Playoff-Aus Nowitzki scheitert an den Warriors

Sie hatten die ganze Liga im Griff - bis auf ein Team: Nach vier Niederlagen in der regulären Saison verlor NBA-Primus Dallas auch in den Playoffs vier von sechs Partien gegen Golden State und schied überraschend aus. Nowitzki enttäuschte und muss nun weiter auf einen Titel warten.

Hamburg - Meisterschaftsfavorit Dallas, der die reguläre Saison als klare Nummer eins beendet hatte, verlor das sechste Spiel der Serie Best-of-Seven bei den Golden State Warriors 86:111. Die Kalifornier setzten sich somit insgesamt mit 4:2-Siegen durch. Bereits in der regulären Saison hatte der Außenseiter Warriors aus Oakland, der von Ex-Dallas Coach Don Nelson trainiert wird, alle vier Partien gegen die Mavericks gewonnen.

Dirk Nowitzki erwischte einen ganz schwarzen Tag. Der Forward, zwei Tage zuvor noch der überragende Mann beim 118:112- Heimsieg, war diesmal ein Totalausfall und kam lediglich auf acht Zähler (zehn Rebounds). Nur zwei seiner 13 Würfe aus dem Feld landeten im Korb. Zudem traf Nowitzki keinen seiner sechs Versuche von jenseits der Dreierlinie.

Damit zeigte sich der Favorit auf den MVP-Titel ("wertvollster Spieler") der regulären Saison auch in der Niederlage als Führungsspieler - wenn auch in negativem Sinn: Insgesamt trafen die Mavs lediglich 37,6 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld (Warriors: 46,8) und 32,4 Prozent (46,7) von der Dreierlinie.

"Meine Erwartungen sind sehr hoch. Wenn ich sie nicht erfülle, bin ich natürlich enttäuscht", sagte Nowitzki, "ich konnte dieser Serie nie meinen Stempel aufdrücken. Deshalb bin ich sehr enttäuscht. Wir haben 67 Spiele in der regulären Saison gewonnen. Das alles ist jetzt wertlos. Es tut mir unwahrscheinlich leid für unsere Fans und den Verein."

Spielentscheidend in Oakland war das dritte Viertel, das Außenseiter Golden State mit 36:15 klar für sich entschied und sich somit klar absetzte. "Zur Halbzeit waren wir dran", sagte Dallas-Coach Avery Johnson, "Aber dann hatten wir eines der schlechtesten Viertel in diesem Jahr. Das ist ein sehr enttäuschendes Ende dieser Saison."

Ganz stark bei den glänzenden Gastgebern war einmal mehr Baron Davis, der fast die komplette Partie mit einer Oberschenkelzerrung durchspielte und 20 Punkte erzielte. Andris Biedrins holte zwölf Rebounds, Matt Barnes elf.

Ebenso ragte Stephen Jackson mit 33 Zählern heraus, darunter sieben verwandelte Dreier (Franchise-Rekord). Bei den enttäuschenden Mavericks waren Josh Howard und Jerry Stackhouse mit jeweils 20 Zählern die erfolgreichsten Schützen.

Eine der größten Playoff-Überraschungen der NBA-Geschichte ist damit perfekt. Erst zweimal war bislang der Vorrundenbeste gegen ein an acht gesetztes Team in der ersten Runde ausgeschieden (1994 Seattle gegen Denver und 1999 Miami gegen New York). Damals galt noch der Best-of-five-Modus.

"Starke Regular Season, enttäuschende Playoffs," zog Dallas-Guard Jason Terry ein Saisonfazit. "Wir haben alle unsere Fehler gemacht. Aber man sollte uns auch für die nächste Spielzeit nicht abschreiben. Wir haben ein starkes Team."

Im zweiten Spiel des Abends besiegten die Utah Jazz die Houston Rockets 94:82 und erzwangen damit ein entscheidendes siebtes Spiel. Stärkster Mann auf Seiten der Jazz war Andrej Kirilenko. Der russische Forward kam auf 14 Punkte und fünf Blocks. Carlos Boozer kam auf 22 Punkte, der Türke Mehmer Okur ergänzte 19. Auf Seiten der Rockets erzielte Tracy McGrady 26 Punkte und holte zehn Rebounds. Spiel sieben findet am Samstag (Ortszeit) in Houston statt.

Haftstrafe gegen Ron Artest

Derweil ist Ron Artest von den Sacramento Kings aus der nordamerikanischen Profiliga NBA zu 20 Tagen Haft verurteilt worden. Das gab das Büro eines Richters in Kalifornien bekannt.

Nach Angaben der Zeitung "Sacramento Bee" muss der 27-Jährige allerdings nicht mehr ins Gefängnis. Die Hälfte der Strafe wurde auf Bewährung ausgesetzt, zudem hatte Artest nach der Festnahme am 5. März bereits einige Tage in Untersuchungshaft verbracht, die angerechnet werden. Artest soll seine Frau geschlagen haben. Zusätzlich zu der Haftstrafe wurde Artest nach Angaben des Richters noch zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt und musste sich dazu verpflichten, Seminare zu besuchen, um seine Aggressionen in den Griff zu bekommen.

fpf/dpa/AP

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