Sieg gegen Denver Dallas hält Scharfschützen Anthony kurz

Der Gegner war müde, Dallas hellwach. Kein Wunder, dass die Mavericks gegen Denver keine Probleme hatten. Nuggets-Star Carmelo Anthony, derzeit zweitbester Werfer der Liga, konnte sich nie entfalten. Philadelphia spielte erneut ohne Topscorer Allen Iverson und verlor.


Hamburg – Gegen einen Gegner, der nach einem späten Heimspiel vom Vortag erst um vier Uhr morgens in Dallas eintraf, hatten Dirk Nowitzki und Co. leichtes Spiel. Sie spazierten nach Belieben durch die löchrige Abwehr der Nuggets. Am Ende gab es einen 105:90-Erfolg, für Dallas war es der 17. Sieg gegen Denver in den vergangenen 18 Heimspielen.

Dallas-Star Nowitzki (r.), Gegenspieler Anthony: Intensive Abwehr
AP

Dallas-Star Nowitzki (r.), Gegenspieler Anthony: Intensive Abwehr

Dallas verwandelte 13 der ersten 15 Wurfversuche, lag schnell mit 18 Punkten in Führung und stellte im ersten Spielviertel mit 41 Punkten einen Saisonrekord auf. Bester Werfer war Josh Howard mit 30 Punkten, Nowitzki erzielte fünf weniger. Mit 14 Siegen und sechs Niederlagen ist Dallas derzeit das drittbeste Team der Liga. Nur San Antonio und Utah (beide 15/5) sind besser, Houston liegt gleichauf mit den Mavericks.

Carmelo Anthony, mit durchschnittlich 30,9 Punkten pro Partie derzeit zweitbester NBA-Schütze, kam nie richtig ins Spiel. Der Nuggets-Forward musste sich bei der siebten Saisonniederlage seiner Mannschaft mit 18 Punkten begnügen. "Ein offensivstarkes Team wie Denver kann locker 150 Punkte machen. Dass wir ihnen nur 90 erlaubten, zeugt von unserer guten Defensivarbeit", sagte Dallas-Coach Avery Johnson.

Ohne Allen Iverson, der Philadelphia verlassen will und von vom Club bereits die Freigabe erhalten hat, verloren die 76ers 84:86 bei Orlando. Für die Gäste war es die siebte Niederlage nacheinander. Iverson hatte bereits in der Partie gegen Washington (98:113) am Freitag nicht gespielt. Der beste Werfer der Liga (31,2 Punkte im Schnitt) wird mit den Minnesota Timberwolves in Verbindung gebracht.

NBA-Resultate

Washington - HOUSTON 109:114
ORLANDO - Philadelphia 86:84
New Jersey - BOSTON 90:92
CLEVELAND - Indiana 107:75
Memphis - L.A. CLIPPERS 82:89
Chicago - MINNESOTA 81:91
DALLAS - Denver 105:90
GOLDEN STATE - New Orleans 101:80
NEW YORK - Milwaukee 115:107
Einen persönlichen NBA-Rekord stellte Eddy Curry auf. Der Center der New York Knicks erzielte beim 115:107-Sieg gegen die Milwaukee Bucks 36 Punkte. Houston gewann in Washington 114:109. Rockets-Center Yao Ming kam auf 38 Punkte, davon 23 im Schlussviertel – besser hat der Chinese diese Saison noch nicht getroffen. Die meisten Punkte erzielte jedoch Wizards-Pointguard Gilbert Arenas (41).

Im gesamten Schlussabschnitt geschont werden konnte LeBron James. Die Cleveland Cavaliers führten bereits nach drei Vierteln mit 29 Punkten Vorsprung gegen die Indiana Pacers, am Ende gab es einen 107:75-Sieg. James erzielte 24 seiner insgesamt 27 Punkte in der ersten Hälfte. Chicago verlor nach sieben Siegen in Folge erstmals wieder. Die Minnesota Timberwolves gewannen 91:81 bei den Bulls.

Zum ersten Auswärtssieg der Saison kamen die Los Angeles Clippers. Die Kalifornier, die zuvor sieben Mal in der Fremde verloren hatten, gewannen 89:82 in Memphis. Die Grizzlies sind mit fünf Siegen und dreimal soviel Niederlagen das schlechteste Team der ganzen Liga. Memphis sehnt die Rückkehr des Spaniers Pau Gasol herbei, der in den vergangenen fünf Spielzeiten bester Werfer des Teams war. Gasol hatte sich Anfang September bei der Weltmeisterschaft den linken Fuß gebrochen und befindet sich gerade im Aufbautraining. Wann Gasol wieder spielen kann, steht noch nicht fest.

