Absturz von Lindsey Vonn Zu-viel-Drama-Baby

Ski-Ass Lindsey Vonn wollte der Superstar der Olympischen Winterspiele werden - doch die Amerikanerin hat ihr Ziel verpasst. Ihr Sturz im Riesenslalom ließ den nächsten Goldtraum platzen. Jetzt wettert sogar eine Team-Kollegin gegen den Medienrummel um die 25-Jährige.

Von


Fotostrecke

8  Bilder
Superstar Lindsey Vonn: Vierter Start, zweiter Sturz
Startnummer 17 liegt super in der Zeit, es sind nicht einmal 20 Sekunden bis zum Ziel, wenn alles gut geht, wird sie die Führung übernehmen. Doch es geht nicht alles gut. Lindsey Vonn verliert das Gleichgewicht, ihr Oberkörper wird nach unten gedrückt, sie kämpft, doch kann den Lauf nicht retten. Eine Bodenwelle bringt sie endgültig zu Fall, erst der Fangzaun stoppt den Sturz der 25-Jährigen. Die Ski-Rennläuferin bricht sich dabei den kleinen Finger der rechten Hand. Ihr nächster Medaillentraum ist geplatzt.

Lindsey Vonn hätte der große amerikanische Star der Winterspiele von Vancouver werden können. Doch es lief von Anfang an nicht gut für die 25-Jährige. Die Abfahrt gewann sie noch - trotz einer schmerzhaften Prellung am Schienbein. In der Super-Kombination schied sie nach einem Sturz aus. Im Super-G reichte es nur für Bronze - obwohl sie den Weltcup in dieser Disziplin mit großem Vorsprung anführt. Nun das Aus im Riesenslalom.

Im letzten Rennen am Freitag, dem Slalom, wird sie trotz ihrer Blessur vermutlich starten (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). "Sie hatte schon viel schlimmere Verletzungen. Es wird kein Problem sein", sagt US-Trainer Jim Tracy. Und Vonn selbst? Körperlich sei alles in Ordnung, sagt sie. "Ich bin nur frustriert und sehr enttäuscht von mir."

Es ist sicherlich unangebracht einer Athletin Scheitern vorzuwerfen, die bei Olympischen Spielen Gold und Bronze gewinnt. Doch Fans und Medien in der Heimat haben sich mehr erhofft. Die Erwartungen waren groß. Zu groß für Lindsey Vonn?

"Die Stimmung ist schlecht"

Als "Michael Phelps der Winterspiele" war sie auserkoren, fünf Goldmedaillen in fünf Starts waren das Ziel, es sollten die Wettkämpfe von "Vonn-Couver" werden. Nun dürfte der Abfahrtssieg der einzige bleiben, im Slalom zählt Vonn nicht zu den Goldfavoriten. "Es sieht so aus, als ob nicht alles nach Plan läuft", sagt sie.

Nein, das tut es nicht. Nun wird deutlich, wie riskant die Strategie vieler US-Medien ist, alle Aufmerksamkeit schon im Vorfeld auf einzelne Stars zu lenken. In Peking hat es noch funktioniert. Schwimmer Phelps hielt dem Erwartungsdruck der ganzen Nation stand, er gewann achtmal Gold und entfachte in den USA eine riesige Olympia-Hysterie.

Lindsey Vonn ist dieses Kunststück nicht gelungen. Stattdessen beschreibt ihre Teamkollegin Julia Mancuso nun öffentlich, wie sehr der Starkult schadet. "In unserer Gruppe gibt es Probleme. Menschen können ihr Potential nicht abrufen wegen diese Kampfes um Aufmerksamkeit", sagt Mancuso. "Wir kommen zu Sitzungen, und die Stimmung ist schlecht, nur weil Lindsey nicht gut gefahren ist."

Dank freizügiger Fotos und zweier Silbermedaillen (Abfahrt und Super-Kombination) hat Mancuso selbst viel Aufmerksamkeit bekommen. Zufrieden scheint sie damit nicht. "Es ist ein einziger Popularitätswettkampf", sagte sie. Gefährlich wird solch eine Situation immer dann, wenn Popularität und sportliche Leistung nicht im Einklang stehen. Wie nun im Fall Vonn.

"Es tut mir schrecklich leid"

Im Riesenslalom ging Mancuso mit Startnummer 18 direkt hinter ihrer Rivalin ins Rennen. Mitten im Lauf bekam sie die gelbe Flagge gezeigt, sie musste abbrechen und außer Konkurrenz ins Ziel fahren. Der Grund: Vonn war nach ihrem Sturz noch auf der Piste. "Ich dachte: Passiert das gerade wirklich?", erzählt Mancuso. Im Zielbereich musste sie weinen. Sie durfte zwar später noch einmal starten, doch die Piste wurde schlechter, Mancuso war 1,3 Sekunden langsamer als die Führende Elisabeth Görgl und hat vor dem auf Donnerstag verschobenen zweiten Lauf (18.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) keine Chance mehr auf eine Medaille.

"Es tut mir schrecklich leid für Julia. Ich wollte das nicht", sagt Vonn. Nach ihrem Aus steht sie im Zielbereich und versucht, die schwierigen Verhältnisse im US-Team zu erklären. "Ja, wird sind Kontrahentinnen. Ich fahre Rennen gegen Julia seit wir Kinder sind. Aber ich versuche sie immer ebenso viel zu unterstützen wie die anderen im Team."

