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Gut zu wissen Warum fahren derzeit so viele auf Pickleball ab?

Laut einer Untersuchung des US-Industrieverbands für Sport und Fitness wächst in dem Land aktuell keine Sportart schneller als Pickleball.
aus DER SPIEGEL 45/2022
Pickleball-Spieler in St. Petersburg, Florida

Pickleball-Spieler in St. Petersburg, Florida

Foto: Dirk Shadd / ZUMA Wire / IMAGO

Der Basketball-Superstar LeBron James, die Football-Legende Tom Brady und die ehemalige Tennis-Weltranglistenerste Kim Clijsters haben eine Gemeinsamkeit: Sie alle investieren in Pickleball-Teams, mit Dirk Nowitzki probierte eine weitere Sportgröße die US-Trendsportart neulich bei einem Promiturnier selbst aus. Was ist Pickleball und warum ist der Sport derzeit so beliebt?

Aus: DER SPIEGEL 45/2022

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Pickleball, das ist ein Rückschlagspiel, das an eine Mischung aus Badminton, Tennis und Tischtennis erinnert: Der Sport wird auf einem Badmintonplatz gespielt, das Netz hängt aber tiefer. Die Schläger sind deutlich größer als beim Tischtennis und Picklebälle fliegen langsamer als Tennisbälle, sie erreichen nur etwa ein Drittel der Geschwindigkeit.

Der Erzählung nach ist Pickleball 1965 in den USA entstanden, als drei Väter das Spiel für ihre Kinder erfunden haben sollen. Heute hat der US-Verband über 53.000 Mitglieder. Und laut einer Untersuchung des US-Industrieverbands für Sport und Fitness wächst in dem Land aktuell keine Sportart schneller als Pickleball. Zwischen 2019 und 2021 soll die Anzahl der Spieler um rund 39 Prozent auf 4,8 Millionen gestiegen sein. In den USA gibt es außerdem bereits eine Profi-Liga, die Major League Pickleball. Derzeit gehen in der MLP zwölf Teams an den Start, 2023 sollen es 16 Mannschaften sein. Und die Investments der bekannten Sportler und Sportlerinnen zeigen: Der Hype bleibt nicht unbemerkt.

Seit 2018 gibt es auch in Deutschland einen Verband. Der Deutsche Pickleball Bund zählt mittlerweile über 60 Vereine, in diesem Jahr wurden die dritten Deutschen Meisterschaften ausgetragen. »Was Pickleball so populär macht: Er ist sehr einfach zu erlernen, weil er technisch und koordinativ nicht so anspruchsvoll ist«, glaubt Andreas Kopkau, Vorsitzender des Verbandes. Pickleball sei zudem für jede Altersklasse geeignet. »Mein Vater ist 71 Jahre alt, er kann im Verein mit der jüngsten Spielerin zusammenspielen, die 11 Jahre alt ist«, sagt Kopkau. So ist der Sport auch für körperlich angeschlagene Sportrentner wie Nowitzki interessant.

Die Klubs und Spieler stehen in Deutschland aber zunehmend vor dem Problem, bei großer Konkurrenz Hallen für ihren Sport zu finden. »Die vielen Sportarten und die fehlenden Hallenzeiten bremsen unsere Entwicklung aus«, so Kopkau. Vor allem in Großstädten sei es schwierig, der steigenden Nachfrage nachzukommen.

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