10-Kilometer-Sprint Deutsche Biathleten versinken im Wetterchaos

Vincent Jay hat den Biathlon-Sprint gewonnen. Der Franzose setzte sich knapp vor dem Norweger Emil Hegle Svendsen und dem Kroaten Jakov Fak durch. Die deutschen Teilnehmer waren chancenlos - sie scheiterten an ihren Schießfehlern und am wechselhaften Wetter.

Franzose Jay: Sieger im Biathlon-Sprint
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Franzose Jay: Sieger im Biathlon-Sprint


Hamburg - Der Franzose Vincent Jay ist Biathlon-Olympiasieger im Sprint über zehn Kilometer. Der 24-Jährige blieb bei beiden Schießen fehlerfrei und hatte im Ziel 12,2 Sekunden Vorsprung vor dem norwegischen Mitfavoriten Emil Hegle Svendsen, der einen Fehlschuss hatte. Bronze holte sich der Kroate Jakov Fak mit 14,0 Sekunden Rückstand, der sich wie Jay keinen Fehlschuss leistete.

Nicht in die Medaillenentscheidung eingreifen konnte das deutsche Quartett um den Dreifach-Olympiasieger von Turin, Michael Greis. Beim Stehendschießen waren im dichten Schneeregen die Scheiben fast nicht mehr zu erkennen, Greis hatte keine Chance und kam mit 1:48,2 Minuten Rückstand auf den Sieger als 21. ins Ziel. Bester Deutscher war Christoph Stephan auf Rang 19 (1:43,3 Sekunden Rückstand). Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer belegten die Plätze 23 (1:58,6) und 37 (2:21,3).

In einem Rennen, das durch die Startpositionen entschieden wurde, hatten nur die ersten zehn Läufer eine Siegchance - Jay hatte Startnummer sechs. "Das war ein irreguläres Rennen, aber wir sind halt eine Outdoor-Sportart und hatten heute kein Glück", sagte Bundestrainer Frank Ullrich. "Nach den ersten zehn Startern konnte man das Buch zumachen. So schlimm, wie es heute war, habe ich es noch nie erlebt", daher habe man bei den Bedingungen keine Chance gehabt und nur noch Schadensbegrenzung betreiben können, sagte Ullrich enttäuscht.

"Es war ein ganz schlechter Tag"

Nur Greis hatte sich in die erste Startgruppe einordnen lassen, doch seine Startnummer 31 war auch schon zu hoch. Mit Rennbeginn begann es zu regnen, später zu schneien, die Bedingungen wurden nach hinten heraus immer schlechter. Greis kam zwar noch mit einer guten Zwischenzeit zum Liegendschießen, ließ dann aber die letzte Scheibe stehen. "Es hat nicht sollen sein, es war ein ganz schlechter Tag", sagte Greis. Auch Peiffer haderte mit dem Wetter: "In der ersten Runde war noch alles im grünen Bereich, da hatte ich noch super Bedingungen. Dann fing der Schneeregen an und alles wurde stumpfer."

Seinen Nerven und den schwierigen Bedingungen fiel auch der Top-Favorit und fünfmalige Olympiasieger Ole Einar Björndalen aus Norwegen zum Opfer. Er verschenkte schon beim ersten Schießen mit drei Fehlern alle Chancen und war am Ende nur zwei Sekunden besser als Stephan.

Durch das enttäuschende Ergebnis sind die Aussichten der deutschen Teilnehmer für die Verfolgung am Dienstag (21.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) nicht gut. "Ich muss im Verfolgungsrennen jetzt das beste aus diesem Ergebnis machen, auch wenn nach vorne nicht mehr viel gehen wird. Es war besonders bitter, weil ich ein gutes Gefühl vor dem Rennen hatten", sagte Birnbacher.

