Biathlon Überragende Wilhelm dominiert den Weltcup

In dieser Form ist sie die Olympiafavoritin: Biathletin Kati Wilhelm hat in Antholz bereits ihren dritten Saisonsieg geholt und die Führung im Gesamtweltcup übernommen. Ricco Groß nähert sich seiner Bestform, hat allerdings noch körperliche Probleme.


Antholz - "Jetzt bin ich schon die dritte Woche spitze. Scheinbar verkrafte ich die Belastung von allen am besten. Ich laufe gut, ich schieße gut, ich freue mich riesig auf Turin", sagte Wilhelm. Die Thüringerin siegte im Sprint über 7,5 Kilometer nach 21:45 Minuten (0 Strafrunden) vor der Französin Sandrine Bailly (2,8 Sekunden Rückstand/0 Strafrunden) und Albina Achatowa aus Russland (+25,4 Sekunden/0). Uschi Disl wurde Vierte (+34,8/1).

Biathletin Wilhelm: "Das ist der Hammer"
EPA/DPA

Biathletin Wilhelm: "Das ist der Hammer"

"Die Laufform ist der Hammer, und das sogar in der Höhe von Antholz", so Wilhelm, die für ihre Form nur ein Wort fand: "Phänomenal". Nach dem Rennen bestieg sie bereits zum achten Mal im zwölften Saisonrennen das Siegerpodest und führt nun den Weltcup mit 483 Punkten vor der Schwedin Anna Carin Olofsson (375 Punkte) an. "An das Gelbe Trikot könnte ich mich gewöhnen. Das macht stolz, ich will es nicht wieder hergeben", sagte Wilhelm.

Teamkollegin Disl haderte derweil mit ihrer alten Rückenverletzung. "Ist schon ein Kreuz mit dem Kreuz, aber es wird langsam besser. Heute war es doch schon gar nicht schlecht, auch wenn mich der eine Schießfehler ärgert", sagte sie.

Bei den Männern kommt auch Ricco Groß rechtzeitig vor den Spielen in Turin (10. bis 26. Februar) in Form. Sein zweiter Platz in Antholz ist Groß' bestes Weltcup-Ergebnis seit zwei Jahren. "Jetzt freue ich mich erstmal über diesen Erfolg, der auch mich nach all den Problemen der letzten Tage überrascht. Dann sehen wir, was wir aus dieser Ausgangsposition machen können", sagte Groß, der 33,8 Sekunden nach dem Sieger Frode Andresen (Norwegen / 26:11,2 Minuten/0 Strafrunden) ins Ziel kam. Dritter wurde Maxim Tschudow aus Russland (+39,2/1).

Nachdem Groß bei seinen siebten Plätzen in Oberhof und Ruhpolding jeweils ein Hexenschuss auf der Schlussrunde massiv behindert hatte, kam der 35-Jährige diesmal halbwegs schmerzfrei über die Runde. "Ich spüre einen gleich bleibenden Schmerz, der im Vergleich zu den letzten Rennen auf einem angenehmen Level liegt. Die Ärzte und Physiotherapeuten haben aber mit mir trotzdem alle Hände voll zu tun", so Groß, der trotzdem hochzufrieden war mit seinem Rennen: "Ich melde mich zurück."



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