Bericht der Welt-Antidopingagentur Britischer Radsportverband wertete Dopingproben selbst aus

Einzelne Mitarbeiter der britischen Antidopingagentur sowie des Verbands sollen bei Dopingtests im Vorfeld zu Olympia 2012 ein »mögliches Fehlverhalten« gezeigt haben. Konsequenzen hat es jedoch keine.
Der Verband British Cycling war bei den Sommerspielen 2012 in London mitverantwortlich für das beste Ergebnis britischer Olympiasportler

Der Verband British Cycling war bei den Sommerspielen 2012 in London mitverantwortlich für das beste Ergebnis britischer Olympiasportler

Foto: Bryn Lennon / Getty Images

Die Welt-Antidopingagentur sieht es als erwiesen an, dass der britische Radsportverband British Cycling im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 2012 in London Dopingproben von Athletinnen und Athleten entnommen und in privaten Laboren ausgewertet hat. Das teilte die Wada am Dienstagabend im Zuge der Veröffentlichung der Ergebnisse der sogenannten Operation Echo  mit. Die Untersuchung wurde im März eingeleitet, nachdem Medien über Vorwürfe berichtet hatten, die britische Antidopingagentur Ukad habe dem Verband dies erlaubt.

Laut dem Wada-Bericht haben Mitarbeiter des Verbands im Rahmen einer Studie Proben von Profifahrern entnommen und auf das verbotene anabole Steroid Nandrolon untersucht. Entgegen den Vorschriften des World-Anti-Doping-Codes seien die Proben nicht von unabhängigen Kontrolleuren entnommen und nicht in einem von der Wada akkreditierten Labor ausgewertet worden, hieß es weiter.

Der Bericht gibt weiter an, dass mindestens ein Ukad-Mitarbeiter Kenntnis davon hatte. Die Untersuchung bestätige »mögliches Fehlverhalten« von Einzelpersonen bei British Cycling sowie Ukad, hieß es in der Wada-Mitteilung. Der britischen Antidopingagentur konnte jedoch nicht nachgewiesen werden, ob sie während der Ereignisse Kenntnis von den Analyseergebnissen gehabt hatte.

Es drohen keine Strafen

Gleichwohl spreche die Wada keine »Empfehlungen zur Korrektur« aus, da die an den Ereignissen von 2011 beteiligten Personen nicht mehr im Verband oder bei der Ukad beschäftigt seien. Die britische Antidopingagentur habe zudem Sicherheitsvorkehrungen geschaffen, um eine Wiederholung zu vermeiden.

Die Ukad begrüßte die Entscheidung. »Der Bericht stellt klar, dass die Ergebnisse der von British Cycling durchgeführten Tests allesamt negativ waren«, heißt es in einer Mitteilung. 

British Cycling teilte in einem Statement mit , die Ergebnisse der Wada würden weder dem Verband noch den beteiligten Sportlern Schuld zuschreiben. British Cycling habe die Tests nur nach Genehmigung durch die Ukad durchgeführt. Die im Bericht beschriebenen Ereignisse von 2011 könnten sich heute nicht wiederholen.

Der Verband war bei den Sommerspielen 2012 in London mitverantwortlich für das beste Ergebnis britischer Olympiasportler. Von den insgesamt 65 Medaillen gewannen die Radsportler zwölf, acht davon in Gold. Als Teamarzt fungierte damals Richard Freeman, der Mitte März in einem Dopingprozess um eine ominöse Testosteron-Bestellung schuldig gesprochen wurde.

ngo/Reuters
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