es bei einem Trade nach Denver gehen würde, aber der Manager der Pistons hatte Billups im Sommer zumindest versichert, dass er alles tun werde, um dessen Wünsche zu berücksichtigen. "Natürlich bin ich dankbar, wie es jetzt gelaufen ist", sagt Billups. "Es hätte mich ja auch sonstwohin verschlagen können."

Nuggets-Guard Billups (mit Ball): Chef auf dem Platz
REUTERS

Nuggets-Guard Billups (mit Ball): Chef auf dem Platz

In Denver wird er nach zwei Jahren fehlgeschlagener Experimente um das Scorer-Duo Carmelo und Iverson vor allem von George Karl mit offenen Armen empfangen. Der Headcoach der Nuggets hatte sich bereits seit dem Trade von Andre Miller nach Philly vor zwei Jahren bezüglich eines fehlenden Spitzenaufbaus im Kader beschwert. Ohne echten Point Guard müsse er als Trainer bei rund achtzig Prozent aller Angriffe eine Ansage machen, so Karl. Jetzt mit Billups werde sich das enorm reduzieren. "Seine Aufgabe ist es, mir und dem Team zu helfen, unsere Offensive auszubalancieren", sagt Karl. "Das ist der Beginn des erfrischenden Experiments, einen Point Guard auf dem Feld zu haben."

Niemand befürchtete, dass die Nummer schwierig werden könnte wie es etwa bei den Mavs und Jason Kidd der Fall war. "Das ist eine Herausforderung, die ich so bisher noch nicht hatte", sagt Billups. "Das hier ist ein junges Team mit vielen guten Spielern, die lediglich einen Anführer brauchen. Jemanden, der schon in den Situationen war, die ihnen noch bevorstehen." Kenyon Martin bringt nach dem ersten Spiel den wichtigsten Aspekt lächelnd auf den Punkt: "Er hat einen Meisterschaftsring."

Damit hat der 32-jährige Aufbau allen anderen Profis im Nuggets-Kader etwas voraus. "Wir dachten, dass alles etwas länger dauert: die Gewöhnung an das schnelle Spiel, an unsere Systeme", so Martin. "Aber er kam hier an, blieb anfangs immer noch nach dem Training da, um über die Spielzüge zu reden, und war generell sehr aufmerksam, um alles zu verstehen, was hier im Team wichtig ist." Seit er da sei, würde das Team vor allem im letzten Viertel wesentlich effizienter spielen. "Einige Spiele, die wir jetzt in der Crunchtime für uns entschieden, hätten wir vergangenes Jahr bestimmt noch verloren", so Martin.

Dass Billups nicht mehr so schnell ist wie in seiner Jugend, stört in Denver niemanden. "Bei meinem Spiel geht es nicht um Schnelligkeit oder Sprungkraft", sagt er selber. "Mein Spiel ist methodisch. Es geht darum, gute Würfe zu nehmen und generell die richtigen Entscheidungen zu treffen." Wichtig ist vor allem, dass Carmelo Anthony begeistert ist. Es ist eine neue Erfahrung für ihn, dass er sich nur intelligent bewegen muss und im perfekten Moment von Billups in Szene gesetzt wird. "Ich hatte viel Spaß in meinen fünf Jahren in der NBA", sagt der Topscorer der Nuggets, "aber noch nie so viel wie jetzt gerade."

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Auch Karl wirkt seit dem Trade in den Interviews so glücklich wie schon lange nicht mehr. "Es gefällt mir, was für ein Team wir jetzt sind", sagt er. "Es gefällt mir, dass wir mannschaftsorientiert spielen und Wert auf die Defense legen. Endlich gibt es nicht nur den Wunsch, ein Titelanwärter zu werden, sondern auch berechtigte Hoffnungen. Um Meister zu werden, brauchst du eine Spielmacher-Mentalität in deinem Angriff", so Karl weiter. "Ich habe auch früher mit dem Team oft darüber geredet: Passt den Ball, spielt Assists, achtet auf die Weakside. Aber erst jetzt mit Chauncey ist unser Team wirklich aufgewacht. Das Team, der Trainer, der Club und die Stadt haben das Gefühl, dass wir jeden Gegner schlagen können. Und das ist ein sehr gutes Gefühl."