ulz/sid/dpa

insgesamt 381 Beiträge
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Seite 1
MadMad 11.02.2010
1. Doping
nach den Doping Gerüchten (?) der letzten Tage lässt sich laum etwas sagen. Gute Chancen haben die Deutschen, wenn sie nicht erwischt werden ... MadMad von www.diemeinungen.de
Umberto, 11.02.2010
2.
Zitat von MadMadnach den Doping Gerüchten (?) der letzten Tage lässt sich laum etwas sagen. Gute Chancen haben die Deutschen, wenn sie nicht erwischt werden ... MadMad von www.diemeinungen.de
Die Geschichte mit dem Doping wird hier auch diskutiert. (http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=11998) Aber Sie haben natürlich Recht, wenn die Deutschen sich beim Dopen nicht erwischen lassen, wird der Medaillenspiegel wohl einen erfreulichen Anblick bieten.
puter70 11.02.2010
3. Doping wahrscheinlich.
Olympische Höchstleistungen/Siege sind ohne unerlaubte Mittel kaum mehr möglich, deshalb steht jeder Medaillengewinner unter Dopingverdacht. Da es auch um viel Geld und die anschließende Vermarktung der Erfolge geht, haben die Athleten auch kein schlechtes Gewissen, sondern hoffen nur, dass sie nicht erwischt werden.- Übrigens sind die Zeiten vorbei, dass sich nationale Größe über die Anzahl der gewonnenen Medaillen definiert. Deshalb ist es verständlich, dass vielen Mitmenschen das Vancouver-Spektakel mit den zu erwartenden Doping-Siegern ziemlich gleichgültig ist.
krafts 12.02.2010
4.
Zitat von puter70Olympische Höchstleistungen/Siege sind ohne unerlaubte Mittel kaum mehr möglich, deshalb steht jeder Medaillengewinner unter Dopingverdacht. Da es auch um viel Geld und die anschließende Vermarktung der Erfolge geht, haben die Athleten auch kein schlechtes Gewissen, sondern hoffen nur, dass sie nicht erwischt werden.- Übrigens sind die Zeiten vorbei, dass sich nationale Größe über die Anzahl der gewonnenen Medaillen definiert. Deshalb ist es verständlich, dass vielen Mitmenschen das Vancouver-Spektakel mit den zu erwartenden Doping-Siegern ziemlich gleichgültig ist.
Doping wurde schon in gefühlten 1000 Threads diskutiert. Ich will auch nicht drumreden. Klar ist Doping ein Problem und wird es auch immer bleiben. Aber dass man in einem Forum gar nicht mehr die Leistungen der Sportler diskutieren kann, nervt mich. Bis jetzt kein einziger Beitrag hier, in dem nicht das Wort Doping fehlt so nach dem Motto : sind ja eh alle gedopt. Diskutieren Sie doch in den dafür eigens geschaffenen Threads. Nun zum Thema: Sicher wird es für die deutschen Sportler einige Medaillen geben. Dass es so viele werden, wie in Turin glaube ich nicht. Aber meiner Meinung nach wird der Medaillenspiegel eh überbewertet und spiegelt auch nicht exakt die Leistung des ganzen Teams wieder.
MadMad 12.02.2010
5.
Zitat von kraftsDoping wurde schon in gefühlten 1000 Threads diskutiert. Ich will auch nicht drumreden. Klar ist Doping ein Problem und wird es auch immer bleiben. Aber dass man in einem Forum gar nicht mehr die Leistungen der Sportler diskutieren kann, nervt mich. Bis jetzt kein einziger Beitrag hier, in dem nicht das Wort Doping fehlt so nach dem Motto : sind ja eh alle gedopt. Diskutieren Sie doch in den dafür eigens geschaffenen Threads. Nun zum Thema: Sicher wird es für die deutschen Sportler einige Medaillen geben. Dass es so viele werden, wie in Turin glaube ich nicht. Aber meiner Meinung nach wird der Medaillenspiegel eh überbewertet und spiegelt auch nicht exakt die Leistung des ganzen Teams wieder.
Ich glaube auch nicht, dass die Deutschen so stark werden wie in Turin. Allein schon die Biathleten laufen hinter der Form von Turin hinterher und das sind doch bald 50% der Miete. Mal sehen, was die Rodler bringen. Ist eigentlich Cross-Ski oder wie das heisst jetzt offiziel im Programm ? MadMad von www.diemeinungen.de
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