Vendée Globe Mitfavorit Thomson gibt mit Ruderbruch auf

Erst ein Laminatschaden am Bug, jetzt ein irreparabler Ruderbruch: Der zu den Favoriten zählende Brite Alex Thomson hat die Weltumseglung Vendée Globe aufgeben müssen.
Für den Briten Alex Thompson ist die Vendée Globe vorzeitig vorüber (Archivbild vom 8. November)

Für den Briten Alex Thompson ist die Vendée Globe vorzeitig vorüber (Archivbild vom 8. November)

Foto: LOIC VENANCE / AFP

Der als einer der Favoriten geltende Brite Alex Thomson hat die Weltumseglung Vendée Globe aufgegeben. Nach technischen Problemen und tagelanger Reparatur in der vergangenen Woche – ein Schaden am Laminat in der Bugsektion seiner Jacht – machte nun ein Ruderbruch die weitere Teilnahme unmöglich. Ein Ersatzruder hat Thomson im Gegensatz zu anderen Teilnehmern wie dem Hamburger Boris Herrmann nicht an Bord.

Thomsons Team gab das Aus am Samstagabend bekannt: »Unglücklicherweise ist eine Reparatur nicht möglich. Wir akzeptieren deshalb, dass dies das Ende des Rennens für uns ist. Ich selbst, mein Team und unsere Partner sind tief enttäuscht.« Er befand sich zu dem Zeitpunkt rund 1800 Seemeilen entfernt von Kapstadt, das er aus eigener Kraft in rund sieben Tagen anlaufen will. Das Technikteam des 46-Jährigen aus Gosport wird seinen Skipper dort empfangen.

Die prestigeträchtige Weltsumseglung gilt als härteste Regatta der Welt, rund 46.000 Kilometer sind für die Teilnehmer zu bewältigen. Start und Ziel ist der Hafen von Les Sables d’Olonne in Frankreich. Die besten Skipper benötigen weniger als 80 Tage. Insgesamt 27 Männer und sechs Frauen hatten die Vendée Globe in diesem Jahr in Angriff genommen. Auch Mitfavorit Nicolas Troussel musste mit einem Mastbruch bereits aufgeben. »Das ist total traurig und unfair«, sagte der mit Thomson befreundete Boris Herrmann. »Ich hätte mir sehr gewünscht, dass er gewinnt.« 

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Probleme auch bei Herrmann, Reparatur gelungen

Herrmann hat die erste große Bewährungsprobe seiner Vendée-Globe-Premiere bestanden. Der Skipper der »Seaexplorer - Yacht Club de Monaco« musste am 19. Tag auf See abends in den Mast klettern, um ein Problem mit der Aufhängung eines Segels zu lösen.

Für Solosegler zählt der Vorgang ohne Hilfe und Crew-Absicherung an Deck zu den gefährlichsten Jobs auf See. Mit dem letzten Tageslicht ging es für Herrmann nach Vorwarnung an sein Teammanagement und die Rennleitung hoch hinauf und in der Dunkelheit wieder hinunter.

»Es ist nicht gerade eine spaßige Mission, den 29 Meter langen Mast allein und nachts hochzuklettern«, berichtete der 39-jährige. Die Reparatur gelang. »Ich habe etwa 20 Seemeilen verloren, aber der Job ist gemacht, und das war wichtig, bevor wir die stärkeren Winde des Südmeeres erreichen.« Herrmann liegt derzeit auf dem achten Platz – siehe Tracking Map.

Angeführt wird das Feld der 32 Boote weiter von Charlie Dalin (»Apivia«) vor Thomas Ruyant (»LinkedOut«) und Jean Le Cam (»Yes We Cam«). Hinter dem Trio liefert sich die Verfolgergruppe bis zur zehntplatzierten Britin Samantha Davies (»Initiatives Coeur«) spannende Kämpfe. Die schnellsten Boote des Nonstop-Rennens um die Welt werden Mitte Januar im französischen Start- und Zielhafen Les Sables-d'Olonne zurückerwartet.

cev/dpa
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