insgesamt 14 Beiträge
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Frankenfan, 29.10.2008
1. Meine Prognose
LA Lakers. Für Dirk Nowitzki wird es leider mit seinen Maverick wieder nichts zu holen geben. Wenn er wirklich einmal den Meisterschaftsring tragen will muss er entweder zu den Lakers oder nach San Antonio gehen. Bei diesen Mannschaften hat nach meinem Gefühl die besten Chancen in den nächsten drei bis vier Jahren auch einmal die Meisterschaft zu gewinnen. Dallas wird dieses Jahr sogar Probleme bekommen die Play Offs zu erreichen.
arber-shputa 29.10.2008
2.
Zitat von sysopKönnen die Boston Celtics in der Spielzeit 2008/09 den Titel verteidigen? Wie weit kommen die Los Angeles Lakers, welche Chance haben Dirk Nowotzki und seine Dallas Mavericks und welches Team wird die Überraschung der Saison?
New Orleans Hornets sahen in den letzten Play-Off's ziemlich gut aus. Und Chris Paul ist bestimmt auch nciht schlechter geworden. Dallas ist unberechenbar. Denen traue ich alles zu . Vom Titelgewinn bis Nicht-Qualifizierung für die Play-Off's. Den Osten wird wohl wider Boston gewinnen. Die reguläre Saison und die Play-Off's.
Subtuppel 30.10.2008
3. Re
Die Lakers sehen wirklich stark aus dieses Jahr, wenn Bynum fit bleibt könnte es was werden. Der Sieg heute nacht war jedenfalls recht eindrucksvoll. Ich tippe auf das gleiche Finale wie in der letzten Saison, nur diesmal nicht mit Boston als deutlichem Favoriten. Eine Prognose zu Dallas kann man wohl erst nach ein paar Spielen abgeben, wenn der neue Trainer es schafft, Systeme auszubauen in denen die Stärken von Kidd ausgespielt werden können, sind die Playoffs jedenfalls locker drin.
bik, 31.10.2008
4. New Orleans
Mein Tip: New Orleans. Ich finde, es ist die einzige Mannschaft, die vier überragende Spieler in der Anfangsformation hat. Und anscheinend können die auch miteinander.
Flolli, 06.11.2008
5.
Zitat von bikMein Tip: New Orleans. Ich finde, es ist die einzige Mannschaft, die vier überragende Spieler in der Anfangsformation hat. Und anscheinend können die auch miteinander.
4 überragende Spieler? Und wer sollen die sein? Ich denke eher die Mannschaft lebt von EINEM Superstar, CP3, und einer ansonsten sehr soliden, aber keinesfalls überragenden Mannschaft. Die Mannschaft hat keinen wirklichen Schwachpunkt, das macht sie so gut. Aber letztendlich werden sich doch die Lakers im Westen durchsetzen. Warum? Weil Kobe überragend ist, und sie im Frontcourt einfach variabler als alle anderen Mannschaften sind mit Gasol/Bynum/Odom. Dazu kommt ein super erfahrener Trainer Phil Jackson, eine ordentliche Bank und die Motivation, es Boston zurückzuzahlen. Deswegen denke ich auch, dass sie in den Finals gegen eben jene Celtics gewinnen werden. Dirk und seine Mavs werden eine Nebenrolle spielen, wie letztes Jahr schon. Ich sehe einfach zu wenig Potenzial in dieser Mannschaft und für Dirk tut es mir wirklich leid. Da wurde auf Teufel komm raus versucht, irgendwie brauchbare Spieler zusammenzuwürfeln, statt eine klare Linie zu fahren. Und die Zukunft gehört sowieso anderen Teams.
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