Biathlon-Weltcup Russland zu stark für deutsche Staffeln

Für die beiden deutschen Staffeln reichte es beim Weltcup im österreichischen Hochfilzen nicht zum Sieg. Die russischen Teams waren stärker. Vor allem die deutschen Männer ärgerten sich.


Hochfilzen – Ohne die geschonten Michael Greis und Ricco Groß haben die deutschen Staffel-Olympiasieger die erste Niederlage seit Dezember 2005 erlitten. In der Besetzung Michael Rösch, Alexander Wolf, Sven Fischer und Andreas Birnbacher belegte Deutschland über 4x7,5 Kilometer den zweiten Platz.

Siegreiche Russen: Revanche geglückt
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Siegreiche Russen: Revanche geglückt

Den Sieg mit einem Vorsprung von 32,8 Sekunden sicherte sich das russische Quartett Ivan Tscheresow, Dmitri Jarotschenko, Maxim Tschudow und Sergej Roschkow. Die Staffel benötigte insgesamt 1:25:18,4 Stunden. Der Olympia-Zweite Russland leistete sich drei Schießfehler, vier weniger als Deutschland.

"Der zweite Platz war in Ordnung, doch es gibt noch ein paar Feinheiten, die wir verbessern müssen", sagte Bundestrainer Frank Ullrich, "schade, dass Sven Fischer beim Stehendschießen zwei Mal nachladen musste. So konnten die Russen ohne Druck ihr Rennen laufen."

Frankreich mit Julien Robert, Vincent Defrasne, Ferreol Cannard und Raphael Poiree wurde Dritter. Dahinter folgten Österreich, Norwegen und die Ukraine. Norwegen musste ohne Ole Einar Björndalen auskommen. Der Superstar, der alle fünf Weltcuprennen dieser Saison gewinnen konnte, war abgereist, um sich intensiver auf seinen Start beim Langlauf-Weltcup am kommenden Wochenende auf dem französischen Hochplateau La Clusaz vorzubereiten.

Björndalen will am Samstag im Freistilrennen über 30 Kilometer seinen zweiten Saisonsieg als Langläufer feiern und sich zugleich für die norwegische WM-Mannschaft qualifizieren. Deshalb verzichtet er sogar auf den Start beim gleichzeitigen Weltcup der Biathleten. Anstelle des Ausnahmeathleten lief Junioren-Weltmeister Emil Hegle Svendsen in Norwegens Staffel.

Auch die deutschen Frauen mussten sich Russland (Gesamtzeit 1:18:24,7 Stunden) geschlagen geben und verpassten ihren ersten Staffelsieg nach fast zwei Jahren nur um sieben Zehntelsekunden. Die dreimalige Olympiasiegerin Kati Wilhelm verlor über 4x6 Kilometer den Zielspurt gegen ihre russische Rivalin Natalja Gusewa um knapp drei Meter.

Zuvor hatten Martina Glagow, Andrea Henkel und Staffel-Neuling Magdalena Neuner Deutschland in Führung gebracht. Platz drei ging an Norwegen. Zuletzt hat eine DSV-Staffel am 6. Januar 2005 in Oberhof ein Weltcuprennen gewonnen. "Ich bin schon ein wenig enttäuscht, ich hätte gedacht, dass ich Gusewa in Schach halten kann", sagte Wilhelm. Und die 19-jährige Neuner, die beim Schießen patzte, gestand: "Ich war sehr, sehr aufgeregt."

ach/sid/dpa



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