Seinen 1200. Sieg als NBA-Coach feierte der ehemalige Mavericks-Coach Don Nelson mit dem 101:80-Erfolg seiner Golden State Warriors gegen die New Orleans Hornets. Nur der bereits als Coach zurückgetrene Lenny Wilkens (1332 Siege) war bislang erfolgreicher als Nelson.

ach/AP/sid



insgesamt 33 Beiträge
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FIVE-Sven, 04.12.2006
1. NBA heute, NBA früher
Hallo, da wir wissen, dass die NBA-Artikel bei Spiegel Online sehr beliebt sind und wir mehr Feedback von unseren Lesern haben möchten, werde ich in Zukunft bei meinen Artikeln, die im Forum besprochen werden, auch selber antworten. Ich würde mich freuen über Fragen, Kritik, Lob und vor allem über eigene Ansichten zum Thema. Bei diesem Artikel ist es aber vielleicht am besten, wenn wir erstmal den zweiten Teil morgen abwarten, bevor wir uns in die Diskussion stürzen. Schönen Montag, wünscht der Sven PS: Für mehr Infos über die FIVE: www.fivemag.de
Flori Nowitzki, 04.12.2006
2.
Also meiner Meinung nach ist die NBA immer noch die stärkste Liga. Das liegt allerdings nur noch an den starken Individualisten, der bessere Teambasketball wird mittlerweile in Europa gespielt. Große Teams wie die Celtics (80er) oder die Bulls (9oer) findet man heute nicht mehr. Das Auf und ab eines Teams hängt oft nur von der Verfassung des Stars ab. Man merkt allerdings auch hier, dass die neuen Stras nicht mehr so komplette Spieler sind wie die 'alten hasen' Bryant, Duncan, Nowitzki, Carter oder Iverson. LeBron oder Dwayne können Spiele zwar entscheiden, leben hier aber meist rein von der Athletik, es fehlen die Variantenreiche. Zug zum Korb reicht heute nicht mehr aus, auch Sprungwürfe und die Defense müssen stimmen. Und da haben die noch Jungen, 'neuen' Stars Defizite aufzuarbeiten, Gleichzeitig liegt es an den Managern, Teams aufzubauen, die einen schlechten Tag ihres Superstars auffangen können. Die Mavericks und die Spurs kommen diesem Status noch am nächsten, allerdings fehlt auch hier die letzte Stufe zum Ausnahmeteam. Das klingt mal wieder so nach 'Früher war alles besser', aber das war es leider auch. Es wird Zeit, dass man reagiert.
Chrisb, 04.12.2006
3.
Die goldene Ära der NBA aus den 80ern und 90ern ist wohl wirklich erstmal vorbei. Michael Jordan ist zwar auch für mich der beste Spieler aller Zeiten, er hat jedoch eine Entwicklung in Gang gebracht, die, obwohl er das natürlich selbst nicht gewollt hat, eher ungesund für die Liga war. Hier nenne ich zwei Stichpunkte: zunehmende Kommerzialisierung sowie zunehmende Individualisierung des Spieles. Nicht umsonst ist die College-Liga in den USA beliebter, weil es hier noch um das Spiel selbst bzw. die Ehre der Mannschaft geht und wesentlich mehr als Teamsport verstanden wird. In der NBA stehen dagegen die individuellen Statistiken und die fetten Verträge im Vordergrund.
Subtuppel 04.12.2006
4.
Schaut man sich heutige NBA-Spiele an, wenn man damals noch die wirklich großen Spieler gesehen hat, wird einem tatsächlich etwas wehmütig zumute. Damals wurde tatsächlich noch Teambasketball gespielt und auch die Topstars stellten sich eher in den Dienst der Mannschaft und nicht umgekehrt. Einen Teil des Verfalls erkläre ich mir allerdings zum Teil auch einfach dadurch, dass es heute einfach keine vernünftigen Pointguards mehr gibt, da halt wesentlich mehr Augenmerk darauf gelegt wird, dass man fünf Meter hoch springen kann und den Ball wie blöd in der Korb wemsen kann. Abgesehen von Nash, Kidd und vllt. Chris Paul gibt es aber keinen mehr, der ein Spiel zumindest an guten Tagen wirklich von Anfang bis Ende kontrollieren kann, ohne dafür 50 Punkte machen zu müssen. Beim Fehlen solcher Leute ist es ja nicht verwunderlich, dass man kein durchgängig niveauvolles Pass-Spiel mehr zu sehen bekommt. Als Resultat davon hat man dann mit Dallas eine Mannschaft im Finale, die bei über 100 Punkten im Schnitt auf knappe 17 Assists kommt ... bäh ;)
mölf, 04.12.2006
5.
ich bin zwar nicht mehr so sehr in dem aktuellen geschehen der nba involviert, aber vielleicht macht das ja meinen beitrag interessant. hier ein paar aspekte warum mich die nba nicht mehr so sehr interessiert/warum ich mich mit keinem nba team identifizieren kann: - diese genzen tauschwirtschaft in denen clubs mehrere spieler tauschen.. würden sich fußballfans nicht verarscht fühlen, wenn je eine handvoll dortmund und schalke profis von einem zum anderen lager wechseln würden.. - das im ersten punkt erwähntes wird meines wissens zwar nicht mit den richtigen topspielern praktiziert, jedoch was bringt es wenn die timberwolves zwar kevin garnett als sympathieträger halten, aber dank seines gehaltes kein konkurrenzfähiges team um ihn aufbauen können. bei den bulls verzichteten spieler wie pippen auf jede menge gehalt um mit dem team was zu reißen. - ein weiterer punkt ist meiner meinung der charakterzug der derzeitigen spielergeneration. anders als bei unserem dirk steht für spieler die es in das rampenlicht geschafft haben nicht im vordergrund sich durch hartes training zu verbessern sondern den gangsta raushängen zu lassen. ich kann als sportler allerdings verstehen, dass man bei einem derartigen mammutprogramm mit mehreren spielen in der woche schnell die lust verliert in der spielfreien zeit hart an seinen fähigkeiten zu arbeiten.
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