Hamburg - Favre soll seinen Verein darüber informiert haben, seine Karriere beenden zu wollen. Das berichtet der US-Sender ESPN und stützt sich dabei auf eine Aussage des Agenten des 38-Jährigen, Buss Cook. Favre hatte in dieser Saison die Green Bay Packers ins Finale der NFC geführt, das Halbfinale der NFL. Dort unterlag er dem späteren SuperBowl-Sieger, den New York Giants. Favre selbst hatte den Titel in der Saison 1996 mit den Packers gewonnen.
"Ich weiß, dass ich immer noch spielen könnte, aber ich bin mental erschöpft. Einfach erschöpft", sagte Favre ESPN.
"Favre hat uns davon
in Kenntnis gesetzt, dass er seine Karriere beenden wird. Er war
einer der besten Spieler in der Geschichte der NFL. Er zieht selbst
den Schlussstrich - das war nicht vielen Spielern vergönnt", sagte
Packers-Geschäftsführer Ted Thompson.
Für seine Entscheidung hatte sich Favre monatelang Zeit gelassen. Nach seiner starken letzten Saison war damit gerechnet worden, dass Favre seiner Karriere noch eine weitere Spielzeit hinzufügt.
Der dreimalige MVP (wertvollster Spieler) war seit 1992 Starting Quarterback der Packers. In 16
Jahren bei dem Club aus Wisconsin stellte er alleine fünf
NFL-Rekorde auf, die bis heute Bestand haben.
Das Idol der Packers-Fans gewann 160 Spiele als Starting
Quarterback, warf in seiner Karriere erfolgreiche Pässe über 61.655
Yards und hält zudem "ewige" Bestmarken für gelungene Pässe (5377),
Touchdown-Pässe (442) und Passversuche (8758). Mit 255 Spielen hat
Favre zudem die meisten Einsätze eines Spielers in der
Packers-Geschichte vorzuweisen.
"Einige dieser Rekorde werden
niemals erreicht werden", sagte Thompson.
In der offiziellen NFL-Liste der besten Quarterbacks aller
Zeiten belegt Favre Rang vier hinter Johnny
Unitas, Joe Montana und John Elway. Im Superbowl XXXI 1997 führte
Favre die Packers mit zwei Touchdownpässen zu einem 35:21 gegen die
New England Patriots und feierte den größten Erfolg seiner Karriere.
Legendär wurde Favre jedoch mit dem so genannten "Oakland
Raiders Game" 2003, nur einen Tag nach dem Tod seines Vaters, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Favre entschied sich zu spielen, warf vier
Touchdown-Pässe in der ersten Halbzeit und Pässe für sensationelle
399 Yards.