Biathlon-Weltcup Russen bleiben trotz Dopingverdachts zunächst unbehelligt

Biathlon, Doping und kein Ende: Auch beim Weltcup in Hochfilzen beherrschten Ermittlungen gegen das russische Team die Schlagzeilen. Bisher hat das für die Sportler allerdings keine Konsequenzen.

Alexander Loginow
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Alexander Loginow


Trotz intensiver Dopingermittlungen der österreichischen Behörden dürfen die beschuldigten Mitglieder des russischen Biathlonteams das Land nach dem Weltcup in Hochfilzen verlassen. Das teilte eine Sprecherin der Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft mit. Außerdem gebe es aktuell keine formellen Anordnungen für Vernehmungen. Allerdings stehe es jedem Verdächtigen jederzeit frei, sich gegenüber den Behörden zu den Anschuldigungen zu äußern, hieß es von der Medienstelle.

Die Staatsanwaltschaft in Österreich ermittelt wegen möglicher Dopingverstöße bei der WM 2017 in Hochfilzen gegen zehn Mitglieder der russischen Mannschaft. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Ermittlungsverfahren gegen fünf Betreuer wegen "der Anwendung verbotener Substanzen bzw. Methoden zum Zweck des Dopings" und gegen fünf Sportler wegen "schweren Betruges im Zusammenhang mit Doping" laufen. Zu den Athleten gehören auch die Top-Biathleten Alexander Loginow und Anton Schipulin. Nicht alle Beschuldigten befinden sich momentan in Hochfilzen.

Die Russen bekamen einen Tag vor dem Weltcupstart am Mittwoch im Teamhotel Besuch von der Polizei, Durchsuchungen oder Vernehmungen gab es dabei nicht. Beim Weltcup in Hochfilzen wollen die russischen Athleten bis Sonntag an den Wettkämpfen teilnehmen.

Weltmeister Doll läuft auf Podestplatz

Es gab an diesem Freitag aber auch noch Sport in Hochfilzen: Weltmeister Benedikt Doll ist beim Weltcup Dritter im Sprint geworden. An der Stätte seines größten Erfolges musste sich der fehlerfrei schießende Deutsche über die zehn Kilometer nur dem Norweger Johannes Thingnes Bø und dem Franzosen Martin Fourcade geschlagen geben.

Bø musste einmal in die Strafrunde und war trotzdem 10,2 Sekunden schneller als Doll, Fourcade war ebenfalls ohne Schießfehler geblieben und lag am Ende 1,6 Sekunden vor dem Deutschen. Der am Schießstand ebenfalls fehlerfrei gebliebene Olympiasieger Arnd Peiffer komplettierte als Fünfter das gute deutsche Ergebnis. .

aha/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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Post.Scheibe@freenet.de 14.12.2018
1. Es wird langsam langweilig
Wurden von den Sportlern Urinproben genommen und dann Doping festgestellt? Innerhalb eines Jahres sollten doch Ergebnisse vorliegen, aber es ist wohl wieder eine "Russengeschichte". Ich staune, dass sich die Österreicher vor den Karren spannen lassen. War ja lange ruhig und wann hört das endlich auf, Doping nur mit den Russen in Verbindung zu bringen.
acculeer 14.12.2018
2. Beweise gegen Russland nicht nötig
es reicht schon aus, dass ermittelt wird. Hier wird aber sogar "intensiv ermittelt". Da sollten die Verantwortlichen eigentlich sofort sperren dürfen. Schließlich ist es doch "plausibel". Wenn es gegen Russland geht, wirft der "Wertewesten" gerne alle normalen Regeln einer zivilisierten Welt über Bord. Das die ARD mit Sudelseppelt auch noch hetzt, wundert mich allerdings. Schließlich haben Sie aus einer Programmbeschwerde zu Berichterstattung über Russland eine "Anregung" gemacht Da sollte man meinen, Anregungen führen irgendwann mal zur Besserung.
steingärtner 14.12.2018
3. Wen es interessiert
Hier die Ergebnisse der Wm 2017 in Hochfilzen. Die gedopten Russen hatten genau 2 Medaillen. Im Medaillenspiegel landeten die auf dem 5.Platz. Noch hinter der Biathlonnation USA. Wozu dopen die Russen eigentlich ? Sie haben doch nicht mal gedopt eine Chance. Oder wie ?
mima84_84 15.12.2018
4.
Kleiner Tipp: Lesen Sie mal das CAS Urteil zu dem Fall! Der CAS kommt zum Schluss, dass massenhaft Staatsdoping erwiesen wurde, maß den Zeugen und den Beweisen extrem hohe Glaubwürdigkeit bei. Es konnte aber im Einzelgall nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Sportler nicht Bestandteil des ERWIESENEN Staatsdopings waren, daher war das Urteil des CAS auch eindeutig: 1. Der russische Verband blieb gesperrt 2. In Einzelfällen wurde von einer Sperre bei Sportlern abgesehen, die glaubwürdig machen konnten, dass sie nicht Bestandteil des ERWIESENEN Staatsdopings waren. Das ist die Wahrheit, und da sogar der EuGH die Unabhängigkeit des CAS nochmal bestätigt hat - Und Sie gestehen dem CAS ja vollkommen richtig damit eine hohe Neutralität - spricht das sehr stark für die Glaubwürdigkeit von Rodschenko etc (bei dem der CAS übrigens keinen Yota an der Glaubwürdigkeit zweifelt. Auch das steht im Urteil).
schueler79 15.12.2018
5. ERWIESEN @mima
Verzeihen Sie aber ich konnte mir zu Hause vor dem Bildschirm das Lachen nicht mehr verkneifen, so oft wie sie fett gedruckt ERWIESEN schrieben. Zudem stimmt ihre Aussahe nicht mal, also laut schreiend im Unrecht liegen, einfach zu komisch. Das CAS hat aufgrund von Mangel an Beweisen russische Sportler bei Olympia zugelassen und viele hiesige Medienvertreter sprachen von Blamage. Tja so kommentiert man unerwünschte Rechtsprechung. Zudem mussten sich russische Biathleten in den letzten Jahren häufiger als alle anderen Nationen Dopingproben unterziehen, welche alle negativ waren. Es gibt wahrscheinlich keine sauberere Mannschaft als die russische. Und diese Dursuchung durch die Polizei in Hochfilzen muss man auch unter der Rubrik Schikane verbuchen, denn es wurde wieder mal nichts gefunden aber überall war aber die Meldung zu hören. Die üblichen Schlagworte (damit sie sich auch jeder merkt): Russland, Doping. Merken sie was?
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