In den kommenden Tagen dürfte Vonn selbst viel Unterstützung nötig haben. Der Slalom ist ihre letzte Chance auf ein Happy End. Natürlich wird ihre Fingerverletzung in den USA diskutiert. "Sie wird Fahren", sagt Trainer Jim Tracy. Selbst der erfahrene Coach hat anscheinend genug von dem Trubel um Vonn. "Zu viel Drama", sagt er.

Mit Material von dpa und Reuters

insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
voxpopuli1it 25.02.2010
1. Vonn
VONN unglück ist maria riesch .Die ist die wahre hexe-Feind und das nur weil sie Deutsch ist,und nicht schön.
andyby1960 25.02.2010
2. Schwachsinniger Spiegel Artikel
Zitat von sysopSki-Ass Lindsey Vonn wollte der Superstar der Olympischen Winterspiele werden - doch die Amerikanerin hat ihr Ziel verpasst. Ihr Sturz im Riesenslalom ließ den nächsten Goldtraum platzen. Jetzt wettert sogar eine Team-Kollegin gegen den Medienrummel um die 25-Jährige. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,680176,00.html
Ich habe noch nie so einen idiotischen Artikel gelesen. Einer Athletin die Gold und Bronze gewonnen hat und jetzt leider ausgefallen ist bzw. stürzte als Versagerin hinzustellen ist der größte Schwachsinn den ein Spiegel Spon Redakteur hier schreiben kann. Anscheinend ist man so besoffen trauig über die bundesdeutschen Penner der Bobfahrerinnen und Alpin Ski Versager wie auch die grandiose Vorstellung des Eishockeyteams, das man jetzt solche Schmäh artikel über eine solch hervorragende Sportlerin schreibt. Anscheinend muss es wieder den Super Mann/FRau geben mit 8 Goldmedailien dann ist man zufrieden wie vor 70 Jharen den Supermann der Politik den ich hier nicht näher nennen möchte, der allerdings von Jesse Owens vorgeführt wurde. Spiegel ihr habt sie nciht mehr alle
xXstrikerXx 25.02.2010
3. Hochmut kommt vor dem Fall.
viel ist diskutiert worden über den ausstieg Magdalena Neuners aus der staffel. auch ich hätte es lieber gesehen, wenn unsere beste athletin an den start gegangen wäre. sicher hätte sie bei einem scheitern einiges abbekommen. aber zu erwarten, dass eine athletin 5 mal gold holt: das klingt nach typischer amerikanischer überheblichkeit, das wäre mit Neuner nicht passiert. man könnte sagen: hochmut kommt vor dem fall. oder: absturz aus der chefetage - selbstfabriziert. vielleicht hätte Vonn hier die notbremse ziehen und auf das letzte rennen verzichten sollen.
derkienzle 25.02.2010
4. Bayerische Schönheit
Zitat von voxpopuli1itVONN unglück ist maria riesch .Die ist die wahre hexe-Feind und das nur weil sie Deutsch ist,und nicht schön.
Maria Riesch ist auf bayerische Art und Weise sehr schön: Sie ist freundlich, gut gelaunt, nahbar, natürlich und ehrlich. Und, falls es Ihnen noch nicht aufgefallen sein sollte, eine enge Freundin von Vonn...
mkalus 25.02.2010
5. Nicht der Spiegel....
Zitat von andyby1960Ich habe noch nie so einen idiotischen Artikel gelesen. Einer Athletin die Gold und Bronze gewonnen hat und jetzt leider ausgefallen ist bzw. stürzte als Versagerin hinzustellen ist der größte Schwachsinn den ein Spiegel Spon Redakteur hier schreiben kann. Anscheinend ist man so besoffen trauig über die bundesdeutschen Penner der Bobfahrerinnen und Alpin Ski Versager wie auch die grandiose Vorstellung des Eishockeyteams, das man jetzt solche Schmäh artikel über eine solch hervorragende Sportlerin schreibt. Anscheinend muss es wieder den Super Mann/FRau geben mit 8 Goldmedailien dann ist man zufrieden wie vor 70 Jharen den Supermann der Politik den ich hier nicht näher nennen möchte, der allerdings von Jesse Owens vorgeführt wurde. Spiegel ihr habt sie nciht mehr alle
Schlage mal vor die Amerikanischen Medien zu lesen / anzuschauen, da die Olympiaberichterstattung dort meist eh nur eine Nabelschau ist wird eben jemand wie Vonn von dem man sehr viele Erwartungen hat auch ganz schnell wieder "runtergeschrieben". Wobei das natuerlich auf Amerikanische art passiert, da wird aus der Heldin eine Tragische Heldin. Schlage dir wirklich mal vor etwas in der US Presse zu stoebern, das ist nicht der Spiegel der hier "mist verzapft" sondern die Amerikanischen Medien. Meine persoenliche Meinung zu Vonn ist das die etwas "komisch" ist. Die war anfang der Woche bei Stephen Colbert und schien nicht ganz mental da zu sein, die hat die ganze Zeit nur gekichert wie ein kleines Maedchen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.