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FUSSBALL Wiener Melange

aus DER SPIEGEL 51/2009

Zu Lebzeiten war Matthias Sindelar umschwärmt wie kein anderer Spieler des österreichischen Wunderteams der frühen dreißiger Jahre. Er hatte Werbeverträge, spielte in einem Kinofilm mit und wurde wegen seiner schmächtigen Statur und Leichtigkeit auf dem Rasen »Der Papierene« genannt. Sindelars Geschichte wird nun von einem deutschen Comic-Autor erzählt. Sascha Dreier verbindet in seinem gezeichneten Roman die sportliche Legende mit einer fiktiven Liebesgeschichte vor dem historischen Hintergrund aus Massenarbeitslosigkeit und heraufziehendem Faschismus. Das Wunderteam, das damals alle Gegner auf dem Kontinent überrannte und sich als erstes mit den britischen Teams messen konnte, erwuchs einer besonderen Melange. Ein Großteil der Spieler um den Straßenkicker Sindelar stammte aus den Wiener Arbeiterbezirken, der jüdische Nationaltrainer Hugo Meisl war Teil der Kaffeehaus-Boheme. Der zweite Teil von Sindelars Lebensgeschichte bis zum tragischen und nie ganz geklärten Tod im Alter von 35 Jahren soll 2011 erscheinen.

Sascha Dreier: »Der Papierene. Das Leben des Fußballstars Matthias Sindelar. Band 1: 1903- 1933«. Ueberreuter-Verlag, Wien; 206 Seiten; 19,95 Euro.

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