Biathlon-Debakel "Wie ein 0:4 im Fußball gegen Österreich"

Der Negativlauf im deutschen Biathlonteam geht weiter: Beim Weltcup in Hochfilzen waren die deutschen Athletinnen so schlecht wie noch nie in der Geschichte - keine kam unter die besten 40.
Biathletin Denise Hermann: Als 41. noch die beste Deutsche

Biathletin Denise Hermann: Als 41. noch die beste Deutsche

Foto: Johan Axelsson/DPA

Nach dem historischen Debakel der deutschen Biathletinnen hat der Sportliche Leiter Alarm geschlagen. "Das ist wie ein 0:4 im Fußball gegen Österreich", sagte Bernd Eisenbichler nach dem Debakel beim Weltcup in Hochfilzen: "Wir müssen das sauber analysieren, das war ein schlechtes Ergebnis der gesamten Mannschaft."

Beim Sprint über 7,5 Kilometer landete zum ersten Mal in der Geschichte der Skijägerinnen keine Deutsche unter den besten 40. Anstatt den holprigen Start in die Saison in der Vorwoche vergessen zu machen, mussten Denise Herrmann und die anderen einen heftigen Rückschlag verkraften.

"Das war scheiße und eine ziemliche Katastrophe. Wir haben uns alle klar unter Wert verkauft", sagte Herrmann, die auf Platz 41 noch das beste Resultat für den Deutschen Skiverband (DSV) lieferte. "Ich hoffe, dass wir ganz schnell wieder den Schalter umlegen können."

"Das ist ein Desaster"

Auch bei der Verfolgung am Sonntag ist nun kein gutes Ergebnis zu erwarten - dort ergibt sich die Startreihenfolge aus den Ergebnissen des Einzelrennens. "Das ist ein Desaster, es wird viel zu reden geben", sagte Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner in ihrer Funktion als ARD-Expertin.

Der Sportliche Leiter Eisenbichler sagte, dass es "keinen Aktionismus" geben werde, dass man "nicht alles schlechtreden" werde, was man sich aufgebaut habe. "Die Mädels haben im Sommer gut gearbeitet. Jedoch müssen sie eine Antwort auf diesen Tag geben."

Ähnlich schätzte es Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer ein, für den "absolut nichts zusammengepasst hat. So wie in Oberhof Anfang des Jahres." Damals hatte Karolin Horchler als beste Deutsche den 34. Rang belegt. Sie verpasste in Hochfilzen als 64. sogar die Qualifikation für die Verfolgung.

Nun drohen die deutschen Biathletinnen wie im Vorjahr nach den ersten zwei Weltcups ohne Einzelpodest dazustehen. Hermann sagte: "Es geht nur um Schadensbegrenzung. Wir müssen Vollgas vom ersten Meter geben."

bka/sid